Bücher, schnell gelesen: Teil 1.377

Joe Ide - Stille Feinde (Suhrkamp, 2018)
Joe Ide – Stille Feinde (Suhrkamp, 2018)

Gelesen: 17. – 21.03.2019, netto 392 Seiten

Klasse – endlich das zweite Buch rund um den etwas anderen Detektiv aus South Central, LA. Was im ersten Band schon ein Alleinstellungsmerkmal war, ist hier noch viel stärker und spannender untergebracht:

Der Zwiespalt bei Isaiah Quintabe (ein Held aus dem Hood wie er besser nicht sein könnte) zwischen seinem aktuellen Fall und der Suche nach dem Mörder seines großen Bruders.

Zwei Geschichten, parallel und zeitversetzt erzählt und sehr clever miteinander verbunden. Und am Ende mit einem sehr elegantem Cliff-Hänger.

IQ bewunderte nicht nur seinen großen Bruder sondern auch dessen Freundin. Als diese beim im Anklopft und bittet ihre spielsüchtige Halbschwester aus Las Vegas (und den vielen Händen der 14K Triade) zu retten stürzt er sich schwer verliebt in dieses Abenteuer. Daneben hat er vor der eigenen Haustür die Locos Surenos 13 an der Backe (die lokale Gang) und eine Spur zum Mörder seines Bruders.

Viele Probleme enden dann auch hier in vielen Verletzungen (und das nicht nur physisch sondern dank verschmähter Lieber auch seelisch) und mit der einen oder anderen Leiche (auf die eine oder andere lustige Art).

Wie der Erstling ein großartiges Buch von einem Autor der einen sehr klugen Blick auf diese Welt hat. Dazu seziert er dann noch die Verhaltensrituale der Gangster, die eigentlich alle nur eines wollen: Nach oben kommen. Und der Teil ist richtig gut!

Ich freue mich schon auf das 3. Buch, das 2018 in den US of A bereits erschienen ist. Und eine Verfilmung steht auch an, wenn ich es recht verstanden habe. Klasse!

Kaufen und Lesen – nicht zögern!

Soundtrack dazu: Cringer – Dispair Ends, was sonst?

PS: Mehr über den wirklich klugen und redegewandten Joe Ide hier oder aus seinem eigenen Mund …

PPS: Das Buch hat zwei Qualitätsmerkmale – Herausgegeben von Thomas Wörtche (was er macht muss mann zumindest anschauen) und Übersetzt von der wunderbaren Conny Lösch (was sie übersetzt ist niemals schlecht).

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.333

Aidan Truhen - Fuck You Very Much (Suhrkamp, 2018)
Aidan Truhen – Fuck You Very Much (Suhrkamp, 2018)

Gelesen: 16. – 23.07.2018, netto 341 Seiten

Das beste verrate ich zuerst: Die wohl lustigste Art jemanden zu Töten ist ihm mit einen übergroßen Kürbiskanone den abgeschnittenen Kopf seines Kumpels in den Oberleib zu ballern.

Und letztendlich darum geht es in diesem Buch: Launig, lustig und eloquent Rache zu nehmen. Die klassische One Man Army Geschichte ist es aber nicht, dazu ist der dauerlabernde Ich-Erzähler zu großkotzig. Eigentlich müssten seine Gegner ob des ganzen Gelabers Selbstmord begehen.

Jack Price ist Drogenhändler und hat sein ganzes Imperium an die New Economy crowdgesourced. Beim ihm gibts Kokain bester Qualität über eine völlig anonyme, App-gesteuerte Lieferkette. Aber dann will ihn jemand umbringen. Und benutzt dafür die fieseste Killertruppe auf Erden.

Aber Jack ist nicht nur großspurig, großmäulig sondern einfach auch viel cleverer als die gedungenen Killer. Einen nach dem anderen macht er kalt. Immer lustig, immer sportlich.

Das Lesen ist manchmal anstrengend und der Dauerquatscher geht einem manchmal auf dem Geist aber es bleibt einfach eine launige blutige Angelegenheit. Und das war schon immer ein Qualitätsmerkmal.

Soundtrack dazu: Dillinger Four – Thanks for Nothing Pt II: Revenge, was sonst?

 

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.327

Candice Fox - Fall (Suhrkamp, 2017)
Candice Fox – Fall (Suhrkamp, 2017)

Gelesen: 11. – 13.06.2018, netto 463 Seiten

Und der letzte Teil der Hades-Trilogie. Ich mag es ja wenn es in Krimis so richtig schön abwärts geht: Körperlich, mental und gesellschaftlich. Und individuell.

Candice Fox schafft es tatsächlich im 3ten Teil noch einen Schritt weiter downhill zu rennen. Was in Eden noch klar strukturiert war ist hier eine wunderbar zerfasender Kosmos an Chaos, Mord, Totschlag und Hintergehen. Von Familie. Von Freunden. Von Partnern. Und das alles vor dem Hintergrund einer eh mehr als angespannten Partnerschaft von zwei Cops, die ganz offen am Arsch sind.

Eden ist völlig hinüber seit dem sie beinahe zerstückelt wurde und Frank ist hinüber weil er sich in eine Beziehung zu seiner Psychologin ergibt bzw. darin aufgibt. Und nicht merkt, das diese dabei ist das Geheimnis von Eden zu lüften und zwar um schlicht und einfach Kohle zu kassieren.

Dazu eine Irre die weibliche Joger killt, eine irre Journalistin die die Stadt aufwiegelt und eine Irre, die in Eden ihre große Schwester findet. Ein großartiges Chaos das am Ende auch in diesem endet – trotz Auflösung des Falles.

Leider mit einem Cliff-Hänger, da wird also nochmal was kommen.

Insgesamt eine sehr befriedigende Reihe: Chaos, Blut, Gewalt und das auf vielen Strängen. Passt. Passt sehr gut.

Soundtrack dazu: Arm The Insane – Self Destruct, was sonst?