Bücher, schnell gelesen: Teil 1.376

John Niven - Kill 'em all (Heyne Hardcore, 2019)
John Niven – Kill ‚em all (Heyne Hardcore, 2019)

Gelesen: 14. – 16.03.2019, netto 375 Seiten

Das lange erwartete Sequel zu Kill Your Friends – diesmal mit mehr Gewalt, mehr Schock und weniger … Rock.

Wo Kill Your Friends im Musik-Biz von 1997 aufhörte macht Kill ‚Em All 2017 in dem Fachgebiet weiter das man wohl als die Reste des Musikgeschäftes bezeichnen kann. John Niven macht es sich einfach und legt das Buch als Geschichte über Michel Jackson an, der hier Lucus Du Pre heißt und ein kinderfickender Megstar ist.

Dieser Star ist aber ausgebrannt und steht voll in der Pleite. Steven Stelfox, eigentlich im Ruhestand, wird engagiert um irgendwie irgendwas zu retten. Und das macht er nicht unter einem neuen 9-11 und vielen Toten.

Die Story ist völlig gaga, die Witze und Abseitigkeiten derbe und die Weisheiten sind selten. So richtig Sinnlos wird es am Ende, wenn Steven Vater wird anstatt die Mutter seiner Tochter (die mit den prägnanten Worten „Auch ihr Körper ist ein Volltreffer: klein, mit schlanker Taille, beachtlichem Vorbau und knackigem Arsch. Ihre Enge Jeans hält ihren Hintern offenbar genauso mühevoll im Zaum wie das Black Flag T-Shirt ihre Titten“ in die Geschichte eingeführt wird.) um die Ecke zu bringen.

Das Buch ist schön dreckig aber als Sequel (übrigens auch zu Gott Bewahre! völlig sinnlos. Und irgendwie auch völlig langweilig, da in dem ganzen Lärm wenig interessante Spitzen sind. Und irgendwie erklärt John Niven auch viel zu viel – hat er Angst seine Leser haben keine Fantasie?

Flüssig und schnell zu lesen, aber das Kopfkino zündet definitiv nicht.

Soundtrack dazu: Cock Sparrer – Take ‚Em All, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.375

ar/gee gleim - Geschichte wird gemacht (Heyne Hardcore, 2018)
ar/gee gleim – Geschichte wird gemacht (Heyne Hardcore, 2018)

Gelesen: 13.03.2019, netto 234 Seiten

Für mich ist das straight-outta-memory-lane, da ich mit den Fotos von ar/gee aufgewachsen bin und diese einen Großteil meiner musikalischen Sozialisierung (nämlich die Phase der „neuen Musik“ nach der ersten Berührung mit Punk) visuell geprägt haben.

Vor allem seine Band und Publikums Fotos waren ein Quell der Inspiration und des „das sieht cool aus“. Lustig vor allem dieser Name bei den Fotos: „ar/gee“ – lange dachte ich das es eine AG (=Arbeitsgemeinschaft) verschiedener Fotografen sei. Das ein Fotograf Bands auch über mehrere Städte verfolgen kann, diese Idee kam mir erst später.

Das Buch zeigt eine gute Bildauswahl und dazu ein paar gelungene (Katja Kullmann, ar/gee) und weniger gelungene Geschichten. Und eine Geschichtenverweigerung von Peter Hein. Aber der Star sind die Bilder und die Bilder sind auch heute noch eine großartige Quelle für coole Deerns, coole Jungs und coole Bands. Und für einen Opa wie mich eine gute „so war das im Krieg“ Geschichte.

Als Bonus gibt es noch eine kleine Soundtrack CD: Die Ärzte, Family 5, Palais Schaumburg, Andreas Dorau, Östro 430, Der Plan und The Wirtschaftswunder – alles das steht auch in meiner Plattensammlung. Passt also.

Soundtrack für mich: Xao Seffcheque – Happy New Wave, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.374

Jules Verne - Die Jangada (Die Andere Bibliothek, 2018)
Jules Verne – Die Jangada (Die Andere Bibliothek, 2018)

Gelesen: 11. – 13.03.2019, netto 422 Seiten

Jule Verne, hach, da kommen jede Menge Erinnerungen an Abenteuer in der Jugend hoch: Fast alle Jules Verne Büche habe ich als Jugendlicher über die Bücherhalle gelesen.

Dieses Buch aber nicht, denn es ist nur einmal in 1882 ins Deutsche übersetzt worden und danach wohl schlicht und einfach als „zu langweilig“ vergessen worden.

Es ist durchaus ein Abenteuer, aber ein behutsames und erzählt in ganz langsamen Schritten.

Eine Jangada ist eine kleine Stadt auf einem Floß – einem ziemlich großem Floß. Ein solches braucht einen großen Fluß und den hat es mit dem Amazonas.

Erzählt wird einen kleine Reisegeschichte und eine kleine Kriminalgeschichte. Aus heutiger Zeit nichts besonderes, damals aber waren solche Dinge noch aufregend. Dazu kommen 90 großartige Abbildungen aus den französischen Ausgabe von 1901 und fertig ist eine gelungene Reisegeschichte.

Wir alle Bücher aus Die Andere Bibliothek etwas für Sammler.

Soundtrack dazu: Sonic Surf City – Surfin‘ Amazonas, was sonst?

PS: Book Collectors are pretentious assholes – #4068 der nummerierten Erstausgabe!