Bücher, schnell gelesen: Teil 1.438

Sarah Schulman - Trüb (Ariadne Verlag, 2019)
Sarah Schulman – Trüb (Ariadne Verlag, 2019)

Gelesen: 04. – 08.03.2020, netto 254 Seiten.

Perfekter erster Satz für ein Buch in New York: „Alle waren komplett verwirrt, denn der Präsident war ein Irrer.“ Ex-Cop Maggie Terry ist genauso verwirrt: Nach 30 Jahren downhill auf Überholspur (Alkohol, Drogen) ist sie nach einer 18 monatigen Reha clean und kann weder etwas mit dem Tag, noch mit dem Leben, noch mit NYC anfangen.

Sie hockt in einer leeren Wohnung und muss einen neuen Job als Ermittlerin für einen Anwalt anfangen. Durch die beinharten 5 ersten Tage verfolgt Sarah Schulman Maggie und der Leser erlebt die gnadenlose Sezierung einer geschunden Seele. Wo andere Krimis hard-boiled zwischen den Menschen sind ist dieser hard-boiled in Maggies Seele.

Beinhart. Sie vermisst ihr Kind, ihre große Liebe, ihren Status als Cop, ihren Kollegen (der wohl ums Leben gekommen weil sie mal wieder dicht war) und sie hat keine Ahnung wie sie nüchtern mit New York und ihrem Job umgehen soll. Hilflos stolpert sie von AA zu AA Meeting um über den Tag zu kommen.

Am Ende knackt sie ihren ersten Fall, aber nur weil sie aufgibt Opfer (von zB Gentrifizierung oder auch Neoliberalismus) zu sein sondern endlich wieder selbst Verantwortung übernimmt. Drogen und Alkohol gibt es nicht mehr und damit kann die Verantwortung nicht mehr weitergeschoben werden.

Ein großartiger Roman mit viel Herz (für Maggie) und endlos viel … Trostlosigkeit. Welcome to NYC, dry. Ach ja, Liebe gibt es auch nicht.

Klasse Buch!

Soundtrack dazu: New York Rel-X – Sorrow is a prison, was sonst?

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