Bücher, schnell gelesen: 1.606

Castle Freeman – Ein Mann Mit Vielen Talenten (Hanser, 2022)

Gelesen: 31.08.2022 (netto 168 Seiten)

Und noch ein schmaler Band, diesmal etwas aus den einsamen Tälern in Vermont. “The Devil In The Valley” ist der Titel im Original, obwohl ja eine der Hauptpersonen lediglich Gesandter des Teufels ist. Der Gesandte allerdings hört auf den coolen Namen DangerfieldThe Boys anyone?

Aber der Boss himself hat auch seinen Auftritt und gibt dabei den gelassenen Geschäftsmann.

Das ganze ist einfach nur eine kleine Geschichte über das Leben, im Tal, mit all den Bösen und Guten Dingen die den Menschen dort passieren.

Und einem, Langdon Taft, der am Ende seines Lebens die Chance ergreifen will Sachen richtig zu machen. Und da kommt das Mephisto-artige Angebot des Gesandten des Teufels gerade richtig.

Aber, wie das so in diesen kleinen Geschichten eben ist, Langdon Taft ist keine Egomane und er tut gutes ohne an sich zu denken.

Und das sorgt für ein Happy End! Eigentlich eine Geschichte, die am herbstlichen Lagerfeuer den jungen und alten Kindern erzählt werden sollte.

Und hoffentlich lernen die was!

Soundtrack dazu: Epicycle – Pleasant Valley Sequel, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.560

Castle Freeman – Der Klügere Gibt Nach (Nagel & Kimche, 2018)

Gelesen: 28.11. – 04.12.2021, netto 195 Seiten.

De Bücher von Castle Freeman sind einfach perfekte kurze kurzweilige Unterhaltung. Auch und gerade, wenn er einem im hard-boiled nun wirklich etliche Male durchgekautem Thema wie Selbstjustiz – Ein Mann sieht Rot nachgeht.

Sheriff Wing ist am Arsch: Seine Mutter dement, seine Frau hat Wing auf das Sofa in der Wache verbannt (und einen ex- Deputy als Lover ins Haus geholt) und Vorsitzende der Versammlung der Gemeinden (die den County Sheriff letztendlich finanzieren) versucht ihn abzusägen.

Und weil Wing weniger Akteur sondern Beobachter ist passieren ganz viele Dinge ohne das Wing eingreift. Was ein feiner literarischer Kniff ist, da so Castle Freeman seine Stärke ausleben kann: Lakonische, skurrile und großartig hinterwäldlerische Kommentare der eigentlichen Helden des Buches.

Und am Ende, ohne das Wing wirklich Ermittlungen anstellt, kommt ein Bäng! der das ganze nicht nur absurd sondern auch moralisch herrlich unkorrekt auflöst.

Denn Hinterwäldler entscheiden immer noch selbst was hinten bei ihnen im Wald passiert. Und wem was passiert. Und nicht irgendein zugezogener ehrgeiziger ex-Pentagon Schreibtischhengst.

Großartig!

Soundtrack dazu: Didjits – Hafta be cool to rule/Wingtips, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.559

Castle Freeman – Auf Die Sanfte Tour (Nagel & Kimche, 2017)

Gelesen: 18. – 27.11.2021, netto 177 Seiten.

Und weiter geht es mit Castle Freeman, ein weiterer Schlanker Band aus der Reihe bei Nagel & Kimche. Schlank auch, weil die Hinterwäldler aus Vermont nicht viele Worte machen. Und weil Castle Freeman einfach ein begnadeter Erzähler ist, der mit wenig Worten viel rüberbringt.

Irgendwo im nichts der Berge von Vermont hat die Russenmafia eine Villa und ein riesiges Grundstück als Rückzugsort. Und ausgerechnet dort kommt ein lokaler Kleinkrimineller auf die unkluge Idee in die zur Zeit ungenutzte Villa einzubrechen.

Geklaut hat nicht viel, nur einen kleinen Safe. Den wollen die Russen aber unbedingt wiederhaben – und schicken ihre Problemlöser. Die ziehen aber gegen den cleveren Kleinkriminellen den Kürzeren. Also wenden sich die Russen an Sheriff Wing und erwarten das er seinen Job macht.

Wing macht seinen Job, aber anderes als die Russen wollen. Den er erledigt alles mit lokaler Ruhe und Geduld. Und so wird das ganze eine ganz wunderbare und lakonische Gaunerkomödie, voller trockenem Hinterwäldler Humor.

Klar ist auch, das die Russen keine Chance gegen die Jungs aus den Bergen haben. Dennoch macht Wing seinen Job und der Safe kommt zu den Russen zurück. Und da Wing seinen Job tatsächlich konsequent mit Ruhe und Geduld macht… verschwinden die Russen auch aus den Bergen.

Einfach klasse, diese kleinen Geschichten. Ganz großes Kopfkino!

Soundtrack dazu: The Lillingtons – Russian Attack, was sonst?