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  • Bücher, schnell gelesen: 1.843

    Bücher, schnell gelesen: 1.843

    S.W. Lauden – Forbidden Beat (Rare Bird Books, 2022)

    Gelesen: 15. – 16.06.2026 (netto 211 Seiten)

    Auf Englisch gelesen, wird wohl ehr nicht in Deutsch erscheinen.

    Perspektivwechsel – Drummer sind ja immer so eine Sache: Das sie das ganze irgendwie mit ihrem sprichwörtlichen Beat zusammenhalten ist mir schon klar, aber sie sind immer “da hinten” irgendwie verschwunden und bei den meisten Konzerten, die ich sehe, sind sie ehr nicht auf einem Podest.

    Und haben angeblich einen Hau.

    Dennoch haben guck ich bei Konzerten ziemlich oft auf die Drummer, weil sie meistens die Stücke einzählen und die Breaks setzen. Bei einer Band die hand-in-glove eingespielt ist, sind das oft perfekte Momente in einem Set.

    Diese kleine (aber feine) Buch spürt dabei nicht nur Stories über und von Drummern nach sondern auch der Geschichte des typischen Punk Beats.

    Und die beginnt mit John Maher, der ersten Buzzcocks LP und dem A3 Stück:

    Welcome D-Beat!

    Das Buch war für mich dann spannend, wenn (meist sehr liebevoll) über Schlagzeuger erzählt wird. Und zwischendrin ehr langweilig, wenn Schlagzeuger über ihre Einflüsse berichten.

    Meine Top Drummer sind easy zu finden, sie kommen eh mehrfach vor: Natürlich Bill Stevenson (aus allen möglichen Gründen als “allerbester”) und Chuck Biscuits (das genialste Konzert eines Drummers das ich in all den Jahren gesehen habe, das erste Social Distortion Konzert in der Markthalle – muss eigentlich so 1995 gewesen sein – niemals wieder hat ein Drummer so genial eine Band durch den Set geprügelt).

    Daneben: All die weiblichen Drummer die mich immer wieder überrascht haben – zB Rosie Gonce (toyGuitar). Und Bands wie die Outcasts, die es mit zwei Drummern schaffen cooleste Songs zu bringen.

    Soundtrack dazu: Van Dammes – Punk Rock Drummer, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.842

    Bücher, schnell gelesen: 1.842

    Horst Evers – Hope Joanna (Rowohlt Berlin, 2026)

    Gelesen: 13. – 14.06.2026 (netto 311 Seiten)

    Nochmal Berlin und … ein Krimi der eindeutig auf Spaß aus ist. Und tatsächlich auch Spaß macht.

    Genauso wie zB Jörg Juretzka bringt Horst Evers Speed, ein wenig Härte und Irrsinn in ein ganz wunderbares Szenario: Berlin, unregierbar, nicht kontrollierbar und immer ein wenig Over The Top.

    Wo sonst retten 1m90 große Zwerge Union Berlin Fans und einen leitenden Polizeidirektor vor mit Führerelexier vergiftetem Freibier? Und wo sonst gewinnt Union gegen den FC Bayern im Kampf um die Meisterschaft?

    Heldin Hope Joanna (Komissarin, ex-Olympiateilnehmerin im Takewondo) kämpft dabei gegen Reichsbürger, Alt- und Neu-Nazis, rechte Esoterik Spinner, einen Geheimorden der echte Wunderartefakte ausliefert, Influenzerwahn und eine machtbewußte Innensentorin.

    Auf ihrer Seite Streifenhörnchen “Zeke” Neuendorf, Kommisaranwärterin Siri Yüzel (Siri dabei ohne “”), ein Union Stürmer ohne Führerschein und eine Gruppe Alter Damen, die kein Bock auf neue Nazis haben.

    Plakativ? Ja! Mordern? Ja! Manchmal völlig Irre? Ja! Ja!

    Dit is Berlin, wa?

    Perfekt Unterhaltung, klar, dabei ein wenig seicht aber mit genug Finger in genug Wunden.

    Und echt lustig!

    Soundtrack dazu: Gulag Beach – There Is No Hope, was sonst?

    PS: Horst über Berlin…

  • Bücher, schnell gelesen: 1.841

    Bücher, schnell gelesen: 1.841

    Johannes Groschupf – Berlin Heat (Suhrkamp, 2022)

    Gelesen: 11. – 12.06.2026 (netto 247 Seiten)

    Damn, bei Johannes Groschupf bin ich bei Buch 3/4 eingestiegen, hab mich vorwärts gearbeitet und jetzt geht es ganz konsequent rückwärts: Berlin Heat ist Buch 2, es fehlt jetzt noch Berlin Prepper als erster Band seiner Berlin Krimis.

    Tom ist der Anti-Held in diesem Buch, konsequent stolpert er fremdbestimmt durch ein durch und durch wurstgiges Leben:

    Er ist Dienstleister für das auswärtige Partyvolk das a) eine Unterkunft brauch und b) die Hotspots finden möchte. Und c) natürlich Drogen. Alles mehr oder weniger Illegal, die Wohnungen sind nicht seine, Steuern zahlt er ehr auch nicht und Einnahme = Gewinn bzw. Verlust.

    Denn Tom ist spielsüchtig und hat bei einer Kiezgröße Schulden. 12.000 Euro. Und die sind fällig.

    Und so wurschtelt sich Tom von Katastrophe zu Katastrophe, verdoppelt die Katastrophe noch dadurch das er in eine gefakte Entführung eines AfD-Politikers gerät, seinen Vater (ex-DDR Bulle) mit Reinzieht und am Ende …

    … seine große Liebe Marla verkackt, bei einem Rotlicht-Mord dabei ist, sich an einem rechten Spinner verbrennt (der in Berlin um sich ballert um die Regierung zu stützen und sich am Ende über dem Führerbunker abfackelt) und schlußendlich bei Romina Winter (der coolsten Polizistin Berlins) unterschlüpft.

    Als Dienstleister für ihre Bedürfnisse.

    Wow, eine wunderbare Screw-Ball-Commedy mit einem Looser der sich immer wieder tiefer in die Scheiße gräbt. Mit ordentlich Gewalt, ordentlich Post-Corona AfD Schwachfug und extrem losen Mundwerk von allen Beteiligten.

    Und das ist noch nicht verfilmt worden? Unfassbar. Das ist soooo gut!

    Soundtrack dazu: PVC – Going Down, was sonst?