Bücher, schnell gelesen: Teil 1.415

Liza Cody - Ballade einer vergessenen Toten (Ariadne Krimi / Argument Verlag, 2019)
Liza Cody – Ballade einer vergessenen Toten (Ariadne Krimi / Argument Verlag, 2019)

Gelesen: 13. – 23.09.2019, netto 398 Seiten

Dieses Buch schließt nicht an die „Lady Bag“ Bücher mit der obdachlosen Angela May Sutherland an sonder gehört inhaltlich ehr in die Nachfolge von „Gimme More“ (2004 bei UT Metro erschienen). 

Liza Cody war in ihrer Jugend als Roadie „für eine der schlechtesten Rockbands Londons“ unterwegs. Sie kennt daher das Musikgenre ebenso gut wie Crime und Detective. Ging es bei „Gimme More“ noch um die 60er ist die vergessene Tote eine Kind der 80er.

Elly Astoria war ein Phänomen, körperlich klein und ohne jedes Aussehen aber mit der Fähigkeit des absoluten Gehörs. Und der Fähigkeit Melodien zu schreiben die jedem unter die Haut gehen. Bis sie eines Tages brutal abgeschlachtet wird. Ihre Band SisterHood (die ohne sie niemals Erfolg hatte) trennt sich danach und alles verschwindet im Nebel der Geschichte.

Bis Amy, eine Schriftstellerin am Ende (sucht euch was aus: Beziehung, Karriere – alles passt) und auf der Suche nach einem Rettungsanker. Dieser Rettungsanker wird die Biografie von Elly Astoria. Und da der Mord an ihr nie aufgeklärt wurde wird das ganze sowohl Biografie als auch Detektiv Story.

Beides ist im Prinzip ja das Gleiche: Wahrheitsfindung. Die Biografie muss allerdings nicht gerichtsfest sein.

Und so stolpert Amy durch eine Geschichte voller Stars (die alle von Ellys Songs profitierten), voller Manager (die alle von Ellys Geld profitierten), voller Musiker (die alle von Elly profitierten) und findet … nichts was Elly ausmacht. Und am Ende findet sie dann noch die Geschichte hinter der Geschichte.

Wo John Niven das Musikgeschäft mit maskuliner Härte auseinander nimmt macht das Liza Cody mit weiblicher Fiesheit. Beides passt, dieses Buch ist sogar noch besser! Und wo immer Frauen streiten – da ist keine Liebe mehr…

Soundtrack dazu: The Raincoats – Life On The Line, was sonst?

PS: „Gimme More“ steht natürlich auch in meinem Regal.

Liza Cody - Gimme More (UT Metro, 2004)
Liza Cody – Gimme More (UT Metro, 2004)

 

 

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