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Cédric Fabre – Ein Kurzer Moment (Polar Verlag, 2022)

Gelesen: 01. – 07.11.2022 (netto 270 Seiten)

Übersetzt von: Beate Braumann und Jutta Nickel

Marseille scheint ein ganz besonderer Ort zu sein. Selbst deutsche Krimi-Autoren lassen da ihre Helden brillieren, für die französische Krimi-Welt ist ein Ort, wo Jean-Claude Izzo eine großartige Trilogie erschaffen hat.

Über die Marseille Trilogie von Izzo schrieb jemand “...dass das Spiel nach Regeln gespielt wird, die mit Ehre nichts zu tun haben. Von Leuten, denen genauso egal ist, ob einer Polizist ist oder Verbrecher.“.

Cédric Fabre sieht das ähnlich:

( (c) Polar Verlag, 2022)

Das ist ein guter Kontext für dieses Buch, das sicherlich hard-boiled ist – aber weniger Krimi. Aber trotzdem voller Energie, voller Straftaten und voller Menschen, die von anderen Menschen enttäuscht bzw. getäuscht werden.

Als Einstieg gibt es einen Terroranschlag am Strand mit einem detaillierten Blick auf die letzten Atemzüge von Olivia. Gefolgt von einer aufwendigen Schilderung einer knochenbrechenden Massenschlägerei, die mit einem humorvollem Satz endet: “Der Typ, der die Prügelei erfunden hat, und der Typ, der die Knochen erfunden hat, die beiden müssen zusammen gesoffen und viel gelacht haben, anders kann es nicht sein

Willkommen Grégoire Lang, ex-Kriegsfotograf und ex-Freund von Oliva. Und wohl mehr oder weniger der Autor selbst. Er hat keinen Bock mehr auf Krieg, hat genug Geld mit Fotos von Gewalt und Elend verdient und hängt immer noch Olivia nach.

Die Geschichte hat zwar einen roten Faden, ist aber im Grunde so durcheinander wie der Held selbst, der zwar versucht Gutes zu tun aber auch spürt das um ihn herum auch schlechtes Unterwegs ist.

Lustig, gewalttätig und ohne viel Hoffnung. Ziemlich genau die Stimmung von 2016 in Frankreich, auf der Straße.

Ziemlich gute Literatur, wenn der Leser sich darauf einlässt.

Soundtrack dazu: The Sobers – Darkest Times Are Yet To Come, was sonst?

PS: Cedric scheint aus einer coolen Szene zu kommen

( (c) Polar Verlag 2022)

PPS: Und wenn ein Autor direkt eine Playlist mitgibt, dann ist er schon mal per se cool…

( (c) Polar Verlag, 2022)

PPPS: O-Ton?

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