Bücher, schnell gelesen: Teil 1.439

Joe R. Lansdale - Blutiges Echo (Suhrkamp, 2015)
Joe R. Lansdale – Blutiges Echo (Suhrkamp, 2015)

Gelesen: 19. – 23.03.2020, netto 381 Seiten.

Endlich habe ich es mal wieder geschafft ein Joe R. Lansdale Buch aus meinem Rückstand zu lesen, ich muss unbedingt prüfen was mir noch fehlt.

Blutiges Echo“ ist im Original von 2007 und ein modernes Buch, East Texas zur Zeit von Mobiltelefonen. Die Grundidee ist cool und fast schon Steven King like: Harry Wilkes hat als kleiner Junge eine Entzündung im Ohr und hat danach Visionen.

Irgendwann erkennt er das Muster: Er reagiert auf Geräusche, und diese Geräusche übertragen Bilder (Bildplatte anyone?). Und diese Bilder sind aus der Vergangenheit und zeigen Gewalt. Morde. Schlimme Dinge. Mit Alkohol und Umwegen versucht er sein Leben zu meistern, er geht seiner Gabe (oder  seinem Fluch) aus dem Weg.

Als seine Jugendliebe Kayla als Polizistin in seine Heimatstadt zurückkehrt versucht er seine Gabe einzusetzen um den Tod ihres Vaters zu klären. Mit seinem neuen Freund Tad, Alkoholiker und Kampfsportexperte, gerät er dabei aber an die eigentlichen Drahtzieher hinter dem angeblichen Selbstmord ihre Vaters.

Und das geht dann natürlich auf ein ordentliches Showdown zu.

Kein typisches Lansdale Buch aber eine smarte Geschichte rund um eine Fähigkeit, die ja eigentlich da ist. Geräusche speichern Daten. Geräusche können Bilder triggern.

Und das ganze im coolen Joe R. Lansdale Stil – eine perfekte und runde Geschichte. Warum Steven King? Weil das ein perfekter Film wäre!

Soundtrack dazu: Tad – Stumblin‘ Man, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.432

Dietrick Kalteis - Shootout (Suhrkamp, 2018)
Dietrick Kalteis – Shootout (Suhrkamp, 2018)

Gelesen: 09. – 14.01.2020, netto 332 Seiten.

Oben in Whistler, dem Ski-Gebiet bei Vancouver, ist es weniger Meth als Pot. Angebaut in Bio-Qualität und relaxed unter die Leute gebracht. Alles sehr laid-back, dito auch die lokale Polizei.

Eigentlich ein gute Geschäft und Grey Stevens könnte mit genug Kohle aussteigen um sich dem Biken, Snowboarden und Surfen zu widmen, immer schön angeballert.

Aber Drogen involvieren eben nicht nur entspannte Kiffer sondern auch fiese Typen die damit richtig Kohle machen wollen. Und die fallen in Whistler ein. Und als Grey eine junge Punkette aus den Händen eines Junior Mafiosis rettet … geht die wilde Fahrt ab.

Aus allen Ecken kommen Leute mit Waffen und dem Ehrgeiz diese auch einzusetzen und an jeder Ecke stirbt jemand. Grey schwimmt verliebt und angeballert durch das ganze Chaos und mit jedem umblättern fragt man sich warum es ihn nicht erwischt.

Was dieses Buch aber so richtig klasse macht ist die Besetzung: Jeder, vom Gangster, über die Cops bis zum Nachbarschaftsbewacher kommt irgendwie sympatisch in seiner Rolle rüber oder macht etwas das einen zum Schmunzeln bringt. Dabei ist das Buch definitiv blutig und die Anzahl der Toten ist deutlich zweistellig.

Auf der Klappe wird Kalteis mit Elmore Leonard verglichen, das passt sogar.

Also werde ich auf die Suche nach seinen anderen Büchern gehen müssen…

Soundtrack dazu: Brand New Unit – Guns for everyone, was sonst?

PS: Das englische Cover ist sowas von Genial, warum in Gottes Namen kann das nicht auch hier genommen werden?

Dietrick Kalteis - The Deadbeat Club (2015)
Dietrick Kalteis – The Deadbeat Club (2015)

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.406

David Whish-Wilson - Die Gruben Von Perth (Suhrkamp, 2018)
David Whish-Wilson – Die Gruben Von Perth (Suhrkamp, 2018)

Gelesen: 22. – 26.08.2019, 313 Seiten.

Der zweite Teil Der Perth-Saga von David Whish-Wilson.  Frank Swann ist tatsächlich aus der Polizei rausgeflogen und hält sich nun, 3 Jahre später, als Privatdetektiv über Wasser.

Seine Gegner aus der korrupten Polizei- und Politikmafia sind immer noch hinter ihm her, fast genauso stark wie hinter dem Geld (das sie überall abschöpfen).

Das Perth von 1979 ist immer noch am Arsch, so wohl geographisch als auch musikalisch:

DWW vs. Busscocks ... ( (c) Suhrkamp 2018)
DWW vs. Buzzcocks … ( (c) Suhrkamp 2018)


Nein, Streetcredibility in Sachen Musik bekommt DWW nicht. Dafür aber jede Menge credibility für hard-boiled crime

Die Story wird vor allem dadurch spannend, weil der Leser bis zum Schluss glaubt zu ahnen wo die Reise der gierigen Gangster hingeht. Und prompt falsch liegt. Eine leidlich spannende und immer brutale Story bekommt am Ende einen ebenso überraschenden wie klugen Kniff.

Ich bin jetzt gespannt wie DWW die Trilogy zu Ende bringt – 1982? Und noch mehr Tote? Oder Swann zurück zur Polizei? Ich bin gespannt!

Soundtrack dazu: Creeping Jesus – Fools Gold, was sonst?