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  • Bücher, schnell gelesen: 1.827

    Bücher, schnell gelesen: 1.827

    Tony Hillerman – Klagender Wind (Unionsverlag, 2026)

    Gelesen:04. – 05.04.2026 (netto 257 Seiten)

    Aus dem Englischen von Fried Eickhoff.

    Nach Fall #13 kommt gleich #14, zeitlich und inhaltlich direkt an Jagd ohne Beute anschließend.

    Officer Bernadette Manuelito ist diesmal sowas wie der Fixpunkt: Sie findet eine Leiche und übersieht das der Tote ermordet wurde. Verkackt den Tatort. Chee muss, trotz aller Anziehungskraft, das ganze regeln. Streng. Aber ehr als Mentor denn als Chef.

    Leaphorn bekommt den Fall mit und ist überrascht, das er mit einem losen Ende aus seiner Zeit als Polizist zusammenpasst: Der Tote hat eine Karte dabei (und Pflanzensamen an der Kleidung), die eine Spur zu einer legendären Goldmine darstellt.

    Und um eben diese ging es vor 5 Jahren, als ein reicher Öl- und Goldunternehmer in Notwehr jemanden tötete, der ihm eine Karte zu dieser Mine verkaufen wollte. Das lose Ende? Die Ehefrau des Unternehmers verschwand am gleichen Tag spurlos.

    In typischer Hillerman-Manier spielt sich der Großteil der Story außerhalb der aktuell gelesenen Seite ab. Die Geschichte entwickelt sich hauptsächlich durch Beschreibungen alltäglicher Tätigkeiten (oft Autofahren in einsamer Landschaft), lebendige Landschaftsbeschreibungen und vor allem durch die Dialoge.

    Dabei sind die Dialoge Erläuterungen von Handlung, Wirkung, Traditionen der Natives und über die Charaktere. Hillerman bleibt dabei klar, prägnant, unaufdringlich und ist dabei ehr nicht auf Effekthascherei aus.

    Schlichtheit, Würde und eine gemächliche Ruhe: Eigenschaften, die Hillerman und seine tiefe Verbundenheit mit der Navajo-Kultur widerspiegeln.

    Und am Ende kommen sowohl Bernadette & Chee als auch Leaphorn bei D2187 an und können das lose Ende verknüpfen. Und der Mörder ist schon lange tot!

    Und am Ende gibt es noch einen Liebescliffhänger!

    Soundtrack dazu: Good Riddance – Washed Away, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.826

    Bücher, schnell gelesen: 1.826

    Tony Hillerman – Jagd ohne Beute (Unionsverlag, 2026)

    Gelesen: 31.03. – 03.04.2026 (netto 257 Seiten)

    Aus dem Englischen von Fried Eickhoff.

    Einfach nur rund. Eine durch und durch gelungene Geschichte, eingebettet in eine großartig beschriebene Landschaft … und dazu mit dem pensionierten Lieutenant Joe Leaphorn und dem Navajo-Cop Jim Chee.

    Und Jim Chee betreibt sein Lieblingsspiel: Das FBI schlecht aussehen lassen. Denn das ist hinter drei Gängstern her, die ein Casino im Indianerreservat überfallen haben und mit reichlich Bargeld in kleinen Scheinen in die Canyons verschwunden sind.

    Und wo das FBI einfache Spuren in einfache Schlussfolgerungen verwandelt gucken Chee und Leaphorn nicht nur genauer hin sondern kennen auch die Geschichte: Schon vor hundert Jahren versteckte sich ein nicht zu findender Bösewicht in den Canyons.

    Hillerman packt noch mehr dazu: Milizionäre und eigensinnige Rancher, die das Weiden auf öffentlichem Land als gottgegebenes Recht betrachten.

    Diese, wie viele andere stolze und eigensinnige Menschen, die dieses karge, unbarmherzige Land bewohnen, hegen ebenso ein tiefes Misstrauen gegenüber der Bundesregierung und all ihren Vertretern.

    Tatsächlich dreht sich die Geschichte ebenso sehr um die Beziehungen zwischen den Charakteren wie um das zentrale Rätsel der verschwundenen Casiono-Diebe.

    Leaphorn versucht, sein Verhältnis zu einer Professorin zu ergründen, Chee ringt mit dem Gleichgewicht in seiner Beziehung zum legendären Lieutenant, daneben interessiert sich Officer Bernie Manuelito offensichtlich für Chee und scheint mehr als nur eine Kollegin zu sein.

    Love is in the air?

    Leaphorn findet die entscheidenden Antworten in dem Fall, während Chee seinen eigenen Erkenntnissen nachgeht (und beide ignorieren die FBI Spuren weitgehend).

    Einfach nur klasse, ohne wenn und aber.

    Soundtrack dazu: Rocket From The Crypt – Canyon Killer, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.825

    Bücher, schnell gelesen: 1.825

    Robert Brack – Die Nackte Haut (Edition Nautilus, 2026)

    Gelesen: 23. – 30.03.2026 (netto 207 Seiten)

    Das Buch lag leider länger auf dem Nachttisch als es verdient hatte, das hätte eigentlich in 2-3 Tagen weggelesen gehört. Aber eine fiese Infektion, die Sorge um Liebste in Palliativpflege und ein paar harte Arbeitsdinge haben das verzögert.

    Und als ich das alles durch hatte, flutschte auch dieses Buch.

    Robert Brack nimmt sich hier mal wieder Hamburger Geschichte an, es ist die Nachkriegszeit, 1951. Und dorthin hat es die Pianistin Martha Kiesler verschlagen, nachdem sie in New York nicht so recht zurechtkam (aber den Krieg überleben konnte).

    Zurück in Hamburg versucht sie das, was in New York kennen und lieben gelernt hat, zu platzieren. Ihrer Zeit ist sie dabei voraus und erst als ein alter Vorkriegsbekannter einen neuen Jazz Club gründet und sie einen fahnenflüchtigen farbigen GI, der Bassist ist, kennenlernt stellt sich sowas wie Erfolg ein.

    Aber dieser Erfolg ist auch verbunden mit Leid: Ihr GI ist Junkie und hat zerstörerische Freunde. Im Jazz Club lassen vor allem Kriegsgewinnler die Gläser klingen. Und die Gesellschaft? Immer noch Bieder, Starr und Obrigkeitshörig.

    Robert Brack schafft einen ziemlich coolen Bogen von einer Musikerin, die eigentlich nur musikalischen Erfolg haben will, zu einer Nachkriegsgesellschaft die eigentlich immer noch kaputt ist – nur anders.

    Und Martha zurück nach New York treibt.

    Weniger Krimi (wenn auch mit einigen Elementen) sondern ehr eine Hommage an Jazz und eine Jazz Musikerin die ihrer Zeit voraus war.

    Und alles in disem Buch, was mit der Musik selbst zu tun hat, ist kundig und voller Empathie geschrieben.

    ( (c) Edition Nautilus 2026)

    Ach, ich werde jetzt mal gucken welche Bücher von Robert Brack mir noch fehlen, dieses ist “erst” das 11te in meinem Regal.

    Soundtrack dazu: Clara Bow – Paul Rulz, was sonst?

    PS: Robert Brack hat sich zu diesem Buch von Jutta Hipp inspirieren lassen. Cool.