… 2020 in numbers

2020 in numbers should reflect the gruesome death toll of Covid-19, should it not? For all the years to come Covid-19 has impacted 2020 and will continue to impact 2021 too. So no surprise that my tracking of both seeing shows and reading books reveals an impact:

On the show side 2020 was all fucked, my treasured season ticket at the Hafenklang was literally of no-use (but a perfect sponsorship for a club that needs the money, as it has been cut off from any income). So i saw less (but ended up giving more, including auctioning off memorabilia via Punk Rock Hamburg and it’s Solidarity campaign and selling some pricey vinyl to fellow collectors and donating the money) and i do fear for my loved local clubs.

Bands21
Shows7
VenueShowsBandsBands/Show
Hafenklang253
Monkeys000
Molotow122
Stellwerk155
Knust331

Best show? That was the Solidary Punk Rock Days at the Knust, without a doubt. A huge „Love & Kisses“ to Dirk, Perry and Arne for that weekend!

Little did we know that this joyful feeling of warm summer days and the return of shows would not last at all. Now the circuit is dead way into 2021 and i guess it will even take up to 2022 to give us back international touring. Damn.

On the book front i had the feeling that did read less but as it turns out i did read exactly the same number of books, though slightly more pages with an average of 89 pages a calendar day.

# of books# of pages
Crime5821.299
Music51.920
History41.488
Scifi00

What did i read most? Sure crime! 14 books came from Polar Verlag, still by far the most exiting edition of crime books around. On 2nd place Suhrkamp, with 7 books from the capable Hands of Thomas Wörtche. Other cool editions are Ariadne, Ars Vivendi and Atrium Verlag – by coincidence a triple A.

Best read 2020? That is spread but almost all female:

Outstanding was Valentine Imhof – Aus Lauter Zorn (Polar Verlag, 2020), the best combination of music, violence and tattoos. In a crime setting. With a female main character. Just eye and brain cinema pleasing.

2nd best and only by a short margin was Melissa Scrivner Love – Capitana (Suhrkamp Nova, 2020) with her 2nd book on lovely Lola Vasquez.

On 3rd i would place all the Canada stuff (Dietrich Kalteis – Shootout (Suhrkamp, 2018), Ron Corbett – Preisgegeben (Polar Verlag, 2020), Scott Thornley – Der Gute Cop (Suhrkamp, 2020) and Mike Knowles – Tin Men (Polar Verlag, 2020)) that surprised me so much in 2020 as a crime location.

Biggest pain? My all time favorite James Ellroy making it a pain to read 959 pages of … whatever.

Best music read was Debbie Harry – Face It (Dey St., 2019) for being totally honest with herself. And surprising me with details i had no clue about.

Best record of 2020? X, with a surprise new record.

X – Alphabetland (Fat Possum Records, 2020)

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.495

Alf Burchardt, Bernd Jonkmans – Hamburg Calling (Junius Verlag, 2020)

Gelesen: 18.12.2020, netto 141 Seiten

Viele haben über die Jahre darüber geredet, einige haben im kleinen Rahmen sogar damit angefangen Sachen für sowas zusammengetragen – ein Buch ist nie daraus geworden. Das blieb also mehr oder weniger den Profis überlassen:

Mein Freund Alf ist gelernter Journalist, gaaaaanz früher bei Sounds, dann bei Szene Hamburg, dann im Radio und später ganz viele Jahre bei einem großen Magazin. Sein Kumpel Bernd ist Fotograf und hat bereits Musikafine Bücher rausgebracht.

Alf ist gerade in Rente gegangen und hatte damit sowohl Zeit als auch Ehrgeiz und Erfahrung sowas auf die Beine zu stellen. Und Kontakte. Vor allem zu Sabine Schwabroh, die er noch aus Sounds Tagen kannte und die auf einem echten Bilderschatz sitzt (der hoffentlich irgendwann einer Stiftung zu Kuratierung übergeben wird).

Der Untertitel trifft es: Punk, Underground & Avandtgarde 1977 – 1985 in Hamburg. Chronologisch und bildgewaltig geht von den Anfängen des Punk bis zum Ende der ersten zwei Generationen – und dem Ende von dem was Underground war und durch z.B. NDW in das helle Licht der Industrie gezerrt wurde (durchgekaut und ausgespuckt).

Video kills the radio star … ((c) 2020 NDR)

Die Bilder stehen im Vordergrund, dazu kurze O-Töne via Interviews mit Protagonisten: Alfred Hilsberg (1977 – Zick Zack), Jaeki Eldorado (1978 – Aus Lauter Liebe), Eugen Honold und Mike Stanger (1979 – Pretty Vacant, Buttocks, Krawall 2000), Klaus Maeck (1979 – Rip Off), Frank Z (1980 – Abwärts), Andreas Dorau (1981 – selbst), Timo Blunk (1981 – Palais Schaumburg), Anja Huwe (1981 – X-Mal Deutschland), Michael Ruff (1982 – Geisterfahrer), Mona Mur (1982 – selbst), Clemens Grün (1983 – Kir), Clemens Gertler (1983 – Subito). Christian Henjes (1984 – The Beauty Contest), Shorsch Kamerun (1985 – Die Goldenen Zitronen).

Die Interview sind einfach (fast altbacken) und geben mir als Insider kaum Neuheiten – aber ich bin sicher nicht das Maß der Dinge. Dazu werden die bevorzugten Örtlichkeiten verortet (große Erinnerungen an das Subito und an das Versuchsfeld) und ausgesuchte Platten danebengestellt.

Leider kommt mein wildestes Konzert ever mit nur einem Bild zu kurz: Die Haut, Lydia Lunch und Birthday Party im Versuchsfeld:

26.06.1982

Das war das erste Mal wo mir bewusst wurde was eine mit Alkohol und Drogen bis zum Anschlag vollgeballerte Crew auf der Bühne loslassen kann – der absolute Hammer. Wir hatten keine Ahnung was uns da treffen wird und wir bekamen eine derartige Breitseite. Mitten in die Fresse rein.

Das Plakat hatte mit „This is the last day of the rest of your life“ nicht unrecht, der Abend hat meine Abstinenz bei Drogen (außer Alk) nur bestätigt.

Alles in allem ein tolles Buch für die Erinnerung, denn alles was hier vorkommt habe ich miterlebt: Erst kam der Punk, dann erweiterte sich das Spektrum auf „Neue Musik“ und dann ist die Szene zerfasert: Ich bin bei US H/C und Oi! abgebogen und heute wohl Teil der von Campino im Vorwort benannten Hamburger Oldschool-Szene – andere sind andere Wege gegangen.

Was fehlt ist all das was Abseits der Musik passierte: Politische Zusammenhänge, Polizeigewalt gegen jugendliche Punker und DIY Punk im weitesten Sinne: Die Szene abseits der Markthalle. Die Szene der Fanzines (die leider nur graphisch vertreten ist). Wie ein harter Kritiker bemerkte „… die durch und durch bürgerliche Sicht auf Punk etc“ – wo er Recht hat hat er Recht. Aber das ist für mich auch nicht schlimm, war es doch zuerst die Musik die mich anzog und immer noch – neben den Freunden und Konzertbegleitern – begeistert.

Jetzt fehlt nur noch ein Filmemacher, der „Hamburg Hardcore“ als Antwort auf American Hardcore hinbekommt.

nb: Die erste Auflage ist fast ausverkauft, eine zweite (incl. kleiner Fehlerkorrekturen) könnte es sogar auch noch geben. Ich wäre für eine erweiterte Ausgabe mit deutschem und englischem Text.

Soundtrack dazu: Fettes Brot – Hamburg Calling, was sonst?

PS: Book Collectors Are Pretentious Arseholes – ich habe ein Exemplar mit persönlicher Widmung …

Danke Alf!

PPS: Responsible Disclosure – ich hab für das Buch gespendet, im Buch sind Dinge aus meinem Archiv abgebildet und Alf (mit dem ich seit fast 40 Jahren Konzerte und Fußballspiele besuche) hat für das Buch auch mit mir gesprochen (und mit anderen, die wie ich rund um ihn am Millerntor sitzen).

Und zusätzlich zwei Konzerte bei denen ich war und die genau hier hin passen:

1980:

1981: