Bücher, schnell gelesen: Teil 1.466

William Boyle – Eine Wahre Freunding (Polar Verlag, 2020)

Gelesen: 08. – 14.08.2020, netto 351 Seiten

William Boyle ist eine ziemlich guter Autor der seine Bücher mit einem coolen Kniff verbindet: Eine Nebenfigur aus dem letzten Buch wird eine zentrale Figur aus dem nächsten.

Amy aus Gravesend brilliert in Einsame Zeugin. Und Rena Ruggiero, am Ende von Einsame Zeugin um ihren Man „Gentle Vic“ (ein Mafiakiller) gebracht, brilliert in Eine Wahre Freudin.

Ich finde das sehr smart, vor allem weil es den Focus weniger auf einen Serien-Helden als viel mehr auf eine große Geschichte vor einem konistenten Hintergrund legt. Hintergrund ist immer noch NY, die Bronx und die Mafia. Aber mehr als Familie. Mehr auf die Familienmitglieder der Mafia Mitglieder. Und vor allem auf die Frauen.

Frauen sind bei ihm laute stille Helden. Frauen bei denen Talk – Action immer ein negatives Ergebnis ergibt. Hier ist Rena, die irgendwann einfach keine Bock mehr auf die Anmache ein 80-jährigen hat: Sie knallt ihm den Aschenbecher gegen den Kopf und glaubt danach das er Tod ist.

Also klaut sie seinen Impala und landet in einem Roadmovie voller toter Männer und kluger, lustiger und starker Frauen: Großmütter, Mütter, Töchter.

Und dazu packt William Boyle solche Weisheiten:

(c) Polar Verlag 2020

Das ganze hat tatsächlich was von Elmore Leonhard (nur moderner), das würde tatsächlich eine wunderbare Screwball Noir Geschichte als Film. Eigentlich sollten die Frauen schon lange tot sein, aber sie kommen immer wieder raus, davon – weiter. Als Freunde.

Am Ende bleibt die spannende Frage: Wird mit Dennis ein Man der Held im nächsten Buch? Ich bin gespannt, das ist große Literatur mit ausreichend Gewalt, Härte und Tod.

Soundtrack dazu: Avail – Monroe Park, was sonst?

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