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  • Bücher, schnell gelesen: 1.847

    Bücher, schnell gelesen: 1.847

    Candice Fox – Outback Killers (Suhrkamp, 2026)

    Gelesen: 01. – 06.07.2026 (netto 421 Seiten)

    Aus dem australischen Englisch von Andrea O’Brien.

    Das ist lustig. Beim Lesen und beim Reindenken in den Charakter Senior Sergeant Edna Norris dachte ich spontan an Gary Disher und die Constable Paul Hirschhausen Reihe. Und lag völlig falsch, das Buch ist eine Hommage an Lee Child und seine Jack Reacher Serie (inzwischen ca. 30 Bücher, die ich noch nie gelesen habe). Das stellt Candice Fox zumindest im Anhang klar.

    Auch Edna wirkt draußen im Outback, weitestgehend alleine und so gut es geht ohne Kontakt zu irgendwelchen Chefs. Sie ist der Chef.

    Durch ihren Bezirk führt ein Stück der sogenannten High Wire, eine undokumentierte Piste für die, die niemandem auf dem Weg nach Sydney begegnen wollen – vor allem nicht der Polizei. Ein Schmugglerpfad. Ein Versteck. Und ein schneller Weg, wenn man denn weiß wie er zu benutzen ist.

    Harvey Buck weiß das. Und muss dringend nach Sydney. Sein Flughafen ist wegen einer Bombendrohung gesperrt, in Sydney braucht seine Freundin Hilfe. Auf dem High Wire sollte man immer Vorsichtig sein und auf keinen Fall Anhalter mitnehmen.

    Harvey, ex-Militär mit Afghanistan Erfahrung, kann aber Frauen und Kinder nicht unversorgt lassen. Und rettet Clare, deren Auto auf dem High Wire verreckt ist. Und kommt in Teufels Küche.

    Harvey hat Feinde aus seiner Zeit in Afghanistan und die wollen ihn fertig machen. Aber so richtig. Und Clare hat einen Feind. Ihren Mann. Der will sie töten (was sie im übrigen bei ihm auch schon versucht hat). Leider ist ihr Mann Polizeichef.

    Edna ermittelt, ahnt schnell das da mehr ist und wird kaltgestellt. Auch weil sie einen jungen Kerl, den sie eigentlich nach Hause schicken sollte, als Hilfsermittler mit sich rumschleppt.

    Am Ende löst der das Rätsel wer eigentlich wen warum umgebracht hat, Edna ballert dem Polizeichef in die Kniescheibe, Clare explodiert und der Rest der Polizei bringt den Fall in aller Ruhe zu Ende.

    Dannach darf auch Edna wieder mitmachen.

    Ein ziemlich cooler und spannender Road Movie, gut gezeichnete Charaktere mit viel Background, ordentlich Tempo, extremer Gewalt und eben viel Outback “Romantik”. Nicht.

    Klasse Buch!

    Soundtrack dazu: The Stripp – On The Road, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.846

    Bücher, schnell gelesen: 1.846

    Helena Falke – Noch Fünf Tage (Suhrkamp, 2026)

    Gelesen: 23. – 30.06.2026 (netto 295 Seiten)

    Ups, ein Thriller laut Umschlag aber in Wirklichkeit ein ziemlich kluges Buch über das Sterben. Und was in so einem Fall eigentlich wirklich zählt. Über das Verneinen und Akzeptieren.

    Und über das Loslassen.

    Beifang ist eine Kriminalfall: Die Milliardärsfamilie Harman wurde in Davos vergiftet. 4 Tote. Unternehmer, Gattin, zwei Kinder. Und die exklusive Spitzenköchin, die bei den Harmans angestellt war, kommt mit dem Leben davon. Da aber auch sie Kontakt mit dem Gift hatte und das Gift sich als Polonium-210 herausstellt, hat sie nur noch ziemlich genau 5 Tage zu leben.

    Lis Castrop ist die Köchin, liegt jetzt in einem Luxushospiz und will unbedingt herausfinden was passiert ist, bevor sie stirbt (eine Tatsache, die sie 4 Tage lang verneint). Betreut von der Krankenschwester Esme erzählt sie sich durch ihr Leben und sucht … nach dem Mörder. Oder der Mörderin.

    Die unbedingte Tatsache, das die Heldin des Buches sterben wird, macht das ganze spannend. Wie weit kommt sie? Was aus der Vergangenheit spielt eine Rolle. Was wird in einer Zukunft ohne sie eine Rolle spielen?

    Und neben dieser Suche erfährt der Leser dann noch ordentlich was über die Sterneküche, das Leben einer Milliardärsfamililie und ihres Wirkens (im guten wie im schlechten) und über Wahrheit, Zufall und Schuld. Und Liebe.

    Und Champagner.

    ( (c) Suhrkamp, 2026)

    Am Anfang tat ich mich schwer, am Ende war es dann doch spannend und … eine sehr würdevolle Geschichte.

    Weniger Krimi, mehr Lehrstunde über das Sterben. Und das werden wir alle.

    Soundtrack dazu: Chin Chin – Dead Life, was sonst?

    PS: Tax the rich!

  • Bücher, schnell gelesen: 1.844

    Bücher, schnell gelesen: 1.844

    Kim Koplin – Die Guten Und Die Toten (Suhrkamp, 2023)

    Gelesen: 17. – 18.06.2026 (netto 248 Seiten)

    Und nochmal Berlin. Balin, Balin, wir scheesen of Balin, wa?

    Wieder ein sportliche Polizistin, wieder ordentlich Gewalt und – im Gegensatz zu Hope Joanna – ziemlich viele blutige Tode. Kommissarin Nihal Khigarian schliddert dabei in eine Sache, die ein ordentliches Stück zu groß ist. Ihr Ehrgeiz und ihr Wille ist aber ebenso groß, daher nimmt sie es damit auf.

    Ein zugekokster Staatssekretär baut mit seinem Wagen einen Unfall. An Bord ein junges Escort-Model, im Kofferraum eine Leiche. Und mit Mega-Ego und Art 46 GG ausgestattet. Den er zu seinem Pech aber nicht verstanden hat.

    Der Leser hat schon vorher verstanden, das er einen windigen Waffendeal zwischen einem deutschen Waffenhändler und Saudi-Arabien vermittelt hat und Millionen dafür in seine Richtung fließen.

    Quer kommt ihm aber nicht die Leiche, sondern im Prinzip der Flüchtling Saad (der durch Zufall auch in Nihal reingestolpert ist). Nachdem Nihal, Saad und der Staatssekretär auf dem Spielfeld platziert sind, geht die wilde Hatz los:

    Saad ist zwar Flüchtling aber kein Syrer (sondern ein vor der Drogenmafia aus Marseille geflüchteter Profi), Nihal verliert beinahe ihren Job da ihr Bruder mit ihrer Dienstwaffe einen Überfall begeht und der Staatssekretär ist so nervig, das er natürlich das ganze nicht überlebt.

    An einigen Stellen vorhersehbar aber immer spannend und mit ordentlich Tempo. Und einigen interessanten Tötungsarten. Nihals Bruder kommt in den Knast, es gibt noch mehr Tote und am Ende flieht Nihal mit Saad und dessen Tochter Richtung Hamburg.

    Eine echt interessante Story die immer wieder Vergangenheit vs. Zukunft gegenüberstellt und dabei ohne groß zu Fragen den moralischen Kompass der handelnden in dem Mittelpunkt rückt.

    Inzwischen gibt es da eine Fortsetzung. Cool, kommst demnächst dran.

    Soundtrack dazu: Kamikaze Queens – Automatic Life, was sonst?

    PS: Und Kim Koplin? Gibts garnicht…