Bücher, schnell gelesen: Teil 1.318

Candice Fox - Crimson Lake (Suhrkamp, 2017)
Candice Fox – Crimson Lake (Suhrkamp, 2017)

Gelesen: 18. – 19.04.2018, netto 374 Seiten

Von Candice Fox habe ich die „Hades“ Trilogy noch vor mir – da dachte ich fang mal mit ihrem neuesten Buch an.

Das Setting ist cool: Ein Polizist wird verdächtigt ein kleines Mädchen missbraucht zu haben und verliert darüber Job, Familie und alles was er hat. Angeklagt wird er nicht aber die Öffentlichkeit hat ihn bereits verurteilt.

Er flieht von Sydney in das tropische Australien und zergeht in Selbstmitleid. Dann bringt ihn sein Anwalt mit einer lokalen Privatdetektivin zusammen und er hat einen neuen Job. Problem: Sie ist eine verurteilte Mörderin, die ihre Jahre abgesessen hat.

Das Buch ist irgendwie komisch: Alles was mit dem ex-Cop Ted Conkaffey zu tun hat ist mit viel Liebe, Detail und spannend erzählt. Alles andere ist irgendwie beiläufig, inklusive der Aufklärung des Falles der seine Partnerin hinter Gitter brachte. Die ist – surprise surprise – natürlich auch unschuldig (so wie Ted).

Zumindest hat sich mein Wissen um die rückstandsfreie Beseitigung von Leichen jetzt erweitert: Aus einem Salzwasserkrokodil kommt nichts mehr raus außer jeden Menge dünnflüssiger Krokodilscheisse. Die verdauen eigentlich alles.

Ach ja, was gar nicht passt: Der Vermisstenfall. Homophobie, Vampirpornos und Internet-Stalking. Völlig überladen. Wenn die Nebenfiguren in der Qualität wie die Hauptfigur erzählt worden wären dann wäre es großes Kino. So ist das irgendwie nicht der große Wurf.

Mal gucken wann ich mir die Trilogy antue, sie liegt hier schon rum.

Soundtrack dazu: Beasts of Bourbon – The Hate Inside, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.317

Graham Norton - Ein irischer Dorfpolizist (Kindler, 2017)
Graham Norton – Ein irischer Dorfpolizist (Kindler, 2017)

Gelesen: 18.04.2018, netto 322 Seiten

Nach Hardboiled, Troubles und Bad Cops ein weiterer irischer Krimi … mmhhh, neee. Eigentlich ist das mehr so ein Buch das zufällig einen Polizisten als Hauptfigur hat und in dem zufällig die Knochen eines schon lange Toten gefunden werden.

Zu viele Zufälle? Yup, und das macht aus dem Buch dann doch eine kleine und feine Detektivgeschichte vor ganz viel Land und Leute als Hintergrund. Das Land ist tief im Süden von Irland und die Leute sind einfache Leute. Geprägt durch das irische Landleben.

Und in die Ordnung brechen die Knochen und damit hat der Dorfpolizist – im wahrsten Sinne des Wortes der letzte seiner Art – eine Aufgabe. Ein büschen zu groß für Sergeant PJ Collins aber durch seine zurückhaltenden und herzliche Art kommt er am Ende auf die Lösung. OK, nicht nur dadurch sondern auch seine Sehnsucht nach Liebe macht ihm die Türen auf.

Ein Krimi? Ja. Ein Buch über die Liebe? Ja. Ausreichend blutig? Nö. Ausreichend fies? Nein, aber wie hart und gemein das Leben früher dort war klingt schon durch. Ich denke mal ein guter Reisekrimi, nicht mehr. Aber kurzweilig.

Der Autor – ein berühmter BCC Host – fasst das so zusammen:

Soundtrack dazu: The Blades – Real Emotion, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.316

Adrian McKinty - Dirty Cops (Suhrkamp Nova, 2018)
Adrian McKinty – Dirty Cops (Suhrkamp Nova, 2018)

Gelesen: 16. – 17.04.2018, netto 383 Seiten

Da ich zur Zeit in den Dünen lese bleib ich einfach in Irland bzw. Nordirland. Und nach einem Buch in dem die Cops böse sind passt daher „Dirty Cops“ – das im englischen einfach noch viel besser „Police at the Station and They Dont Look Friendly“ (nach einem Tom Waits Song) heißt.

Und diesmal hat Sean Duffy ein echtes Problem: Zum einen ein Mord der so gar nicht passt und zum anderen seine Freundin und die gemeinsame Tochter, die weder nach Carrickfergus noch zu Duffy passen (und doch seine große Liebe sind).

Und weil Duffy einfach nicht locker lassen kann und er es als seinen Job sieht den Mord aufzuklären … wird er und seine Familie zur Zielscheibe. Und zwar zu einer Zielscheibe von ganz oben. Und damit ist die Botschaft „Rette sich wer kann“ – Duffy, sein Team und seine kleine Familie. Doch Duffy wäre nicht Duffy wenn er nicht a) dem Tod von der Schippe springen würde und b) nicht doch den kleinen Punkt der Wahrheit findet der dann ein großes Finale heraufbeschwört.

Ganz ganze ganz großes Kino und einfach das Beste über die die Zeit der Troubles. Besser geht ein im echten Leben verwurzelter Polizeikrimi nicht. Punkt.

Soundtrack dazu: Ausnahmsweise mal vom Autor ausgewählt … Tom Waits – Cold Water, was sonst?