Bücher, schnell gelesen: Teil 1.460

Michael Berg – Der Carrier (Atrium, 2020)

Gelesen: 05. – 12.07.2020, netto 565 Seiten

Ups, das ist ein komisches Buch.

Der Atrium Verlag hat ja einige sehr schöne Thriller ausgegraben, da habe ich mir auch dieses ohne viel Nachdenken geschnappt. Und da ich Verlagen auch schon nach wenigen guten Büchern vertraue, habe ich das Buch in der Buchhandlung meines Vertrauens mitgenommen.

Die Geschichte klingt im Waschzettel erstmal ganz spannend:

September 2001 wird in den USA die geheimdienstliche Abteilung, der Erasmus Levine angehört, von einem Unbekannten geführt, den selbst seine engsten Mitarbeiter noch nie gesehen haben und der nur unter dem Codenamen »Alpha« bekannt ist. Schon seit Jahren erhält Levine geheime Nachrichten von Alpha, über die er mit niemandem redet. Die erste dieser Nachrichten lautete: »Du und ich gegen den Rest der Welt.«

In Realität ist das aber kein Thriller sondern ein Sachbuch in der Verpackung eines Thrillers. Es geht ums nichts weniger als die Aufarbeitung des schwedischen Nuklear Programmes der 50er/60er, das von der Regierung mehr oder weniger heimlich vorangetrieben wurde:

Die Geschichte ist tatsächlich spannend (und ich hatte ja keine Ahnung stimmt hier voll), wird aber in einen Post-9/11 Thriller verpackt der nicht weniger als die Rettung der Erde vor Nuklearwaffen als Thema hat. Und das ganze dann irgendwie gaga macht.

Alle historischen Referenzen im Buch sind stimmig, allen Fäden lässt sich mit Public Domain know-how nachgehen (zB hier oder auch hier) und trotzdem ist es ein Buch, das ich nicht gelungen finde. Da hilft auch nicht, das es am Ende kein Hollywood Happy-End steht (was bei mir immer Pluspunkte bringt).

Schade.

Soundtrack dazu: MoDerAt LiKviDaTioN- Atombomb, was sonst?

PS: Beim nachrecherchieren habe ich gelesen das die deutsche Übersetzung auf Basis der englischen Übersetzung des schwedischen Originals gemacht wurde. Auch das kann ein Grund sein, warum dieses Buch so … anders … rüberkommt.

PPS: Das schwedische Original hat das bessere Cover, wie so oft.

Der Grund ist ganz einfach:

Das Bild „Triumph des Todes“ von Peter Brügel dem Älteren spielt in dem Buch eine ganz besondere Rolle. Also gehört das auch aufs Cover und nicht eine doofes Agenten Stock-Foto.

The Triumph of Death by Pieter Bruegel the Elder

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