Bücher, schnell gelesen: Teil 1.442

Tom O'Neill - Chaos (Little, Brown and Company, 2019)
Tom O’Neill – Chaos (Little, Brown and Company, 2019)

Gelesen: 31.03. – 13.04.2020, netto 501 Seiten (in Englisch, eine deutsche Übersetzung gibt es nicht)

Während Giancarlo De Cataldo in Agent des Chaos volle Fiktion mit der Realität von MK ULTRA verheiratet ist Tom O’Neill ein investigativer Journalist. Und dieser will 1999 eine kleine Geschichte anlässlich des 20ten „Jubiläums“ der Tate-LaBiance Morde schreiben.

Und aus dieser kleinen Geschichte wird eine Obsession und aus dieser Obsession wird eine 20 jährige Suche nach Löchern in der allseits bekannten Geschichte. Nach Fehlern in den Prozessen gegen Manson und seine sogenannte Familie. Und nach Querverbindungen, die bisher keiner gesehen hat.

Zwei Dinge machen das Buch spannend: Zum einen nimmt Tom O’Neill den ehemaligen Staatsanwalt Vincent Bugliosi (berühmt geworden durch sein Buch Helter Skelter, das am besten verkaufte True-Crime Buch aller Zeiten) ziemlich gut auseinander – es bleibt ein selbstsüchtiges, arrogantes und mieses Arschloch übrig – und zum anderen guckt er in eine Ecke, die im Prozess durch Bugliosi überhaupt nicht angeschaut wurde…und dabei stößt er dann auf indirekte Verbindungen, die völlig spannend sind.

In seinen eigenen Worten:

(c) Little, Brown and Company 2019

Was er nicht findet ist eine direkte Verbindung von Manson zur CIA und MK Ultra aber eine Überschneidung. Und dabei erarbeitet er eine Historie rund um Louis Jolyon West, einen Psychiater mit CIA Verbindungen bzw. CIA Aufträgen. Und zum Mord an JFK. Und er findet lange verschollene Dokumente die jede Menge Schweinereien der CIA aufdecken – allerdings nichts was Manson direkt erwähnt.

Die Theorie ist jedoch brillant!

Ein spannendes Buch, das voraussetzt das der Leser die Geschichte von Manson und der Familie und ihren Taten kennt. Dann aber beschreibt es sehr gut, wie eine sorgfältige Recherche einen aus der Bahn werfen kann und welche Kollateralschäden es geben kann.

Und, was das CIA alles so in den US of A getrieben hat. Und was damals alles so nicht funktioniert hat in California. Etliche Male hätte Manson zurück in den Knast gehen können, da er seine Bewährung verletzt hat. Ist aber nie passiert.

Nebenthema und ebenso spannend: Dennis Wilson von den Beach Boys und seine Fixierung auf Charles Manson (wg. Musik und Drogen) und seinen Girls (wg. Sex).

Soundtrack dazu: Charles Manson – Cease to Exist, was sonst? Und ein Grund mehr Hippies nicht zu mögen. Fuck Countercoulture. Fuck Drugs. Fuck Hippies! Und ist es nicht das was das CIA erreichen wollte?

Responsible Disclosure: Als #recordcollectorsarepretentiousarsehole habe ich natürlich die Manson Bootleg LP.

PS: Tom O’Neill sagt dazu …

PPS: Und eine schöne Zusammenfassung aus heutiger Sicht…mit den McDonald Brüdern (Redd Kross), die ein wenig durchscheinen lassen warum die Musik Szene eine kleine Obsession mit Charlie hatte.

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