Bücher, schnell gelesen: Teil 1.434

Anthony J. Quinn - Gestrandet (Polar Verlag, 2019)
Anthony J. Quinn – Gestrandet (Polar Verlag, 2019)

Gelesen: 22. – 24.01.2020, netto 313 Seiten.

Ein weiteres wunderbares Buch aus dem Polar Verlag, ein weiterer wunderbarer Krimi an der Grenzlinie der Republic of Ireland zu Northern Ireland. Und wie die Sean Duffy Reihe mit einem etwas anderen Cop.

Celsius Daley ist durch, am Ende, allein und irgendwie nicht wirklich ein Team-Player. Aber er verbeißt sich in die Leiche eines Garda Síochána Detective, der im Loch Neagh treibt.

Und kommt vom kleinen ins große, von den kleinen Gangstern zu den großen Gewinnern aus alten IRA Tagen, die heute mit Schmuggel Millionen verdienen. Und doch wieder zu den kleinen Dingen im kleinen Grenzverkehr. Auch zwischen der PSNI und der Garda.

Ein extrem vielschichtiges und spannendes Buch, in dem der arme Celsius Daley weit außerhalb seiner – ehr schmalen – Komfortzone ermitteln muss. Und voller wunderbarer Beschreibungen der Landschaft, die so wunderbar mit dem vorherrschenden Thema Verrat verheiratet wird.

Troubles? Yes Sire, loads of Troubles!

Soundtrack dazu: The Doubt – Contrast Disorder, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.431

Gelesen: 01. – 08.01.2020, netto 405 Seiten.

Das ist das 15te Buch aus einer in Norwegen ziemlich berühmten Reihe um den Privatdetektiv Varg Veum. Gibt es auch als Serie für den geneigten Binge-Watcher.

Das ganze ist sehr nordisch (langsam, behäbig, viel Landschaft, viele kleine Zirkel von Menschen) und ein so gar nicht typischer norwegischer Krimi. 

Es ist sowohl eine Rückblende auf das Leben von Varg vor seiner Zeit als Privatdetektiv als auch eine Verzahnung mit heute. Vorher war er Sozialarbeiter und hatte mehr als einmal mit Jon Egil zu tun. Immer gab es dabei Tote. Jetzt ist Jon Egil aus dem Knast entlassen und sinnt angeblich auf Rache, u.a. auch an Varg.

Viele Rückblenden, ganz viel Norwegen in den 70ern und 80ern und ganz viel Norwegen hinten am Arsch der Welt, ganz am Ende des Fjordes. Wo die Uhren definitiv anders gehen als in der großen Stadt.

Kein klassisches „Finde den Mörder“ Spiel sondern ehr eine ziemlich breit angelegte Sozialstudie. Drogen, Alkohol, Kindesmißbrauch und noch mehr in einer eigentlich als Wohlstandsgesellschaft angelegten Umgebung.

Der Flow ist entsprechend langsam, tief und verliebt in Details. Und das passt perfekt. Als allein stehendes Buch mit einem für mich perfektem Ende (das hier aber garantiert ein Cliffhänger ist).

Soundtrack dazu: The Abusers – Death Wish, was sonst?

PS: Das Umschlagfoto passt perfekt, das Filmposter ist viel zu sehr auf den norwegischen Hauptdarsteller abgestellt…

Varg Veum - Dødens drabanter  (2011)
Varg Veum – Dødens drabanter (2011)

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.428

Estelle Surbranche - Nimm mich mit ins Paradies (Polar Verlag, 2019)
Estelle Surbranche – Nimm mich mit ins Paradies (Polar Verlag, 2019)

Gelesen: 13. – 18.12.2019, netto 316 Seiten.

Zwei Jahre ist es her, das ich den ersten Krimi von Estelle Surbranche („So kam die Nacht„) gelesen habe. Zwei Jahre habe ich auf den Nachfolger gewartet. Voller Spannung, den die Story über den Schneefall an der Küste war großartig.

Auch diesmal geht es um Sucht, aber anders. Capitaine Levasseur ist aus Biarritz geflüchtet und versucht in Toulouse einen Neustart. Die Begegnung mit der Killerin der Drogenmafia hängt aber noch schwer an ihr. Dennoch wirst sie sich in eine Serie von Selbstmorden junger Frauen…

… und geht sowas von unter. Die Süchte, die Surbranche in diesem Buch seziert sind die Sucht nach Liebe, die Sucht nach Anerkennung und die Sucht nach Rache. Das ganze als Dreieck und einem schwarzen Loch in der Mitte. 

Und dieses schwarze Loch zieht sowohl die Kommissarin, als auch die Killerin und den Rest der Spielfiguren aufeinander zu. 3 Geschichten verschmelzen zu einer und am Ende implodiert das ganze. Wow – echt cool gemacht.

Dazu noch eine Überraschung (auch Polizisten können rachsüchtige Killer sein) und eine Kommissarin die am Ende keine mehr ist.

Schöner Schlusssatz:

Zum ersten Mal in ihrem Leben fragte sie sich nicht, was ihr nächste Ziel war. Es interessierte sie nicht. Sie fand ihr Glück im Alltag, in jedem einzelnen Moment.

Kaufen!

Soundtrack dazu: Youth Avoiders – On The Run, was sonst?

PS: Warum ich Estelle Surbranche liebe – WE ARE ALL A MINOR THREAT!

Estelle Surbranche ( (c) Polar Verlag 2019)
Estelle Surbranche ( (c) Polar Verlag 2019)