Bücher, schnell gelesen: Teil 1.500

John Harvey – Unter Tage (Ars Vivendi, 2016)

Gelesen: 04. – 08.01.2021, netto 296 Seiten

Ein ganz klassischer, ein ganz solider Polizei Krimi aus England. John Harvey beendet mit diesem Buch seine Charlie Resnick Reihe, die in Deutschland bei DTV mehr oder weniger komplett erschienen ist.

Unter Tage“ schlägt einen Bogen zurück in eine dunkle Zeit in GB – 1984, Thatcher und der Streik der Kohlearbeiter. David Peace hat das in GB84 ja schon meisterlich in einen Krimi gegossen. John Harvey spinnt das ganze von der anderen Seite auf:

Heute wird eine Leiche gefunden, die als eine Frau die aktiv im Streik 1984 dabei war identifiziert wird und die seit 1984 als vermisst gilt. Charlie Resnick ist als Detective Inspector bereits im Ruhestand, hilft aber immer noch bei der Polizei aus. Da er aber 1984 für die Polizei direkt vor Ort die Streikszene überwacht hat wird er der eigentlichen Ermittlerin (jung, schwarz, ehrgeizig) zur Seite gestellt.

Ein spannendes Setting, vor allem mit einem DI der in Rente ist und bei einem 30 Jahre alten Fall nochmal ran soll. Vor allem weil die meisten Spuren sehr kalt sind. Weil der Fall eine politische Dimension hat.

Harvey bekommt die Zeitsprünge im Buch gut hin, nimmt die Ermittler mit auf falsche Fährten und lässt auch den erfahrenen Krimileser lange im unklaren. Als der Fall dann gelöst wird, passiert das auf eine herrlich unaufgeregt Weise.

Schönes Buch, nichts besonderes aber mit einem schönen Blick auf eine dunkle Zeit in Großbritannien. Voller Gewalt. Von allen Beteiligten. Mit einem ordentlichen Schuss Kritik an der Polizei. Und das ist sowohl spannend als auch lehrreich.

Soundtrack dazu: The Newtown Neurotics – Take Strike Action, was sonst?

Backdrop:

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