Bücher, schnell gelesen: Teil 1.534

Tahar Ben Jelloun – Schlaflos (Polar Verlag, 2021)

Gelesen: 21. – 25.07.2021, netto 201 Seiten

Ein untypischer Noir bei Polar: Das Buch ist eine durch und durch humorvolle Farce, eine Fabel. Irgendwie wie eine nordafrikanische Geschichte die von Erzähler zu Erzähler weitergereicht wird – nicht zu vergessen das Lehrstück am Ende.

Gegen Schlaflosigkeit hilft töten. Das findet der namenlose (aber offensichtlich autobiographische) Erzähler nebenbei raus als er seine Mutter erstickt. Warum? Egal.

Aber irgendwie kommt er dahinter das er nur dann erfolgreich in sein Schlafkreditkonto einzahlt wenn er Menschen vom Leben in den Tod hilft. Schlafkreditpunkte (SPK) bringt das ganze.

Zuerst sind es eh sterbende nahe und ferne Freunde, Verwandte und Bekannte. Aber dann braucht er mehr und kommt drauf das böse Menschen, Politiker und Banker noch mehr SPK’s einbringen.

Und so mordet er sich fröhlich durch die Lande, entgeht der Polizei und entdeckt das auf dem Weg auch Libidopunkte einheimsen kann.

Das Ende wird nicht verraten, aber ihr könnt euch sicher denken das er am Ende noch eine starke Lektion lernt.

Recht fröhlich poesiert sich Tahar Ben Jelloun (ein erfolgreicher ernsthafter Schriftsteller) dabei durch die wirkliche lustige Story. Hollywood könnte draus eine schöne Screwball-Comedy machen, evtl. schafft das auch ein Franzose.

Einen Serienmörder ohne negativen Antrieb und ohne schlechtes Gewissen hinzubekommen, Chapeau! Cooles Buch und schönes Solitär!

Soundtrack dazu: Taqbir – Aisha Qandisha, was sonst?

PS: Und Tahar so?

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