Bücher, schnell gelesen: Teil 1.107

Sam MIllar - True Crime (Atrium Verlag, 2015)
Sam MIllar – True Crime (Atrium Verlag, 2015)

Gelesen: 21. – 25.05.2015, netto 402 Seiten.

„True Crime“ ist ein etwas doofer Titel – im Original ist das als „On the Brinks“ schon ein wenig smarter. Um echte Kriminalität geht es jedoch tatsächlich, wenn auch auf eine sonderbare Weise.

Sam Millar, Schöpfer des großartigen Anti-Helden Karl Kane, ist nämlich kein gelernter Krimiautor. Wie viele Nordiren ist der durch den „Bloody Sunday“ radikalisiert worden und landete als IRA-Aktivist im Hochsicherheitsknast Long Kesh, wo er unter anderem an den Blanket Protests teilnahm.

Nach seiner Freilassung 1984 hat er Nordirland in Richtung US of A verlassen um dort in NYC ein neues (wenn auch nicht ganz so legales) Leben anzufangen. Mit Kumpels kam er dann auf die Idee, die Werttransportfirma Brinks zu berauben, die ein schlecht bewachtes Depot voller Geld ihr eigen nannte. 7,4 Mio$ wechselten den Besitzer ohne viel Mühe und am Ende wurde Sam (natürlich) erwischt. Aufgrund von juristischen Spitzfindigkeiten konnte er nur locker verknackt werden und wurde zurück nach Nordirland abgeschoben, wo er den Rest der Starfe absitzen musste. Dannach wurde er Krimiautor. Und zwar ein Guter.

Warum das ganze so Lesenswert ist? Zum einen, weil er eine packende Geschichte daraus gemacht hat. Zum anderen, weil er die Gnadenlosigkeit mit der die Briten in Nordirland alles verfolgten was nicht „Loyal“ war ebenso Gnadenlos erzählt. Aus der Sicht des Häftlings, der schlicht und einfach gefoltert wurde.

Großes Kino, große Sache. Das mit den Troubles (eine typisch englische Verniedlichung!) und was diese aus den Menschen machen ist dann auch der True Crime an der ganzen Sache.

Pflichtlektüre.

Soundtrack dazu: Stiff Little Fingers, was sonst?

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