Bücher, schnell gelesen: Teil 1.560

Castle Freeman – Der Klügere Gibt Nach (Nagel & Kimche, 2018)

Gelesen: 28.11. – 04.12.2021, netto 195 Seiten.

De Bücher von Castle Freeman sind einfach perfekte kurze kurzweilige Unterhaltung. Auch und gerade, wenn er einem im hard-boiled nun wirklich etliche Male durchgekautem Thema wie Selbstjustiz – Ein Mann sieht Rot nachgeht.

Sheriff Wing ist am Arsch: Seine Mutter dement, seine Frau hat Wing auf das Sofa in der Wache verbannt (und einen ex- Deputy als Lover ins Haus geholt) und Vorsitzende der Versammlung der Gemeinden (die den County Sheriff letztendlich finanzieren) versucht ihn abzusägen.

Und weil Wing weniger Akteur sondern Beobachter ist passieren ganz viele Dinge ohne das Wing eingreift. Was ein feiner literarischer Kniff ist, da so Castle Freeman seine Stärke ausleben kann: Lakonische, skurrile und großartig hinterwäldlerische Kommentare der eigentlichen Helden des Buches.

Und am Ende, ohne das Wing wirklich Ermittlungen anstellt, kommt ein Bäng! der das ganze nicht nur absurd sondern auch moralisch herrlich unkorrekt auflöst.

Denn Hinterwäldler entscheiden immer noch selbst was hinten bei ihnen im Wald passiert. Und wem was passiert. Und nicht irgendein zugezogener ehrgeiziger ex-Pentagon Schreibtischhengst.

Großartig!

Soundtrack dazu: Didjits – Hafta be cool to rule/Wingtips, was sonst?

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