
Gelesen: 09. – 14.01.2026 (netto 371 Seiten)
Aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb.
Wenn ich es recht verstanden habe, dann ist dieses Buch der Start einer neuen Reihe mit einer neuen Hauptfigur. Und sein 40tes Buch …
Willkommen Detective Stilwell (Los Angeles County Sheriff Department). In Ungnade gefallen nach einem Streit mit einem Kollegen in der Mordkomission. Aus dieser dann Strafversetzt nach Catalina Island (ca. 50 KM vor Huntington Beach, LA).
Dort werden gerne Problemfälle zum Abklingen geparkt. Entweder bis zur Rehabilitation oder bis zur Entlassung. N’ büschen so wie Mick Herrons Slough House. Die Bewohner der Insel sind das schon gewohnt und bauen daher nicht wirklich eine Beziehung zu den Cops aus der Stadt auf.
Und die haben eh nur in der Touristen-Saison wirklich was zu tun (Drunk’n’Disorderly rules) oder wenn jemand im Naturschutzgebiet etwas verbotenes macht.
Aber Michael Connelly führt ja eine neue Serie ein, das Zentrum des Buches ist ein strafversetzter Cops aus der Mordkomission … also gibt es eine Leiche auf Catalina. Ein Mord.
Und Stilwell (dessen Vornamen wir im ganzen Buch nicht erfahren, cooler Kniff) bekommt es natürlich mit dem Kollegen zu tun, wegen dem er in Catalina gelandet ist. Und der Captain sagt klar, das der den Mordfall ermittelt und Stilwell nicht. Finger weg!
Daran hält er sich natürlich nicht und nutzt andere Fälle auf der Insel (ein Diebstahl, eine Wilderei, ein tätlicher Angriff auf einen Polizisten) um am Rande weiter zu ermitteln.
Und erkennt ein Muster. Und bekommt vom Captain das ok im Mordfall mitzuarbeiten. Und, klar, löst diesen dann auch.
Irgendwie kommt Stilwell sehr eindimensional rüber, zumindest in großen Teilen des Anfangs im Buch. Dazu viel detaillierte Polizeiarbeit (wie in allen Büchern von Connelly) … das wirkt schnell dröge.
Aber im letzten Drittel, wo sich viele lose Enden verknüpfen und einige Überraschungen warten, nimmt das ganze Fahrt auf und der Leser erkennt deutlich mehr Facetten von Stilwell.
Und um seine Freundin zu retten, killt er und manipuliert den Tatort. Damit ist zumindest für den weiteren Verlauf der Serie mal ein Statement gesetzt.
Ich bin gespannt wie das weitergeht, den Vergleich zu Bosch & Rene Ballard muss ich mir echt wegdenken. Der Vergleich, der mir tatsächlich kam, ist ehr die Constable Hirschhausen Reihe von Garry Disher … Catalina ist sowas wie der Outback von LA.
Kann was werden, kann aber auch in die Hose gehen.
Soundtrack dazu: Descendents – Catalina, was sonst. Und das ist eines meiner absoluten Lieblingslieder auf meiner absoluten Lieblingsplatte von meiner absoluten Lieblingsband.
Und im Nachgang: ALL – Explorador!
PS: Und Michael Connelly so?
PPS: Und Catalina?


