Bücher, schnell gelesen: Teil 1.245

Jo Walton - Das Jahr des Falken (Golkonda Verlag, 2016)
Jo Walton – Das Jahr des Falken (Golkonda Verlag, 2016)

Gelesen: 29. – 30.05.2017, netto 278 Seiten

Der dritte Teil der Inspector Carmichael Serie, nach 1941, 1949 spielt das ganze einige Jahre weiter im London von 1960. Der alternative Verlauf der Geschichte ist inzwischen bei einem erzkonservativen England mit einer faschistischen Führung angekommen, die UdSSR ist atomar besiegt und Deutschland (unter einem alternden Hitler), Italien und Japan beherrschen die Welt, von den US of A ist nichts zu sehen.

Inspector Carmichael ist inzwischen der Chef der Wacht, eine faschistischen Geheimpolizei mit direktem Draht zum Premierminster Normanby (der wiederum seit „Die Stunde der Rotkehlchen“ den Chef der Wacht in der Hand hat) und seine größte Sorge ist eine Internationale Friedenskonferenz in London. Und über diese Sorge verlieren er und die Führung den Kontakt zur Bevölkerung und was diese so umtreibt.

Rückmeldung aus dem Volk erfährt Carmichael von seinem Mündel Elvira, die in die Räder der politischen Konflikte gerät. So stimmig diese Geschichte auch ist, so ungeschickt läuft das ganze auf ein gutes Ende zu, das dann auch noch sehr hektisch zuschlägt – fast so als wollte der Autor das ganze mit einem Zirkelschluss zum ersten Band abschließen und England nicht der faschistischen Zukunft überlassen. Aber was die Queen als Symbolfigur da richtet passt einfach nicht – Sie und ihre Position ist Teil der Elite.

Schade, für meinen Lesegeschmack hat Jo Walton hier zu kurz und zu lokal gedacht, ein Ende mit Schrecken hätte mir besser gefallen.

No more happy ends!

Dennoch sind alle 3 Bände (am besten zusammen) lesenswert! Der großartige Thomas Wörtche sagt dazu:

Das ist noir im fiesesten Sinn. Beiläufig, aber enorm wirkungsvoll. So wie der ganze Roman eine einzige böse Sprengfalle für nette Konsense ist.

Das stimmt, die leichte Verschiebung der Geschichte bringt Verhalten und Stimmungen in das Buch die einem nur allzu bekannt vorkommen.

Soundtrack dazu: Random Hand, was sonst?

Und Normanby? In disarray!

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