Tag: Polar Verlag

  • Bücher, schnell gelesen: 1.748

    Bücher, schnell gelesen: 1.748

    Steph Post – Durchs Feuer Gehen (Polar Verlag, 2024)

    Gelesen: 27. – 29.12.2024 (netto 368 Seiten)

    Aus dem Amerikanischen von Kathrin Bielfeld.

    Das Buch ist ein echter Hammer. Es knüpft nahtlos an Lightwood an und das Buch hat mich 2022 schon ziemlich mitgerissen.

    Judah Cannon und seine Freundin Ramey haben den Showdown zwischen Judahs Vater (dem lokalen Gangsterboss), der gnadenlosen Predigerin Tulah und den Bikern der Scorpions überlebt.

    Und die ehr nachlässigen Untersuchungen der Polizei überstanden. Und Judah hat die Gang von seinem Vater übernommen und versucht irgendwie die kleine Firma (aka Firm in englischer Bedeutung) gewinnbringend zu erhalten. Und mit Ramey einen Ausweg zu finden.

    Da aber bei dem Showdown viel Geld den Bach runtergegangen ist (das die Predigerin dringend braucht) und die Scorpions zum Teil im Knast gelandet sind bleibt die Familie Cannon im Fadenkreuz.

    Und zur Kirche und den Bikern gesellt sich dann noch ein etwas größerer Gangster: Weaver will sowohl die lokalen Märkte übernehmen als auch seinen persönlichen Groll gegen die Familie Cannon loswerden. Indem er sie alle killt.

    Und, eine ziemliche Überraschung, es mischt auch eine Bundesbehörde mit: Die ATF (Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives) untersucht ob das Feuer in der Kirche (ausgelöst durch besagten Showdown) ein Hassverbrechen war.

    Insofern ist anders als im ersten Band diesmal ein Ermittler mit am Start. Und obwohl er von allen Seiten ausgebremst wird, ermittelt er in die richtige Richtung. Und stirbt am Ende durch Zufall, ohne das seine Ermittlungen etwas bewirken.

    Im Grunde kämpfen alle ohne Regeln ums überleben, Judah zusätzlich noch um die Zukunft: Für sich und Ramey und für seinen im ersten Buch arg lädierten Bruder Benji.

    Wie im ersten Band dieser Trilogie:

    Ein Buch voller archaischer Konflikte, Blutrache und einfachen – meist männlichen – Lösungen: Kopf um Kopf.

    Jetzt bin ich wie ein Flitzebogen gespannt auf das 3te Buch der Reihe. Her damit!

    Soundtrack dazu: The Graniteers – Firewalk, was sonst?

    PS: Und darum geht es wirklich!

  • Bücher, schnell gelesen: 1.745

    Bücher, schnell gelesen: 1.745

    Alan Parks – Die April-Toten (Polar Verlag, 2024)

    Gelesen: 13. – 20.12.2024 (netto 426 Seiten plus ein kurzes Nachwort von Doug Johnstone)

    Aus dem Englischen von der wunderbaren Conny Lösch (ein Qualitätsmerkmal). 

    Ich hatte mich schon länger gewundert warum bei Heyne Hardcore nicht schon längst der “April” Roman von Alan Parks rausgekommen ist.

    Und, Überraschung, der Grund ist geradezu wunderbar: Alan Parks erscheint offensichtlich jetzt beim Polar Verlag!

    Und weiterhin dabei die wunderbare Conny Lösch als Übersetzerin. Cool. Coolomat!

    Der vierte Fall von Harry McCoy spielt 1974, genauer vom 12.04.1974 bis zum 22.04.1974. 10 Tage und das ergibt ein extem hohes Tempo. Einen extrem hohen Druck auf McCoy seinen Fall resp. seine Fälle zu lösen.

    Da ist zum einen sein Gangster Kumpel Cooper, den er aus dem Knast abholen will. Dann der Amerikaner Steward, der seinen Sohn – US Navy, stationiert in der Nähe von Glasgow – sucht und dann sind da Bomben, Tote und … die IRA. Und die Special Branch.

    Und mittendrin McCoy mit seinem jungen Kollegen Wattie. Und ganz viel Druck von oben.

    Und natürlich laufen irgendwie die verschiedenen Fäden zusammen, McCoy muss Cooper helfen, die Bomben sind nicht von der IRA und der verschwundene Amerikaner … ist die ärmste Sau.

    McCoy hat ja eine persönliche Historie, die mit dem berufsbedingten Konflikt zwischen Polizisten und Kriminellen kollidiert, und das bedeutet, dass McCoy eigentlich immer in einer Grauzonen wandelt.

    McCoy fühlt sich ganz offensichtlich auch wohl dabei und mit der Art von Gerechtigkeit, die der Rache nahe kommt. Er ist alles andere als ein angepasster Bulle. Ein typischer Macho-Typ der 1970er bleibt er trotzdem.

    Das Buch ist temporeich, das Setting mit einem liebevollen Blick auf das abgewarzte Glasgow der 1970er umgesetzt, mit sympathischen Charakteren und einer absolut spannenden Handlung.

    Es ist eine originelle Interpretation eines Polizeikrimis und ein weiteres feines Stück Tartan Noir.

    Mai (“May God Forgive“) und Juni (“To Die In June“) sind schon erschienen, auf geht’s Conny, auf geht’s Polar Verlag!

    Einfach eine saucoole Serie!

    Soundtrack dazu: The Adverts – Bombsite Boy, was sonst?

    PS: Und Alan Parks so?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.727

    Bücher, schnell gelesen: 1.727

    Wayne Johnson – Das Rote Kanu (Polar Verlag, 2024)

    Gelesen:02. – 03.09.2024 (netto 377 Seiten)

    Aus dem Amerikanischen von Karen Witthuhn.

    Buck besuchte vor über vierzig Jahren ein katholisches Internat außerhalb des Reservats. Dort hieß er Michael Fineday, aber sein Ojibwe-Name ist Miskwa’doden (Rotwild). Er verdient seinen Lebensunterhalt als Zimmermann und Bootsbauer in der Nähe des Shakopee Sioux Reservats.

    Doch als seine Frau Naomi ihm die Scheidungspapiere aushändigt, denkt Buck über Selbstmord nach. Es ist nur Zufall, das ihn zwei Streuner davon abhalten: Ein wilde Katze und ein wildes junges Mädchen.

    Das Mädchen ist Lucy, ihr Ojibwa-Name ist Gage’binch (Ewiger Vogel). Sie ist klug, gut in der Schule und hat dort drei enge Freunde, aber wenn ihr Vater, ein Polizist, bei der Arbeit ist, vergewaltigen seine Polizistenfreunde sie abwechselnd. Und drohen ihr das sie sich um ihren Vater “kümmern” würden, wenn sie etwas sagt.

    Wie Buck ist auch Lucy auf dem Weg nach unten – eine downward spiral. Aber als sie Buck entdeckt, fühlt sie sofort das er einer ist. der sich kümmert. Buck ist vorsichtig, denn Lucy ist genauso wild wie die Katze und hat von Natur aus Angst vor fremden Männern.

    Und da spielt auch der Grund mit, warum Bucks Frau ihn verlässt: Sie ist es leid das Buck ein Heiliger ist. Einer, der nie nachgibt und immer jeden retten muss. Und Lucy ist Buck‘ neuestes Rettungsprojekt.

    Aber Buck ist ein ungewöhnlicher Retter (mit ungewöhnlichen, militärischen, Fähigkeiten). Er bringt Lucy bei, ein Kanu zu bauen, und plant dann, dieses Kanu zu benutzen, um ihr zu helfen, sich zu rächen.

    Die beiden haben dabei ein paar schlaue Verbündete in zwei von Lucys Freunden: Ryan, einem chinesischen Einwanderer, und Booker, einem jungen Schwarzen, der versucht, Lucy zu beschützen, weil er weiß, dass sie von der Polizei sexuell missbraucht wurde. Dann ist da noch Ryans Mutter, eine Frau, die in China mehr gesehen hat, als irgendjemand sehen sollte.

    Und was im ersten Teil ein vorsichtiges Buch ist, das nie ausspricht was böses passiert oder passiert sein könnte, wird im zweiten Teil ein feuriger Revenge-Slasher. Auch dank Mrs. Chen, Ryans Mutter.

    ( (c) Polar Verlag 2024)

    Das Buch ist düster und melancholisch. Manchmal deprimierend. Oft Brutal. Wayne Johnson zeigt die „Zerbrochenheit“ seiner Charaktere mit großer Empathie und ohne Sentimentalität.

    Aber seien wir ehrlich: So viele indigene Völker haben null Hoffnung oder null Chance. Und die Weißen behandeln sie nicht immer freundlich. Und das ist ein Euphemismus.

    Und deswegen müssen Lucy, Buck und der Rest es auch mit der Rache übertreiben!

    Wenn es eine gerechte Welt geben würde, dann wäre dieses Buch ein Pflichtbuch in Schulen für 13-15 Jährige. Auch wenn es voller Blut und Rache ist.

    Eine perfekte Mischung aus The Equalizer und Ron Corbett. Härter als die Bücher von Frauke Buchholz und die Polizei, tja, auf die kann niemand hoffen.

    Einfach klasse! Bitte mehr, der Autor hat noch mehr auf Lager!

    Soundtrack dazu: All Systems Go – Sweet Revenge, was sonst?

    PS: Und Wayne Johnson so?