Bücher, schnell gelesen: Teil 1.273

Virgine Despentes - Das Leben des Vernon Subutex (Kiepenheuer & Witsch, 2017)
Virgine Despentes – Das Leben des Vernon Subutex (Kiepenheuer & Witsch, 2017)

Gelesen: 04. – 09.10.2017, netto 392 Seiten

Wow – das ist mal ein böses Biest. Virginie Despentes schafft ein großartiges Down-Hill Szenario vor dem Backdrop der Punk- und Platten-Subkultur.

Der Held, Vernon Subutex, war einmal Besitzer des Plattenladens „Revolver“ und damit ein Held der Subkultur. Kunden kamen zu ihm um coole Platten zu kaufen und um cool beraten zu werden. Das musikalische Spektrum geht von Rudimentary Peni, Minor Threat und Joe Strummer bis zu DAF und Einstürzende Neubauten. Also jemand „in the know„. Und dann geht die ganze Plattennummer den Bach runter und der Plattenladen ist zu.

Vernon lebt eine Zeit lang von den Resten, die er bei eBay verscheuert, dann von seinen Reserven und dann jahrelang vom Geld das ihm einer seiner alten Punkrock Kumpel gibt, der inzwischen ein erfolgreicher Musiker ist. Der aber stirbt und damit verliert Vernon den Rest …

… ohne Arbeit, ohne Stütze und ohne Wohnung schnorrt er sich bei seinen Freunden und ex-Freunden durch und bietet dabei einen großartigen und ungefilterten Einblick in ein Paris das ebenso wie er den Bach runtergeht. Und zwar so richtig. Mit Schmackes. Mit Drogen. Mit Alkohol. Mit Facebook. Mit Karacho!

Das Buch (Teil 1 von 3) endet dann auch mit einem völlig desillusioniertem Vernon der nur noch das besitzt was er am Leib hat und der alleine auf der Straße lebt – ein Penner.

Das ideale Geschenk für jeden Freund der einen Plattenladen betreibt!

Ich freu mich schon jetzt auf die anderen beiden Teile, eine TV-Serie bei Canal+ gibt es wohl auch aber leider nur in … Franzmänisch. Kann ich nicht.

Soundtrack dazu: Ruts – In a rut (Paris, 1980), was sonst?

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