Tag: Ariadne Krimi

  • Bücher, schnell gelesen: 1.814

    Bücher, schnell gelesen: 1.814

    Hannelore Cayre – Finger Ab (Ariadne Krimi, 2024)

    Gelesen: 05. – 08.02.2026 (netto 189 Seiten)

    Deutsch von Iris Konopik.

    Wow, eine spannende Fingerübung. Wie schlägt frau eigentlich den Bogen von heute (und dem Versuch illegal einen Swimmingpool zu bauen) zum Ausbruch aus dem Patriachat vor 35.000 Jahren?

    Ganz einfach sagt Hannelore Cayre und macht daraus einen Kirmi, der eben vor 35.000 Jahren spielt.

    Klingt vertrackt, ist es am Ende aber nicht. Das hier und das damals sind gut miteinander verwoben und die eigentliche Story findet ganz im damals statt. Und, bewusste und passende Entscheidung, die Menschen vor 35.000 Jahren sprechen unsere Sprache und heben damit die Geschichte zurück zu uns.

    Natürlich, wie immer bei Ariadne, geht es um eine weibliche Sichtweise. Hier um den Ausbruch einer Frau aus den archaischen Strukturen und einer viel zu kleinen Weltsicht. Und warum? Weil sie es kann. Weil sie es besser kann als die Männer.

    Eine wirklich schöne Story, bei Neal Stephenson wären es 800 Seiten geworden. Die Essenz aber, die kommt auch in weniger als 200 Seiten rüber.

    Soundtrack dazu: Les Thugs – Femme Fatale, was sonst?

    PS: Und Hannelore so?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.785

    Bücher, schnell gelesen: 1.785

    Sara Paretsky – Wunder Punkt (Ariadne Krimi, 2025)

    Gelesen: 23. – 30.08.2025 (netto 472 Seiten)

    Deutsch von Else Laudan.

    Sara Paretsky kommt in diesem Buch quasi nach Hause. Sie schickt Vic Warshawski zur Erholung nach Lawrance, Kansas. Und das ist mehr als nur Zufällig der Ort an dem Sara aufgewachsen und zur Uni gegangen ist.

    Vic begleitet eine Freundin und ein paar junge Studentinnen zu einem Basketball-Spiel und als eine vor der Heimfahrt verschwindet bittet ihre Freundin sie die Vermisste zu suchen.

    Sie findet sie und sie findet Drogen und eine Leiche. Und von da an kann sie nicht loslassen und findet sich mitten in einer Stadt wo die Vergangenheit immer noch Wunden reisst:

    Kansas wurde 1854 ein Territorium und erst 1861 ein Staat, der der US of A als 34ter Staat beitrat. Zischen diesen beiden Jahren lag ein langer und blutiger Streit ob Kansas Sklaverei erlaubt oder verbietet (was es am Ende tat).

    Und das alles strahlt bis heute aus, die Leiche die Vic findet ist eine junge Frau die genau die Gründermythen von Kansas und Lawrance untersucht hat und dabei am Ego (und der Geschichte) von den bestimmenden (weißen) Familien im Ort kratzte.

    Und Vic, die Außenseiterin aus Chicago, legt sich mit den lokalen Fürsten (Polizei, Staatsanwälte, Wirtschaftsmagnaten mit FBI Verbindungen, Grundbesitzer) an und lässt nicht locker. Obwohl sie mehr als einmal vor dem Aufgeben steht.

    Am Ende kommt es “klein” und mit einer historischen Lehrstunde. Weniger hard-boiled als sonst und mit einem leisen Ende (das aber um so gewichtiger ist).

    Spannende Historie, elegant in den Vic Warshawski Zyklus eingearbeitet. Passt.

    Soundtrack dazu: Stiff Middle Fingers – On The Watch List, was sonst?

    PS: Und Sara so?

    PPS: Und sie kommt diese Woche sogar nach Hamburg:

  • Bücher, schnell gelesen: 1.750

    Bücher, schnell gelesen: 1.750

    Sara Paretsky – Entsorgt (Ariadne Krimi, 2024)

    Gelesen: 01. – 02.01.2025 (netto 445 Seiten)

    Deutsch von Else Laudan.

    Ein neuer Fall für V.I. Warshawski, nachdem sie zuletzt in Kanada rumgestromert ist bring sie dieser Fall quasi vor die eigene Haustür in Chicago.

    Der Start ist ziemlich unrealistisch, aber ansonsten würde der Rest nicht funktionieren: Nach einem langen Überwachungsjob brauchen die Hunde von Warshawski Auslauf … und finden in den Klippen am Lake Mishigan ein verletztes Mädchen.

    Natürlich kümmert sich Vic, natürlich bekommt sie ein Ticket weil sie ihre Hunde frei laufen ließ. Das Mädchen hat Vic aber ein Wort ins Ohr geflüstert und das triggert das Interesse der Detektivin.

    Das Mädchen verschwindet aus dem Krankenhaus, ein dolmetschender Hausmeister des Krankenhauses wird ermordet und alle Welt (incl. von aggressiven Cops) sucht nach irgendwas was das Mädchen bei sich gehabt haben soll.

    Und das triggert dann Vic dem ganzen Nachzugehen, zumal die aggressiven Cops sie arg in die Mangel nehmen. Es wird sehr persönlich. Und das kann Vic schon gar nicht ab.

    Sara Paretsky hat das Buch während Covid-19 begonnen, es wimmelt also von Masken, von Abstandsregeln und von Menschem die das Virus negieren.Dazu kommen korrupte Cops, vom Chicago Police Department unterhaltene “Black Sites” und von “Geschäftsleuten” die in erster Linie ihren eigenen Profit suchen.

    Dazu kommt eine direkte Verbindung in Vics Familie und zeitgemäße Übel wie Antisemitismus (um eine alte Synagoge für zukünftige Bauvorhaben wegzubekommen), Mafia (nie weit Weg in Chicago) und organisierte Kriminalität (die sich an “Betreutes Wohnen für Senioren” dumm und dämlich verdient). Plus die Gefahr von Drohnen und Datamining.

    Sara Paretsky nimmt viel sozialen Sprengstoff in das Buch, das teilweise damit überfrachtet wirkt. Die eigentlichen Erzähllinien sind aber spannend und schon bald merkt der Erfahrene Leser, das sich da was kreuzen könnte.

    Das aber Vic alle Angriffe überlebt, scheint extrem unrealistisch. Sind die Cops und die Mafia alles Trottel?

    Trotzdem spannende Literatur, teilweise auch mit ordentlich Tempo und der notwendigen Gewalt.

    Ich mag die Bücher, sie sind halt etwas andere Krimis: Vic rettet immer die Schwachen, die Ausgegrenzten und die Armen. Und sie guckt nie weg. Nie.

    Soundtrack dazu: The Effigies – Mob Clash (2024 Version), was sonst?

    PS: Und Sara so?