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  • Bücher, schnell gelesen: 1.836

    Bücher, schnell gelesen: 1.836

    Cover von „Das Jahr der Schmetterlinge“ von Lea Korsgaard: Die Illustration zeigt eine prächtige Blumenlandschaft mit bunten Schmetterlingen, dominiert von lebhaften Farben und einer fröhlichen, naturverbundenen Atmosphäre.
    Lea Korsgaard – Das Jahr der Schmetterlinge (Ullstein, 2026)

    Gelesen: 23. – 24.05.2026 (netto 313 Seiten)

    Aus dem Dänischen von Kerstin Schöps.

    Da ich grad auf Leseurlaub in Dänemark bin passt dieses Buch natürlich wunderbar. Zumal wir auch im heimischen Garten in Hamburg alles tun, um Insekten, Vögel und Fledermäuse zu versorgen und damit ihren Fortbestand unterstützen.

    Lea Korsgaard ist eine umtriebige und vielseitige Journalistin, seit ein paar Jahren schon treibt sie eine ziemlich einfache (und verrückte) Idee um:

    Sie will alle dänischen, tagaktiven Schmetterlinge innerhalb einer Saison sehen (die Saison erstreckt sich vom Frühling bis in den Herbst).

    Das Ziel ist schnell gesetzt, die Umsetzung erfordert erstmal klare Definitionen: Dänisch? Tagaktiv? Wie geht frau das ganze an?

    Am Ende ganz einfach: Eine Liste muss her. Es gibt ca. 8 Mio Tierarten auf der Erde, davon ca. 180.000 Schmetterlingsarten. Davon sind ca. 18.000 Tagfalter. Und Experten sagen das so ca. 71 als Dänisch gelten können.

    Weniger als 100 sind also zu suchen. Pah, sollte doch einfach sein!

    Ist es natürlich nicht. Denn einige sind selten, andere fast ausgestorben und manche kommen nur an wenigen Tagen an einem einzigen Ort (bzw. Feld) in Dänemark zum ausschwärmen.

    Mit professioneller und semi-professioneller Hilfe schafft sie es dann aber einen Ablaufplan über Zeit und Orte zu erstellen und nach und nach mehr und mehr Schmetterlinge zu entdecken.

    Die Suche nach den Schmetterlingen ist die eine Geschichte im Buch, die andere guckt in alle Ecken der Geschichte, die mit Schmetterlingen in Berührung kommen.

    ( (c) Ullstein 2026)

    Vor allem, weil die Schmetterlinge diese einzigartige Metamorphose vom Engerling zur Verpuppung als Schmetterling hinbekommen.

    Ein ganz wunderbarer Blick auf etwas ganz Greifbares. Lokales. Das wir Menschen mit aller Macht vernichten. Sowas wie Die Letzten Ihrer Art (Douglas Adams) in klein. Und Dänisch.

    Hach, zu schön.

    Soundtrack dazu: White Flag – Butterfly Revolution, was sonst?

    PS: Sommerfugle, jeg fuckin’ elsker dig!

  • Bücher, schnell gelesen: 1.835

    Bücher, schnell gelesen: 1.835

    Denise Mina – Die große Hitze (Ariadne Krimi, 2026)

    Gelesen: 21. – 23.05.2026 (netto 279 Seiten)

    Deutsch von Else Laudan.

    Das ist spannend. Denise Mina schreibt absolut unterhaltsame Krimis, die mich mehr (und auch mal weniger) überzeugt haben. Und kommt dann mit einen Philip Marlowe Krimi aus dem L.A. der 1930er Jahre um die Ecke.

    Ja, ein echter Chandler sozusagen bzw. ein vom Raymond Chandler Estate autorisierter Roman. Und Raymond Chandler war Ende der 1980er auch der erste Krimi Autor den ich gezielt nach und nach komplett gekauft habe (die gelben Taschenbücher von Diogenes). Und der neben James Ellroy meine Liebe zu Krimis aus L.A. zementiert hat.

    Die Diogenes Taschenbücher sind im Rahmen einer meiner vielen Umzüge aus Platzgründen verschenkt worden, die Liebe für Chandler und den Sound von L.A. habe ich behalten.

    Insofern konnte ich das Buch nicht ignorieren – Verlag, Autorin, Idee – alles passt.

    Und, was soll ich groß schreiben, das Buch ist schlicht und einfach gelungen.

    Marlowe hat gerade einen Fall abgeschlossen, fragt sich jedoch, ob er dabei falschgelegen hat: Es ging um den Tod eines Charakterdarstellers aus Westernfilmen am Vorabend des Zweiten Weltkriegs.

    Er hat jedoch keine Zeit, darüber nachzugrübeln, denn ein älterer Herr zitiert Marlowe auf ein herrschaftliches Anwesen, um ihn zu engagieren. Marlowe hat eigentlich keine Lust auf den Job, doch Mr. Montgomery will, dass er seine Tochter aufspürt. Denn Mr. Montgomery ist ein sehr wichtiger Mann aus einer sehr alten und wichtigen Familie.

    Marlow kann ihn überhaupt nicht leiden. Er ist ein verbittertes Monster, das seine eigene Familie misshandelt. Dennoch nimmt Marlowe den Auftrag an. Er findet die Tochter – Chrissie – auch recht schnell. Dabei stößt er jedoch auf Anne Riordan, eine Figur aus Chandlers Marlowe Kosmos, die Denise Mina hier zu einer eigenständigen Privatdetektivin gemacht hat.

    Irgendetwas stimmt an der ganzen Story und dem Verschwinden der Tochter nicht.

    Marlowe und Riordan erkennen bald, dass sie gegeneinander arbeiten – und dass selbst die Polizei hinters Licht geführt wird. Obwohl ihre jeweiligen Aufträge im Widerspruch zueinander stehen, bewegen sich die beiden bald auf einem schmalen Grat zwischen der Erfüllung ihrer Pflichten und dem Schutz von Chrissie, die ihrerseits einige Geheimnisse hütet.

    Denis Mina schreibt ganz im Stil der damaligen Zeit und voll aus der Perspektive des Jahres 1938. Sie konzentriert sich dabei auf die Rhythmus eines Hollywoods, das krampfhaft versucht, so zu tun, als sei Hitler (und was in Europa passiert) das Problem von irgendjemand anderem.

    Dito die Skid Row in L.A., die schon in den 1930er Jahren ein einziges Elend war.

    Cooles Buch, coole Idee, coole Umsetzung. Chapeau!

    Soundtrack dazu: Murderer’s Row – We want more beer, was sonst?

    PS: Und Denise so?