Bücher, schnell gelesen: Teil 1.407

Neal Stephenson - Fall; or, Dodge in Hell (William Morrow, 2019)
Neal Stephenson – Fall; or, Dodge in Hell (William Morrow, 2019)

Gelesen: 27.08. – 04.09.2019, 878 Seiten (in Englisch gelesen, noch nicht in Deutsch erschienen).

#bookcollectorsarepretentiousarseholes

Das Buch habe ich mir als Sonderausgabe vorbestellt, handsigniert vom Meister. Und damit hatte ich das rechtzeitig zum Erscheinen in meinen zittrigen Händen. Mit dem Lesen habe ich allerdings gewartet bis ich im Urlaub war, damit mich nichts ablenken konnte.

Wie bei Seveneves schaft es Neal Stephenson ein großartiges „was wäre wenn“ Buch zu machen (und dito wieder das Ende irgendwie zu verkacken). Aber das ist jammern auf hohem Niveau.

Die Geschichte fußt tief in der echten Welt: Dot.com Millionäre und andere Verrückte (alle aus REAMDE rübergerettet) glauben an die Zukunft (und das Dinge wie Kryotechnik möglich werden) und hoffen auf dabei auf das ewige digitale Leben. Und wie so oft schafft es Neal Stephenson eine Technik der Zukunft glaubhaft wahr werden zu lassen.

Das Buch ist da spannend, wo es diese Technik, die sozialen und politischen Dinge dahinter und die moralischen Fragen angeht. Ist wird noch stärker, wo es das Internet und Sachen wie die Filterblase  und Fake News („Nuke Moab“) auseinander nimmt:

( Neal Stephenson (c) 2019 William Morrow)
( Neal Stephenson (c) 2019 William Morrow)

Die Trennung zwischen der realen Welt („Meatworld„) und der Welt, wo das Gehirn verstorbener in Software wiederbelebt wird („Bitworld„) ist am Anfang aufregend und das Entstehen von Bewusstsein in der Bitworld ist aufregend nachgezeichnet.

Am Ende jedoch wird das ganze eine Abenteuergeschichte ala Herr Der Ringe und damit erschreckend flach. 

Es gibt dennoch kaum einen Autor der dermaßen detailliert (und fundiert) die Zukunft herausarbeitet und seine Version oder auch Vision erzählt. Und das ist einfach spannend. Vor allem, wenn diese Erschreckend real ist.

Warum er aber keine dazu passendes Ende hinbekommt, das frage ich mich schon.

Soundtrack dazu: Decry – Raven, was sonst?

#signed

#bookcollectorsarepretentiousarseholes
#bookcollectorsarepretentiousarseholes

Bücher, schnell lesen, Teil 870

Neal Stephenson - reamde (William Morrow 2011)
Neal Stephenson - reamde (William Morrow 2011)

Gelesen: “reamde” 24.09. – 07.10.2011 (Zeit nicht genommen, netto 1042 Seiten)

Wie lange habe ich darauf gewartet! Mein Lieblings Non-crime Autor mit einem neuen Buch. Schon seit vielen Monaten als US-Import bestellt (natürlich die teure Hardcover Auflage mit den stylisch „roh“ beschnittenen Seiten) kommt es direkt am US Erscheinungstag hier an – cool.

„Anthem“, sein vorheriges Buch, war ja ein schweres Sci-Fi Biest das sich nur durch wirklich ernsthaftes Durchkämpfen sinnvoll lesen lassen wollte – „reamde“ ist ein furioses Come-Back mit einer Story die so nah wie noch nie (zumindest nicht seit „Zodiac“) an der Realität ist und so cool und federleicht wie ein – naja fast – schmunzelnder californischer Krimi (ein Hauch David M Pierce nehme ich war) auch wenn er weiter oben (in Orgon), weiter im Süden (China) und überhaupt einmal um die Welt spielt.

Äußerst elegant wird die Welt der Hacker, der Mafia, der MMOG’s und die der islamistischen Terrorristen (und der US-Hinterwäldler – Vorsicht, die Guten!) so fein und detailgetreu verwoben. Einige Abende konnte ich das Buch nicht vor 01:00 aus der Hand legen – die Geschichte ließ mich nicht los.

Lesen, ohne Rückfrage! Soundtrack dazu: Supersuckers!

(PS: Neal Stephenson lese ich immer im englischen Original, selbst die beste Übersetzung bekommt Probleme mit dem Cyber-slang etc – es lohnt sich im Original einzutauchen!)