Bücher, schnell gelesen: Teil 1.368

Virgine Despentes - Das Leben des Vernon Subutex 3 (Kiepenheuer & Witsch, 2018)
Virgine Despentes – Das Leben des Vernon Subutex 3 (Kiepenheuer & Witsch, 2018)

Gelesen: 15.- 20.01.2019, netto 401 Seiten

Das Ende der Trilogie um den ex-Schallplatenfachgeschäftinhaber Vernon Subutex kommt definitiv anders als ich es erwartet hatte.

Ein furioses Finale hatte ich erhofft und bekomme … ein etwas anderes furioses Finale inklusive einer etwas schrägen Zukunftsvision zum Thema „Musik wird verboten“ (ca. 2085) und „der Subutex Kult wird bei der Weltregierung anerkannt“ (ca. 2286).

Wurden im 2ten Teil die Freunde bzw. Anhänger von Subutex im Detail auseinander genommen so wird im letzten Teil das ganze wieder zusammengefügt: Der begnadete Playlisten-Macher (auch eine schöne Analogie auf die Spotify-Generation) zieht mit einer Art Hippie-Kommune durch Frankreich (und andere Länder) und macht die coolsten Raves – da wo alle hinwollen und ein ganz besonderer Vibe herrscht.

Dieser Vibe wird aber durch Gewalt beendet: Innerhalb der Gruppe und durch die Terror-Anschläge in Paris (Charlie Hebdo, Bataclan). Und damit geht mal wieder alles den Bach runter.

Virgine Despentes verwebt das ganze zu einem sehr detaillierten und persönlichen Gesellschaftsbild in dem Drogen, Geld und Gewalt letztendlich die Kraft der Musik vernichten. Und an Gewalt wird am Ende nicht gespart, ehe der fast schon esoterische Ausblich auf das 3te Jahrtausend kommt.

Klasse wieder der Kniff, die Kapitel mit dem Ende zu beginnen und dann zu erzählen wie es dazu kam – das ist große Erzählkunst.

Soundtrack dazu: Youth Avoiders – World Vision, Wide Opening, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.307

Virginie Despentes - Das Leben des Vernon Subutex 2 (Kipenheuer & Witch)
Virginie Despentes – Das Leben des Vernon Subutex 2 (Kipenheuer & Witch)

Gelesen: 02. – 08.03.2018, netto 388 Seiten

Der erste Teil hat mich so richtig angefixt, dass war ganz großes Kopfkino.Der zweite Teil macht exakt da weiter, wo Vernon gelandet ist: Als Penner, der nichts als seine Klamotten am Leib und seinen Gestank hat. Und ein ruhiges und entspanntes Leben im Parc des Buttes Chaumont.

Seine ehemaligen Kumpel hat er vergessen, seine neuen Freunde bringen ihm das Leben ohne alles bei. Während er auf alles verzichten kann, können seine Freunde (und noch ein paar Typen) ohne ihn (bzw. seine Aufnahmen seines Rockstar Kumpels Alex) nicht leben und machen sich auf die Suche nach ihm.

Jeder aus anderen Gründen und keiner so richtig aus ehrlichen. Und als sie ihn endlich finden habe sie ihn bereits so vergöttert das er sie wie Jesus seine Jünger um sich schart. Von Vernon wollen sie eigentlich nichts, von seinem Ruhm z.B. als Playlist-Macher alles.

Das ganze hat weniger Biss und Tempo, dafür werden seine Freunde aber im Detail auseinander genommen. Das ist schon in Teilen ein wenig zu lang, lässt aber auf ein furioses Finale hoffen.

Soundtrack dazu: Syndrome 81 – Une Vie Pour Rien, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.273

Virgine Despentes - Das Leben des Vernon Subutex (Kiepenheuer & Witsch, 2017)
Virgine Despentes – Das Leben des Vernon Subutex (Kiepenheuer & Witsch, 2017)

Gelesen: 04. – 09.10.2017, netto 392 Seiten

Wow – das ist mal ein böses Biest. Virginie Despentes schafft ein großartiges Down-Hill Szenario vor dem Backdrop der Punk- und Platten-Subkultur.

Der Held, Vernon Subutex, war einmal Besitzer des Plattenladens „Revolver“ und damit ein Held der Subkultur. Kunden kamen zu ihm um coole Platten zu kaufen und um cool beraten zu werden. Das musikalische Spektrum geht von Rudimentary Peni, Minor Threat und Joe Strummer bis zu DAF und Einstürzende Neubauten. Also jemand „in the know„. Und dann geht die ganze Plattennummer den Bach runter und der Plattenladen ist zu.

Vernon lebt eine Zeit lang von den Resten, die er bei eBay verscheuert, dann von seinen Reserven und dann jahrelang vom Geld das ihm einer seiner alten Punkrock Kumpel gibt, der inzwischen ein erfolgreicher Musiker ist. Der aber stirbt und damit verliert Vernon den Rest …

… ohne Arbeit, ohne Stütze und ohne Wohnung schnorrt er sich bei seinen Freunden und ex-Freunden durch und bietet dabei einen großartigen und ungefilterten Einblick in ein Paris das ebenso wie er den Bach runtergeht. Und zwar so richtig. Mit Schmackes. Mit Drogen. Mit Alkohol. Mit Facebook. Mit Karacho!

Das Buch (Teil 1 von 3) endet dann auch mit einem völlig desillusioniertem Vernon der nur noch das besitzt was er am Leib hat und der alleine auf der Straße lebt – ein Penner.

Das ideale Geschenk für jeden Freund der einen Plattenladen betreibt!

Ich freu mich schon jetzt auf die anderen beiden Teile, eine TV-Serie bei Canal+ gibt es wohl auch aber leider nur in … Franzmänisch. Kann ich nicht.

Soundtrack dazu: Ruts – In a rut (Paris, 1980), was sonst?