Bücher, schnell gelesen: Teil 1.519

Tim MacGabhann – Der Erste Tote (Suhrkamp, 2020)

Gelesen: 25.04. – 02.05.2021, netto 251 Seiten (plus ein ausführlicher Anhang von 10 Seiten)

Der Autor erklärt es im Anhang: In Mexiko gibt es die Tradition der crónica, das ist eine Mischform Reportage, Autobiographie und … Erfindung. Also eine gute Geschichte, die ihre Wurzeln im echten Leben des Erzählers hat und geschickt echte Dinge mit Sachen verknüpft die die Geschichte voranbringen.

Tim MacGabhann ist Ire und lebt in Mexiko als freier Journalist. Und alles was in diesem Buch vorkommt hat er mehr oder weniger erlebt.

Worum es geht? Um Rohstoffreserven. Und den Kampf darum, den Kartelle, Drogenbosse, staatliche Sicherheitskräfte (lokale Polizei. Staatspolizei und noch mehr), Politik und amerikanische Wirtschaftsunternehmen gegen die lokale Bevölkerung führen.

Mittendrin zwei Reporter: Einer Ire, einer Mexikaner. Als sie über eine Leiche stolpern und wie durch ein Wunder von der Polizei laufen gelassen werden geht der eine (klar, der Gringo) zurück nach Mexiko-City, der andere (der Mexikaner) geht zurück um mehr zu Erfahren. Und wird ermordet.

Es bleibt an Andrew (der Gringo, der aber fast vollständig assimiliert ist) das ganze bis zum bitteren Ende aufzulösen. Und hier wird das ganze dann ein starkes Buch: Es ist nicht nur ein Thriller voller Gewalt sondern auch eine Geschichte über die Verzweiflung einer Liebe und ein Land in Auflösung. Mit anderen Gesetzen. Ungeschriebenen die aber jeder kennt und beachtet.

Das Ende ist passend, denn am Ende gewinnt immer das Geld und die Macht – nie die Liebe.

Die Stärke des Buches: Harte Gewalt und Poesie stehen ganz nah beieinander.

Soundtrack dazu: Candy MX – Painkiller, was sonst?

PS: Übersetzt von der wunderbaren Conny Lösch, ein Qualitätsmerkmal.

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