Bücher, schnell gelesen: Teil 1.458

Michael Connelly – Late Show (Kampa Verlag, 2020)

Gelesen: 25. – 29.06.2020, netto 423 Seiten

Michael Connelly? (c) by Hieronymus, Inc? Da war doch was…?

Genau, da war ein wenig binge watching in der Corona Lockdown Phase und das waren alle Folgen von Bosch auf Amazon Prime (die besten Ehefrau der Welt hat einen solchen Zugang).

Die Serie war schon beeindruckend, cooles L.A. Detective Zeug mit viel Liebe zu Geschichten mit multiplen Handlungssträngen und mit noch mehr Liebe zu echter, detaillierter Polizeiarbeit.

Fast forward – neben der Bosch Serie (erst als Buch, dann als Amazon Serie) hat Michael Connelly noch eine parallele Geschichte an den Start (und hat sowohl Referenzen zu Detective Renée Ballard in Bosch Season #6 untergebracht als auch eine kleinen nod an Bosch in diesem Buch untergebracht).

Renée Ballard ist ein guter Detective, doch nach einer Anzeige wg. sexueller Nötigung gegen einen Vorgesetzten wurde sie in die „Late Show“ vulgo Nachtschicht des L.A.P.D. abegschoben: Lange Nächte und am Ende der Nacht muss sie die Fälle an die Tagschicht abgeben – nie kann sie einen Fall bis zum Ende begleiten und lösen. Frustrierend!

Aber Renée läßt sich durch diese Frustration antreiben und gibt bei zwei Fällen nicht auf: Heimlich und hinter dem Rücken von Vorgesetzten und Kollegen geht sie weiter diesen Fällen nach. Und als ein Ex-Partner erschossen wird verbeißt sie sich sogar.

Mit viel Tempo, viel Detailtreue und einer Ermittlerin die sich nicht kleinkriegen lässt (sondern ganz wunderbar Männer in die Pfanne haut) ist das Buch ein klaasse Start für eine Serie.Und das Kopfkino zündet wie ein Selbststarter!

Besonderer Kniff: Am Ende glaubt der erfahrene Krimi-Leser den Plot zu erkennen. Alle Einzelteile des Puzzels fallen passend auf den Tisch und passen augenscheinlich – und dann kommt eine Überraschung. Cool gemacht – wie fürs Fernsehen gemacht (ich wette das die Filmrechte der Renée Ballard Serie bereits verkauft sind).

Davon will ich mehr!

Soundtrack dazu: Civit – L.A. Nights, was sonst?

Und was sagt Michael Connelly? Der erzählt uns das Renée ein echtes Vorbild im L.A.P.D. … willkommen Mitzi Roberts, Homicide Detective im L.A.P.D.:

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.457

Pascal Engman – Feuerland (Tropen, 2020)

Gelesen: 19. – 24.06.2020, netto 483 Seiten

Der letzte Schweden Krimi in der Tropen Reihe war ja ein voller Reinfall, insofern ist dieses Buch ein vorsichtiger Versuch verlorenes Vertrauen (in eine gute Krimi-Reihe) wiederherzustellen.

Mission accomplished!

Das Buch ließt sich extrem flott, liefert eine hohe Schlagzahl und zündet sehr gut das Kopfkino. Ich glaube Pascal Engman benutzt hier einen kleinen Trick: 11 Teil mit vielen kleinen Kapiteln (manchmal nur 2 Seiten) und Orts- und Perspektivänderungen machen das unglaublich spannend (und fast ein perfektes Drehbuch).

Dazu eine durch und durch realistische Story mit kleinen und großen Plots, kleinen und großen Gangstern und kleinen und großen Morden. Und einem ordentlichem Schuss Brutalität.

Das am Ende zwei Plots in Chile und Schweden zusammenkommen war klar, wie es aber passiert ist klasse. Zwar ein wenig ein Kino Showdown aber zum Glück mit wenig Happy-End. Das ist übrigens ein weiterer guter Kniff – wenn alles auf eine Rettung hinläuft dann kann es auch mal passieren … das die Rettung nicht kommt.

Der zweite Teil der Serie ist in Schweden schon raus, ein weiteres Abenteuer von Vanessa Frank und Nicolas Paredes werde ich mir sicher antun.

Soundtrack dazu: Doberman Cult – Slave Trade, was sonst?

PS: Das deutsche Cover ist ok aber das Original einen Tick besser…

Pacal Engman – Eldslandet (Pirat Förlag)

PPS: …. GO!