Tag: Michael Connelly

  • Bücher, schnell gelesen: 1.809

    Bücher, schnell gelesen: 1.809

    Michael Connelly – Der Inselcop von L.A. (Kampa, 2025)

    Gelesen: 09. – 14.01.2026 (netto 371 Seiten)

    Aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb.

    Wenn ich es recht verstanden habe, dann ist dieses Buch der Start einer neuen Reihe mit einer neuen Hauptfigur. Und sein 40tes Buch …

    Willkommen Detective Stilwell (Los Angeles County Sheriff Department). In Ungnade gefallen nach einem Streit mit einem Kollegen in der Mordkomission. Aus dieser dann Strafversetzt nach Catalina Island (ca. 50 KM vor Huntington Beach, LA).

    Dort werden gerne Problemfälle zum Abklingen geparkt. Entweder bis zur Rehabilitation oder bis zur Entlassung. N’ büschen so wie Mick Herrons Slough House. Die Bewohner der Insel sind das schon gewohnt und bauen daher nicht wirklich eine Beziehung zu den Cops aus der Stadt auf.

    Und die haben eh nur in der Touristen-Saison wirklich was zu tun (Drunk’n’Disorderly rules) oder wenn jemand im Naturschutzgebiet etwas verbotenes macht.

    Aber Michael Connelly führt ja eine neue Serie ein, das Zentrum des Buches ist ein strafversetzter Cops aus der Mordkomission … also gibt es eine Leiche auf Catalina. Ein Mord.

    Und Stilwell (dessen Vornamen wir im ganzen Buch nicht erfahren, cooler Kniff) bekommt es natürlich mit dem Kollegen zu tun, wegen dem er in Catalina gelandet ist. Und der Captain sagt klar, das der den Mordfall ermittelt und Stilwell nicht. Finger weg!

    Daran hält er sich natürlich nicht und nutzt andere Fälle auf der Insel (ein Diebstahl, eine Wilderei, ein tätlicher Angriff auf einen Polizisten) um am Rande weiter zu ermitteln.

    Und erkennt ein Muster. Und bekommt vom Captain das ok im Mordfall mitzuarbeiten. Und, klar, löst diesen dann auch.

    Irgendwie kommt Stilwell sehr eindimensional rüber, zumindest in großen Teilen des Anfangs im Buch. Dazu viel detaillierte Polizeiarbeit (wie in allen Büchern von Connelly) … das wirkt schnell dröge.

    Aber im letzten Drittel, wo sich viele lose Enden verknüpfen und einige Überraschungen warten, nimmt das ganze Fahrt auf und der Leser erkennt deutlich mehr Facetten von Stilwell.

    Und um seine Freundin zu retten, killt er und manipuliert den Tatort. Damit ist zumindest für den weiteren Verlauf der Serie mal ein Statement gesetzt.

    Ich bin gespannt wie das weitergeht, den Vergleich zu Bosch & Rene Ballard muss ich mir echt wegdenken. Der Vergleich, der mir tatsächlich kam, ist ehr die Constable Hirschhausen Reihe von Garry Disher … Catalina ist sowas wie der Outback von LA.

    Kann was werden, kann aber auch in die Hose gehen.

    Soundtrack dazu: Descendents – Catalina, was sonst. Und das ist eines meiner absoluten Lieblingslieder auf meiner absoluten Lieblingsplatte von meiner absoluten Lieblingsband.

    Und im Nachgang: ALL – Explorador!

    PS: Und Michael Connelly so?

    PPS: Und Catalina?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.792

    Bücher, schnell gelesen: 1.792

    Michael Connelly – Götter Der Schuld (Kampa, 2025)

    Gelesen: 15. – 27.10.2025 (netto 479 Seiten)

    Aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb.

    Tja, da ich die Lincoln Lawyer Serie im TV gesehen habe und die dritte Staffel (erschienen 2024) auf exakt diesem Buch beruht bin ich dann doch in die Bredouille gekommen: Das durchgehende Gefühl das ich genau weiß wie es weiter geht.

    Als TV Serie wird dieses Buch in 10 Folgen per ca. 50 Minuten gepackt, also ein büschen mehr als 8 Stunden. Und natürlich nutzt die Serie die verschiedenen twists’n’turns des Buches als Cliffhänger der Einzelfolgen.

    Als ganzes und als Buch funktioniert es aber natürlich auch. Michael Connelly schafft es einfach perfekt eine eigentlich lineare Geschichte (Verteidigung eines des Mordes angeklagten Klienten) nicht nur in spannende Handlungsstränge zu zerlegen sondern diese sowohl was das Prozessgeschehen als die Ermittlungsarbeit angeht relevant und echt zu halten.

    Seine Stärke diese Prozesse klar zu beschreiben zieht sich ja durch alle seine Bücher, hier gibt es das von A bis Z.

    Und es ist ein Fall wo der Michael Haller nicht nur gewinnt sondern auch Opfer bringen muss. Seine Ermittlungsarbeit kostet einem Mitarbeiter das Leben. Bringt einen ex-Polizisten dazu sich umzubringen. Rettet en passant einen Bösewicht des Kartells und dieser bedankt sich in dem er einen DEA Bösewicht erledigt.

    Klingt wild, fügt sich aber logisch zusammen.

    Spannend, rund und … vieleicht ein wenig zu gefällig? Egal, ich mag dieses Zeug.

    Soundtrack dazu: The Muffs – Guilty, was sonst?

    PS: Und Michael so?

    Der Trailer…

  • Bücher, schnell gelesen: 1.791

    Bücher, schnell gelesen: 1.791

    Michael Connelly – Die Spur Der Toten Mädchen (Kampa, 2025)

    Gelesen: 29.09. – 14.10.2025 (netto 482 Seiten, Krankheitsbedingt mit Unterbrechungen)

    Aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb.

    Smooth, hand-in-glove! Das fällt mir zu dieser Story ein, vor allem wie Michael Connelly hier die Bosch Reihe und die Lincoln Lawyer Reihe zusammenführt und ein einem Buch, einem Fall, vereint.

    Das ganze beginnt mit Seitenwechseln: Mickey Haller wird vom LA District Attorney als Staatsanwalt angeheuert um einen alten Fall, denn ein Berufungsgericht hat eine 24 Jahre alte Verurteilung aufgehoben. Der Hauptbeweis (Sperma auf einem Kleid) stellte sich nach einem DNA Test als Entlastungsbeweis heraus.

    Der Staat (aka “das Volk”) braucht nun einen unverbrauchten Ankläger für den neuen Prozess. Und die (somit erstmalige) Verurteilung von Jason Jessup.

    Dazu holt Haller nicht nur seine ex-Frau ins Team sondern auch seinen Halbbruder Harry Bosch als Ermittler des Staatsanwaltes.

    Im Ergebnis muss Haller einen offensichtlich Schuldigen verknackt bekommen, wo er doch sonst offensichtlich Schuldige versucht freizubekommen. Der Vorteil ist natürlich, das er alle Tricks einer guten Verteidigung kennt.

    Im Gegensatz zu einem reinen Bosch Fall ist hier weniger detailierte Ermittlung zu erleben sondern eben mehr von Haller, der als witziger Zyniker, Veteran unzähliger Gerichtsschlachten und knallharter Taktiker glänzt.

    Connelly trifft dabei die Details von Hallers Welt ebenso präzise wie die von Bosch, er schildert einen zermürbenden Prozessablauf, die emotionalen Höhen und Tiefen der beteiligten Anwälte, die Verdrießlichkeit des Richters und die Kleinlichkeit der Geschworenen und etwaiger Störenfriede mit bemerkenswerter Präzision.

    Alles in diesem Buch fühlt sich dabei (oder dadurch?) sehr Real an, so dass der Leser nicht einmal daran zweifelt, dass die Öffentlichkeit den nach 24 Jahren entlasteten Jessup, der zufällig auch ein verurteilter Kindermörder ist, als Volkshelden feiert oder dass es in der Staatsanwaltschaft von Los Angeles jemals so etwas wie einen „unabhängigen Staatsanwalt“ gab.

    Und bei allen zynischen Blicken auf die Justiz, allen zynischen Handlungen der Beteiligten bleibt ein klarer Blick auf die Opfer: Das Opfer selbst und die zerstörte Familie.

    Das bisher stärkste Buch der Lincoln Lawyer Reihe und am Ende wartet eine große Überraschung: Bosch killt nicht einen Bösewicht!

    Soundtrack dazu: Second Wind – Trial and Errors, was sonst?

    PS: Und Michael Connelly so?