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  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.217

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.217

    Russell Wangersky - Walt (Knaur, 2016)
    Russell Wangersky – Walt (Knaur, 2016)

    Gelesen: 03. – 04.01.2017 netto 296 Seiten

    Hui, das ist ein kleiner, putziger und sehr abseitiger Krimi – alleine das Setting ist es wert verfilmt zu werden.

    Walt ist ein Niemand und wird von allen übersehen oder ignoriert, sein Job ist Putzmann im Supermarkt. Sein Hobby: Die Einkaufszettel seiner Kunden aus dem Müll klauben – vor allem der weiblichen Kunden. Und die ahnen nicht, was sie mit diesem Zetteln alles preisgeben. Walt ist in der Lage nicht nur ihr Leben sondern auch ihre Lebenslage zu dechiffrieren.

    Und Walt hat ein paar Geheimnisse, u.a. ist seine Ex-Frau verschwunden. Einfach so. Die Polizei hat sie nicht gefunden, ihn aber schon öfter vernommen. Ohne das weiter was passiert ist – Walt ist halt ein Niemand.

    Eine kleine, feine und gemeine Geschichte wird hier aufgezogen – 3 Handlungsstränge und diverse Erzählperspektiven lassen den Leser lange im Glauben das er das ganze überblickt. Aber nada! Cool gemacht und das kann ich mir nun wirklich als großartigen Film vorstellen!

    Soundtrack dazu: Night Prowler, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.216

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.216

    Jane Harper - The Dry (Rowohlt Polaris, 2016)
    Jane Harper – The Dry (Rowohlt Polaris, 2016)

    Gelesen: 31.12.2016 – 02.01.2017 netto 372 Seiten

    Und endlich mal wieder was aus Australien, wo mir vor allem die Garry Disher Krimis sehr zugesagt haben. Jane Harper hat mit The Dry ein ziemlich guten Erstling hingelegt – vor allem eine einfache aber bildhafte Sprache bleibt hängen.

    Der Plot selbst ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Aaron Falk kommt nach 20 Jahren in sein Dorf zurück um an der Beerdigung von seinem Jugendfreund Luke teilzunehmen. Da er in Melbourne Polizist ist bittet ihn die Familie den Tod von Luke (der offensichtlich erst seine Familie und dann sich erschossen hat) mal anzuschauen.

    Ab da wird es dann interessant – sein Dorf im nirgendwo ist nicht nur Dürre geplagt sondern auch sonst arg abgewarzt, ebenso die Einwohner. Das ganze gemischt mit einem alten Todesfall in dem Luke und Aaron verwickelt waren wird es sogar ungemütlich. Und es entwickelt sich ein klassischer Krimi: Wer wars vor 20 Jahren? Wer war es heute? Dazu eine alte Liebe und viel lange Jahre gehegter Hass.

    Nicht schlecht, aber auch noch nicht da wo ein James Lee Burke oder eben ein Garry Disher ist.

    Soundtrack dazu: Cosmic Psychos, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.215

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.215

    Franz Dobler - Ein Schlag ins Gesicht (Tropen, 2016)
    Franz Dobler – Ein Schlag ins Gesicht (Tropen, 2016)

    Gelesen: 29. – 30.12.2016 netto 346 Seiten

    Franz Dobler schreibt keine Krimis, Franz Dobler ist ein Schatzkästchen voller großartiger Zitate und Querverweise – diesmal auf die Tittenfilme der 70er, ihre Stars und das Leben eines ex-Bullen. Und nun Privatermittlers. Irgendwie.

    Held Robert Fallner ist seinen Job los, seine große Liebe fickt woanders und er säuft immer noch (und bekommt im Suff nicht einmal was von den jungen Lesben in seinem Bett ab). Was er bekommt, ist der Auftrag das Stalking eines ehr abgehalfterten Filmstars aus der Lederhosen trifft Titten Zeit des deutschen Films zu klären.

    Pech nur, wenn der Chef der eigene Bruder ist. Pech nur, wenn das mit dem klären nicht so klappt. Und doppelt Pech wenn das Problem sich als echtes Problem entpuppt. Sterben muss niemand, auf’s Maul gibt es kaum – Sex kommt vor ist aber nicht die Hauptsache.

    Die Hauptsache ist die Sprache und die wird im Klappentext zurecht als “…maximal ungemütlich … hartgesotten und nicht jugendfrei” angekündigt. Und das gibt es auch – eine auf’s Maul für den Leser! Cool!

    Soundtrack dazu: Die Ärzte, was sonst?