Bücher, schnell gelesen: Teil 1.436

Jo Nesbø - Messer (Ullstein, 2019)
Jo Nesbø – Messer (Ullstein, 2019)

Gelesen: 07. – 20.02.2020, netto 568 Seiten.

Ja, das könnte das Ende der Harry Hole Serie sein. Bis Seite 484 zumindest. Aber dann taucht der von allen als Tod vermutete Harry Hole wieder in diesem Buch auf.

Jo Nesbø hat angeblich einen kompletten Masterplan für Harry Hole, mit all seinen beruflichen und privaten Ups und Downs und er soll sich ziemlich genau an diesen Masterplan halten.

In Messer haut es Harry aber so richtig aus der Bahn, am Ende ist er ziemlich sicher das er im Vollsuff seine Frau umgebracht hat und das ganze vertuschen wollte. Also bringt er sich um.

Das Buch geht aber noch fast 100 Seiten weiter und daher kommen wir nicht in den Genuss eines Ende mit Schrecken. Mir hätte das gepasst.

Aber Jo wäre nicht Jo, wenn er nicht einen Schrecken gegen einen anderen eintauscht. Und so wird Harry am Ende zum Mörder und würfelt mit dem Teufel um seine Zukunft, entweder Frau 1 und Oslo oder Frau 2 und Neuseeland. Der nächste Band wird uns zeigen wo er landet.

Wie immer spannend, wie immer mit extrem guten falschen Fährten und wie immer mit einigen Überraschungen. Und, wie immer, mit cooler Musik, diesmal ganz viel Ramones.

Nicht der stärkste Harry Hole (wie auch, er ist ein Alkoholwrack) aber an einigen Stellen extrem tief, extrem vielschichtig. Ein echter Harry Hole.

nb: Eigentlich wäre es cool gewesen Harry einfach so dreckig, abgewrackt und als Mörder seiner Frau verschwinden zu lassen. Ich mag Bücher bzw. Filme wo Helden aufgebaut werden nur um im ersten Drittel zu sterben.

Soundtrack dazu: Für Jo sicherlich Ramones – Rocket to Russia aber das geht ja nicht. Daher Øresus – Sjølmordskomplekser, was sonst?

Und was sagt Jo?

… blast from the past ctd: Grober Unfug!

These are lovely memories, specifically towards Nils „Toni“ Thurow, who passed away so suddenly in 2017 and left a gaping hole in both the heart of people in our little scene but also the scene itself.

I don’t have all the recollection but i believe this was done just prior Grober Unfug disbanding in 1985.

Grober Unfug (Practise Space, Hamburg, 1985)

This is what the Hamburg Fanzine „Pretty Vacant“ did write about their first 7″:

Kleine Schweinereien / Endwüste / Der Mitschnacker (1981/Konnekschen S09)

Schon das gemalte Cover zeigt, daß wir hier die Hamburger Version der Pork Dukes vor uns haben! 
"Mitschnacker" ist ein Rock´n Roll mit voll lustigem Text. "Kleine Schweinereien" für Zwischendurch, leicht perverser Text ("Leg Dich hin, Uhah, komm mach´s mir..uh") zu Hause bei Miss Piggy. 

Der dritte Teil paßt da überhaupt nicht zu. "Endwüste" im momentan so beliebten NDW-Stil mit Synthie. Sehr geiler Bassanfang. "Jeder Planet in diesem Sonnensystem ist dazu bestimmt einmal unterzugehen" 
Insgesamt: Have a laugh!" 

(Eugen Honold, Pretty Vacant Nr.8, 1981)

Grober Unfug (Practise Space, Hamburg, 1985)

And this is what Sounds had on their 1982 LP, recorded at the famous Sunrise Studios in Switzerland:

Grober Unfug - Beat und Glück (1982/Konnekschen L04)

Kanibalen / Kalte Getränke / Opelkapitän / Rückwaärts / Gesox / Saubermann / Wegwerflyrik / Gosse / Nach mir die Sintflut / Urwüste / Jeder tut seine Pflicht / Durchhalten / Bomberkommando / Endwüste

„Wie steht es im Kampf der Industrie und den Independents? Zählt überhaupt noch jemand mit? International hat die Plattengroßindustrie zwar leicht aufgeholt, ihre deutschen Projekte liegen aber weiterhin hoffungslos daneben. Unwichtige Bands produzieren überflüssige LPs. In meiner Sammlung finden sich zwei Ausnahmen von dieser Regel. Ansonsten spielt sich Hörenswertes hierzulande auf den unabhängigen Labels ab. Wie jetzt auf Konnekschen. ‚Mach‘ für die letzte Nummer etwas, was dir am Herzen liegt,‘ riet die Redaktionsassistentin. 

Der Grobe Unfug liegt mir am Herzen. Der Bereich der Basisarbeit droht in unserem Kulturbetrieb zu verkümmern. Für drei Mark Eintritt wurde ich im Jugendkeller St.Georg Zeuge, wie man dieser Tendenz entgegenwirkt. In einer Atmosphäre, die an selige Krawall 2000-Zeiten erinnerte, erteilte der Grobe Unfug eine Lektion in Beat und Glück.
 
Die Gruppe existiert seit zweieinhalb Jahren und veröffentlichte bereits eine EP, auf die hier noch einmal nachdrücklich hingewiesen sei. Im Sommer 1982 wurde BEAT UND GLÜCK aufgenommen. ‚Die musikalische Palette reicht vom Punk bis zum Rock’n’Roll.‘ Die meisten Stücke sind eingängig und geradeaus, eben Beat. 

Dazu spielt der Spaß – vor allem live – in ihrem Konzept eine entscheidene Rolle. Der Grobe Unfug als die deutschen Adicts? Als die Hamburger Toten Hosen? Unter den vierzehn Titeln befinden sich kaum Ausfälle. Hitverdächtig sind mindestens fünf Nummern: ‚Kannibalen‘, ‚Opel Kapitän‘, ‚Saubermann‘, ‚Jeder tut seine Pflicht‘ und ‚Durchhalten‘. 

Ich verzichte darauf, an einigen Details herumzumäkeln. Insgesamt ist BEAT UND GLÜCK eine empfehlenswerte Platte. Zum Beispiel für Leute, die auch an Notdurft Gefallen finden.“ 

(Alf Burchardt, Sounds Nr.1/1983)

Grober Unfug (Practise Space, Hamburg, 1985)

And that ain’t enough praise actually, specifically as the Hamburg lot just loved this – by todays standards – rather un-punk band. It hints at how lovely they were as personas and how embedded they have been.

And how did it sound? A harsh recording you find here:

Rudi Krawall memorizes the show as follows:

Ich kann mich noch sehr gut an die Show erinnern, da es das erste und einzige mal war das ich die Koma Kombo sah. Hatte die Show selber aufgenommen, da war so ein Tapedeck im Laden und ich habe 2 Mikros angeschlossen. Ich war da auch noch am Schluss vom Unfug Gig mit auf der Bühne, als wir anfingen zu Jammen und spiele da Gitarre beim God Save The Queen Song.

Other people have slightly different memories:

Dann folgt das Feedback, und schon bollern Napalm mit »Killer Rats« los, live am 9. September 1982 im »Graffiti« in Hamburg-Sasel. Nachdem Hamburger Punks einige Läden zerlegt hatten, mussten Punkkonzerte in den Jahren 1982/83 in Hamburgs Suburbia, weit entfernt von der Innenstadt, stattfinden. Bands spielten überall dort, wo man sie ließ, zumeist in Jugendzentren. So mischte die Hamburger Band Grober Unfug, eine Jugendzentrum-Band aus dem räudigen St. Georg, im Frühjahr 1983 sogar unser Freizeitheim in Buxtehude auf und verbreitete Angst und Gewalt. Im Schlepptau hatten sie befreundete Schlägertypen des HSV-Fußballfanclubs »Die Löwen«.
Warum waren Punks mit solchen Leuten befreundet? Ganz einfach: Besser als mit Naziparolen konnte man linke Lehrer, Jugendzentrumspädagogen und Ökos nicht provozieren. Aus Spaß war 1982 aber längst Ernst geworden. Die Savage Army, eine Skinhead-Schlägertruppe, die sich zum Teil aus Ex-Punks rekrutierte, verprügelte Linke und Punks. Innerhalb von wenigen Monaten wurden sie Vollnazis. Einige wenige Punks unterhielten allerdings noch Kontakte mit ihren alten Kumpels.

Andreas Michalke in Jungle World 2013

RIP Toni, RIP Grober Unfug. We will never forget you.

… sold out and pleasing the young: H/C Matinee.

I did barely finish breakfast and some relaxing at home following the Punk Rock Hamburg Festival in Harburg on Saturday when i decided to take up the pull coming from my Hafenklang Season Ticket. Though a fierce storm was announced i dared to take the risk of the train into town.

It turned out all easy but the decision in hindsight was wrong, as i never got into the groove of the show.

First on Angst from Hanover with a quick, fast and aggressive set that was paired with some rather dangerous caiporera dancing by some of their fans.

Next on Dagger Threat from Hamburg and they where just that barking noise that i tend to pass by.

Candy from Richmond, VA (in the US of A) took the proceedings to a more professional level with a much more complex wall of sound, both rooted in H/C and Metal and with some clever noise samples.

Spirit Crusher from southern Germany took a slightly different route, with some spiritual words from their singer (and lacking their 2nd guitar due to the Storm and the need for the guy to be home on Monday). They actually played some nice songs but somehow indeed something was missing.

No Turning Back from the lowlands west of us took the stage next and boy where they tight and together. The singer though was a bit of a loudmouth, a mate noted „ego character“. No clue if that is true, but they fired off some decent SOIA like H/C.

But we all where eager to see No Warning, as some of their recorded output is actually very very strong. It was five quite different stage personas taking the stage and indeed they provided the most perfect, most solid sound that evening.

For my liking they edged too much towards metal on some songs, whilst in between being just a perfect fast paced H/C band.

Maybe i was too tired, maybe it was the short sets and long changeovers – i never got myself into the show. What i noted though was that the absence of smoking at the Hafenklang was a sheer relief versus the Stellwerk on Saturday, where i felt like an Eel being smoked (and was not the only one complaining).

Less smoke it was, but also less booze. This empty view was never there on Saturday…

11 bands in less than 24 hours, i should next time be more cautious. But at last i was lucky, whilst the storm interrupted a lot of trains i was home with ease.