Bücher, schnell gelesen: Teil 1.002

Walter Mosley - Rache an Johnny Fry (Berlin Verlag, 2013)
Walter Mosley – Rache an Johnny Fry (Berlin Verlag, 2013)

Gelesen: 28. – 30.08.2013 (Zeit nicht genommen), netto 308 Seiten.

Walter Mosley ist vor allem für seine „Easy Rawlins“ Krimis bekannt, die in LA spielen. Allerdings ist er ein Vielschreiber, der sowohl Handlungsorte als auch die Genres gerne mal austauscht. „Killing Johnny Fry“ (der Originaltitel ist irgendwie passender) ist dabei ein ziemlicher Mischmasch aus Krimi und Porno („Erotica“). Das Buch hätte besser zu Heyne Hardcore oder Rotbuch gepasst – das hätte ich sowas erwartet.

Die Handlung ist einfach und dient als kleine Parabel über das ausbrechen von Cordell (dem Protagonisten) aus einer „normalen“ und „heilen“ Welt. Dabei schmeißt er den Job und die Idee der monogamen Beziehung über Board und lernt Sex, hemmungslosen Sex, kennen und lieben. Das er dabei nicht nur seinen Geist „befreit“ sondern sich auch noch seines Nebenbuhlers (Johnny Fry) auf elegante Art erledigt ist dann wohl das Krimielement. Aber doll ist das nicht. Und die Sexszenen sind dann auch nicht wirklich „Erotica“.

Nö, das kann er als Krimi viel besser. Dennoch akzeptable Unterhaltung.

Soundtrack dazu: The Mentors, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 889

Walter Mosley - Falscher Ort, Falsche Zeit (Suhrkamp, 2011)
Walter Mosley - Falscher Ort, Falsche Zeit (Suhrkamp, 2011)

Gelesen: 30.01. – 04.02.2012 (Zeit nicht genommen), netto 408 Seiten.

Walter Mosley ist mir durch die großartige „Easy Rawlins Serie“ (ein schwarzer Privatdetektiv in LA) bekannt geworden – ich habe diese Zeitgleich mit James Ellroy und seinen großartigen LA-Romanen entdeckt und verschlungen.

Genauso wie Walter Mosley von LA nach NY umgezogen ist (das allerdings bevor er anfing zu schreiben) ist sein Held nun ein Privatermittler mit zwielichtigem Hintergrund: Leonid McGill ist eine ex-Mobster der vor seinen Dämonen fliehen will und dabei versucht nur Gutes zu tun. Das dieses Gute auch beinhaltet schlechten Menschen weh zu tun ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Wie alle Bücher von Walt Mosley ein großartiges Lehrstück über das schwarze Amerika, die Angst des schwarzen Amerikas vor der (in der Regel) weißen Polizei und die Macht der Mächtigen – die eigentlich und im Hintergrund aus ureigensten Motiven die Geschicke der Stadt leiten. Alles schön beiläufig und lakonisch –  eine spannende Story auf der Such nach dem gefallenen Mädchen, dem unschuldigen Engel – der am Ende natürlich gar nicht so rein weiß ist. Dazu die eigenen Familienprobleme, die ständige Kabelei mit der Polizei – eine rundum spannende und flüssige Geschichte.

Magst du Hammet und Chandler magst du auch Mosley! Soundtrack: Bad Brains!