Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: 1.840

    Bücher, schnell gelesen: 1.840

    Daniel Rachel – This Ain’t Rock’n’Roll (White Rabbit Books, 2025)

    Gelesen: 30.05. – 10.06.2026 (netto 326 Seiten)

    Im Englischen Original gelesen, wird wohl ehr nicht in Deutsch erscheinen.

    Spannendes Thema, leider nicht ganz so spannend umgesetzt. Zum einen ist das ganze ehr UK lastig, zum anderen packt Daniel Rachel einfach viel zu viel rein.

    Vor allem zu viele Bands, die irgendwie irgendwann mit Nazi-Symbolik entweder geflirtet oder geschockt haben. Und das war lange vor Punk (Bowie!) …

    ( (c) Daniel Rachel / White Rabbit Books 2025)

    Vor Punk war es vor allem die Faszination mit Symbolik, mit Uniformen und mit dem Pop/Rock Musik gleichen Stadionauftritten von Hitler (und den Filmen davon). Mit Punk wurde das ganze pure Provokation.

    Und bei manchen Bands (Warsaw -> Joy Division -> New Order) war das schon eine Linie, wenn auch ehr nicht aus ideologischen Gründen.

    Die einfachste Erklärung, zumindest für das UK, ist dann wohl tatsächlich die einzig Wahre:

    ( (c) Daniel Rachel / White Rabbit Books 2025)

    Die Kids haben es einfach nicht gelernt! Die Symbole des Gegner waren die perfekte Provokation für die “Alten” (die den Krieg gegen diesen Gegner noch erlebt hatten).

    Meiner Meinung nach versucht Daniel Rachel jedoch, zu viele Informationen in sein Buch zu packen; dadurch gibt es keinen wirklichen roten Faden, er schweift ab und wiederholt sich unnötig.

    Es wäre besser gewesen, sich auf nur wenige Musiker – wie etwa David Bowie, Siouxse and the Banshees, Joy Division/New Order – zu konzentrieren, anstatt auch noch über Debbie Harry, Mick Jagger, Led Zeppelin, Pink Floyd, Kiss, Rolling Stones, Madonna, Lady Gaga, Jethro Tull, Eric Clapton, Elvis Costello, die Beatles und weitere zu schreiben.

    Es war/ist ja wiederholend – der Leser wird verstehen, worauf es hinausläuft.

    Gut ist, das im Buch keine Fotos von Musikern sind sondern nur Fotos von Opfern des Holocausts. Das passt.

    Wen das Thema interessiert, der findet hier ein ziemlich dicke Sammlung an Referenzen. Mir fehlte ein wenig die klare Linie und eine klare Analyse der … Rock Kultur Referenzen?

    Als “Challenge” gegenüber den Künstlern wird dieses Buch dann (leider) doch untergehen.

    Soundtrack dazu: Joy Division – Atrocity Exhibition, was sonst?

    PS: Und Daniel so?

  • … out for reading and sunsets: Just purrrrfect ctd!

    Jammerbugten ( (c) gehkacken.de 2026)

  • Bücher, schnell gelesen: 1.839

    Bücher, schnell gelesen: 1.839

    Michael Connelly – Tote Tage (Kampa Verlag, 2026)

    Gelesen: 28. – 29.05.2026 (netto 422 Seiten)

    Aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb.

    Und wieder “zurück” nach L.A. und in das Renée Ballard (sowie Harry & Maddie Bosch) Universum von Michael Connelly.

    In #6 der Renée Ballard Reihe wagt sich Connelly an etwas, bei dem ein Autor eigentlich nur scheiten kann (und bei dem er immer mit einem “Aber James Ellroy!” Einwurf rechnen muss).

    Renée leitet ja die neue Offen-Ungelöst Einheit und nimmt mit lauter Freiwilligen den Kampf mit dem Archiv auf. Alles nach 1975 das evtl. noch Spuren (vor allem DNA) vorweisen kann ist ein einfacher Kandidat für neue Analysen. Sachen vor 1975 lassen sie der Einfachheit halber weg.

    Weg kommt auch die Dienstmarke und die Dienstwaffe von Renée Ballard, jemand klaut sie aus ihrem Auto während sie morgens ihre tägliche Surfsession macht. Das kann sie nicht melden, denn sie hat doch mehr Feinde als Freunde beim LAPD und die würden ihr ihre neue Einheit sofort entziehen.

    Harry Bosch ist der einzige, den sie um Hilfe bitten kann. Mit seiner Hilfe bekommt sie die Marke zurück (der Plot dazu explodiert quasi in ein FBI-Homeland Security-Terror Fall).

    Das Offen-Ungelöst Team findet parallel dazu eine genetische Spur für einen Serienvergewaltiger und -mörder Fall (“Pillowcase Rapist”) und die Spuren deuten auf einen hohen Richter. Stark vermintes Territorium!

    Und weil es noch nicht genug ist, meldet sich Maddie Bosch als Freiwillige zur Offen-Ungelöst Einheit, um in ihrer Freizeit Detektivarbeit zu lernen. Und stolpert in die Lösung des berühmtesten Cold-Case Falles von L.A.: Sie hat durch Zufall Spuren zum Tod von Elizabeth Short gefunden.

    Connelly packt echt viel Plot in dieses Buch, es fühlt sich ein wenig “voll” an. Dennoch ließt es sich flott und da er – wie immer – ziemlich gut die methodische Arbeit eines Detektives aufzeigt ist es schon ok.

    Ich hätte ggf. auf den FBI Teil verzichten können und dafür lieber mehr über und mit der Black Dahlia gelesen.

    Und das Renée irgendwie ihre Mutter wiederfindet ist auch noch so ein Nebenplot, der als Cliffhänger am Ende kommt und sich komisch anfühlt.

    Gut jedoch, das nicht alles gut ist – eine Freiwillige der Offen-Ungelöst Einheit macht mehr als sie soll (und darf) und bezahlt ihre Eile den Pillowcase Täter zu identifizieren mit dem Leben.

    Bin gespannt wie Michael Connelly das irgendwie fortsetzt. Darf Bosch an Krebs sterben? Wird Maddie Detektive (und führt das Universum fort)? Was macht Renée mit ihrer Mutter auf Hawaii?

    Als Einzelstück bestimmt doof zu lesen, im Kontext (und in Kenntniss) des Bosch/Ballard Universums aber immer noch ein flottes Buch, auch wenn es ein wenig Stückwerk ist.

    Und die Referenz an die Black Dahlia? Finde ich überraschend gelungen, denn der Fall liegt ja tatsächlich als offen beim LAPD rum und bestimmt sind viele Erinnerungsstücke tatsächlich über die Jahre aus den Akten geklaut worden.

    Das hat mich am meisten überrascht, das der Teil des Buches ohne zu nerven rüberkommt.

    Soundtrack dazu: The Lazy Cowgirls – Tearfull Pillows, was sonst?

    PS: Und Michael Connelly so? Ist definitiv Black Dahlia infiziert…