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Attica Locke – Pleasantville (Polar Verlag, 2022)

Gelesen: 26.12.2022 – 04.01.2023 (netto 431 Seiten)

Aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf.

Pleasantville spielt inhaltlich 15 Jahre nach Black Water Rising und funktioniert wahrscheinlich am besten wenn es im Zusammenhang gelesen wird.

Jay, der Anwalt aus Black Water Rising, hat Cole Oil in die Knie gezwungen – allerdings nur vor Gericht. Gezahlt haben sie bisher nicht. Dazu ist noch seine Frau verstorben, so dass ein ehr verbitterter und müder Jay – mit zwei Kindern an der Backe – irgendwie versucht einen Burn-Out zu vermeiden.

Als eine junge Schwarze verschwindet rutscht Jay in eine Geschichte die Vordergründig eine Krimi ist aber Attica Locke ehr dazu dient eine historische Anklage zu schreiben: Aufstieg und Niedergang der schwarzen Mittelschicht in Pleasantville (es lohnt sich die Geschichte dieser Siedlung nachzulesen).

Locke seziert förmlich den Konflikt zwischen Alteingesessenen und den Jüngeren und legt offen wie das Weiße Amerika (hier in Form der Republikaner) es schaft das Wahlsystem so zu pervertieren das eine Wahl so oder so zu ihren Gunsten ausgeht. Und dabei eben gewachsene Communities wie Plesantville zerstört.

Der Krimi-Plot beschert Jay und seiner Familie jede Menge Ärger, die politische Geschichte zeigt auf warum die US of A heute eine derart verhunzte Demokratie sind und warum das Land so tief gespalten ist.

Kein Krimi, sondern großartige politische Literatur.

Soundtrack dazu: Bozos – Echo Chamber, was sonst?

PS: Und Attica so?

PPS: Ein guter Abriss über die Geschichte von Pleasantville

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