Tag: Frauke Buchholz

  • Bücher, schnell gelesen: 1.829

    Bücher, schnell gelesen: 1.829

    Frauke Buchholz – Endzeit (Pendragon, 2026)

    Gelesen: 12. – 14.04.2026 (netto 312 Seiten)

    Der vierte Teil der Serie um Profiler Ted Garner. Schließt direkt an den 3ten Teil an und startet mit einem Big Bang:

    Skalpjagd endet am 03.10., Endzeit startet am 04.10. und geht nahtos weiter. Nur um auf Seite 35 quasi zu enden. Ted ist mit Sophie LeRoux, seiner quasi heimlichen Flamme und potentieller Fremdgehfehler in spe, essen und vor seinen Augen wird sie abgeknallt. Und später, im Hotelzimmer, findet er einen freundlichen Gruß der Mafia (der er zu sehr auf die Füsse getreten ist):

    Bon Voyage, Monsieur Garner.

    Das Buch spult dann 2 Jahre vor, Ted hat den Polizeidienst quittiert und sich als Paartherapeut selbstständig gemacht. Keine Gefahr mehr für sich, keine Gefahren mehr für seine Frau und die Kinder. Mental ist er ehr ein tablettenabhängiges Wrack, zynisch und … irgendwie gebrochen.

    Sein alter Chef bei der RCMP kommt bei ihm vorbei und bittet um Hilfe in einem Fall. Ted ist geschmeichelt und interessiert. Seiner Frau muss er ja nichts erzählen, das sind nur ein paar Stunden Arbeit.

    Pustekuchen!

    Aus einem brutalem Mord (Ehefrau und 2 Kinder mit einer Axt abgeschlachtet, Ehemann und das 3te Kind verschwunden) wird natürlich ein echter Fall, aus Hilfe wird echte Arbeit und volles Risiko für Ted.

    Der stümpert ehr durch den Fall, lebt seine Vorurteile gegen die Indigenen aus und bringt sich mit übersteigertem Ehrgeiz ehr in Gefahr.

    Aus dem Mord wird eine Entführung und aus der Entführung wird ein Showdown weit draußen im Nirgendwo. Das Ted nur dank Indigener Hilfe überlebt. Nicht ohne vorher seine Retter einmal schön durch den Vorurteilskakao gezogen zu haben.

    Irgendwie cool wie Frauke Buchholz aus einem professionellem Profiler im Polizeidienst einen uncoolen, voller Vorurteilen steckenden und in Sachen Motiv immer wieder falsch liegenden Anti-Helden macht.

    Ich hab mir am Ende fast gewünscht das nur das verschollene Kind ein Happy End bekommt, Ted kann ruhig draufgehen.

    Wie alle Bücher der Serie von ganz großer Tiefe durchzogen wenn es um die Indigene Bevölkerung, ihre Bräuche und ihre Natur resp. ihr Land geht.

    Die Lösung aber, die hat ein kluger Krimileser eigentlich schnell im Blick. Ted dagegen nicht. Auch ein spannender Plot im Plot.

    Ich bin jetzt ziemlich gespannt wie das in einem nächsten Band weitergehen kann. Eigentlich müsste Ted zuhause rausfliegen und als Polizist bei der RCMP in der Pampa Dienst tun. Und scheitern.

    Alkohol, Tabletten.

    Rettung? Muss in einer Schwitzhütte erfolgen!

    Soundtrack dazu: D.O.A. – Time Of Illusion, was sonst?

    PS: Der Showdown ist auf dem Great Slave Lake…

  • Bücher, schnell gelesen: 1.708

    Bücher, schnell gelesen: 1.708

    Frauke Buchholz – Blutrodeo (Pendragon, 2024)

    Gelesen: 23. – 25.05.2024 (netto 253 Seiten)

    Durch mein #reihenversagen in der Reihenfolge 3, 1 und jetzt 2 gelesen, das tut aber letztendlich dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

    Setting ist diesmal in Alberta, Kanada, und damit untrennbar verbunden der Umwelt-, Natur- und Indigenenzerstörende Ölsandabbau der Ölkonzerne.

    Ted Garner wird als Profiler hinzugerufen, als die lokale Polizei feststellt das es kein Zufall sein kann, das zwei todkranken alten Männern die Kehle durchgeschnitten wurde.

    Zusammen mit Samantha Stern, der jüngsten Chief Superintendent der Royal Canadian Police von Alberta, macht sich Garner an die Arbeit. Und perfektioniert erneut sein Ego-Macho-Gehabe. In Samantha findet der allerdings jemanden, der viel härter als er selbst ist. Sie stammt aus Israel, hat dort in der Armee gedient. Sie kann mehr ab als Ted.

    Beide suchen sowohl zusammen, als auch einzeln, nach dem Faden der beide Morde verbindet. Und der scheint im Ölgeschäft zu liegen, denn die beiden Toten haben dort gearbeitet und sind dort auch totkrank geworden. Und haben die Ölgesellschaften verklagt.

    Beide Ermittler gleiten aber auch ab, Samantha weil sie ungewollt Schwanger ist, Ted weil er seinen Vater trifft (der beinharte US Army Veteran entpuppt sich als Herzkrank).

    Frauke Buchholz beschreibt eindringlich wie schlimm der Ölsandabbau die Landschaft und die Menschen ruiniert (und Profite für die Ölgesellschaften und den Staat bring) und legt damit eine fette Fährte.

    Und diese wird clever über verschiedene Erzähler und Zeitebenen gesponnen.

    Die Richtung stimmt auch, allerdings entpuppt sich das “Who” und “Why” dann doch als handfeste Überraschung. Und die Alleingänge von Ted kosten beinahe seinem Vater und ihm selbst das Leben.

    Aber Samantha rettet beide. Weil sie stärker ist.

    Also wenn Band 4 kommt, den nehme ich auch.

    Soundtrack dazu: SNFU – Charlie Still Smirks, was sonst?

    PS: Und Oil Sands so?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.707

    Bücher, schnell gelesen: 1.707

    Frauke Buchholz – Frostmond (Pendragon, 2021)

    Gelesen: 19. – 22.05.2024 (netto 278 Seiten)

    Anfang April bin ich in den 3ten Band der Reihe quasi reingestolpert, daher musste ich zügig das Reihenfolgeversagen korrigieren.

    Wie auch in Skalpjagd ist die große Stärke von Frauke Buchholz das erzählen aus mehren Perspektiven:

    Chogan Maskisin, Cree und Cousin des toten Cree Mädchens das die ganze Chose ins Rollen bringt. Und der Polizei immer einen Schritt voraus.

    Jean-Baptiste LeRoux, lokaler Polizist in Montreal, ist nahe an den Leichen aber zu sehr damit beschäftigt seinen Job und seine Ehe im Klo runterzuspülen.

    Und der “Held” Ted Garner, arroganter RCMP Profiler, der kein Wort Französisch spricht aber mit der lokalen Polizei (die eben Französisch spricht) zusammenarbeiten soll.

    Sowohl der Chef von JB als auch Ted erkennen, das es ein Serienkillermuster gibt: Jeanette Maskisn, 15, war nicht das einzige Opfer.

    Aber: Junge indigene Mädchen, die auf der Suche nach der großen Welt die Reservate verlassen und unter die Räder kommen, interessieren niemanden. Indianer, die eh nur saufen und Drogen nehmen, gehören ins Reservat.

    Und alle drei Blickwinkel zeigen vor allem eines: Die Protagonisten können/wollen eigentlich nicht miteinander reden. Ted versteht JB nicht. JB ist so auf dem Irrweg, das er Ted nicht als Profi wahrnimmt. Und beide verstehen von der indigenen Kultur und dem historischen Ballast, den die Cree mit sich rumschleppen, grad garnichts.

    Und so kommt das Buch – ziemlich geschickt – mehrfach zum Stillstand. Und erst wenn einer sich traut was anders zu machen, dann geht es weiter.

    Am Ende ist es Chogan, der das ganze Zuende bringt. Nach Cree Art. Und ins Reservat verschwindet. Da die Polizei aber einen Täter präsentieren kann, kommt er davon.

    Weniger Serial-Killer Material, sondern ehr Sozialdrama (der kanadische Staat hat schlicht und einfach die Indigenen gefickt und beklaut). Und die kleine Flamme der Liebe zwischen Ted und der Frau von JB … wird zum Glück gekillt. Hätte auch nicht gepasst, den die Story ist einfach dunkel.

    Soundtrack dazu: The Black Halos – A History Of Violence, was sonst?

    PS: Das ganze hat auch einen realen Hintergrund…