Bücher, schnell gelesen: Teil 1.529

David Peace – Tokio Neue Stadt (Liebeskind, 2021)

Gelesen: 06. – 14.06.2021, netto 422 Seiten

Der dritte (und letzte) Teil der Tokio Trilogie von David Peace und ein unfassbar dichter Abschluss seiner Sicht auf Tokio nach dem Ende des zweiten Weltkriegs.

2009 erschien “Tokio im Jahr Null“, 2010 kam “Tokio Besetzte Stadt” und nach mehr als 10 Jahren kommt jetzt “Tokio Neue Stadt“. Wie alle Bücher von David Peace durchaus schwere Kost.

Das ganze ist wieder mehr als ein Krimi, es ist ein quasi archäologischer Blick auf eines der (zumindest in Japan) großen Mysterien der Japanischen Eisenbahn.

Der Shimoyama Incident von 1949 ist historisch tatsächlich spannend: Der Präsident der Japanischen Eisenbahn (Japanese National Railways) muss am 04.07.1949 30.000 Eisenbahner entlassen (als Teil der von den amerikanischen Besatzern/Befreiern – take your viewpoint – vorgegebenen Restrukturierung der japanischen Wirtschaft) und am 05.07. liegt er zerfetzt auf einem Eisenbahngleis. Lokomotive D51 651 hat in zerlegt.

Ob es jetzt Selbstmord, Mord oder eine Verschwörung war … damit beschäftigen sich gleich 3 Leute: 1949 gerät Harry Sweeney als Ermittler der Besatzungspolizei zwischen die Fronten des amerikanischen Oberkommandos und der japanischen Polizei. 1964 stolpert ein versoffener Privatdetektiv Murota Hideki in den Wahn eines japanischen True-Crime-Schriftstellers, der über dem Shimoyama Incicent den Verstand verloren hat. Und 1988 wird der damalige CIA-Resident Donald Reichenbach mit seiner Schuld konfrontiert.

Muss man mögen, wie alle Bücher von David Peace. Aber wer sich traut kann seine Fantasie ziemlich befeuern. Bin sehr gespannt welchem Thema er sich in Zukunft annimmt.

Großes Kino, unverfilmbar!

Soundtrack dazu:

PS: Was sagt David Peace?

https://www.youtube.com/watch?v=Dbmsrz5A1_g

PPS: History, repeats itself!

https://www.youtube.com/watch?v=7BxjR2jnYt8

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