Bücher, schnell gelesen: Teil 954

James Ellroy - Der Hilliker Fluch (Ullstein, 2012)
James Ellroy – Der Hilliker Fluch (Ullstein, 2012)

Gelesen: 12. – 13.11.2012 (Zeit nicht genommen), netto 243 Seiten.

Nachdem uns James Ellroy bereits 1997 an seiner Manie bezüglich seiner ermordeten Mutter teilnehmen ließ erklärt er uns jetzt, warum seine Mutter schuld daran ist das er Schuld daran ist das alle seine Beziehungen mit Frauen den Bach runter gingen.

Das einzig spannende daran für mich: Er ist kein Held, er ist ein normaler kranker Wahnsinniger. Und: Er erklärt warum der Schreibstil von seiner „Underworld U.S.A.“ Trilogie so wunderbar abgehackt und hektisch rüberkommt. Für diese Erklärung alleine Lesenswert – den Rest seiner (weitestgehend bekannten) Lebensbeichte interessiert mich nicht.

Soundtrack dazu: Seaweed, n sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 953

Gerhard Seyfried - Verdammte Deutsche (Knaus Verlag, 2012)
Gerhard Seyfried – Verdammte Deutsche (Knaus Verlag, 2012)

Gelesen: 11. – 12.11.2012 (Zeit nicht genommen), netto 404 Seiten incl. Anhang.

Mhhh, zwiespältig. Ich mag das Lokalkolorit der Londoner Innenstadt, bin ich doch beruflich mehr als oft in London und immer rund um Waterloo, Charing Cross, Covent Garden etc – und auch dieses Buch spielt dort.

Das ganze ist eine „Spionageroman“ und erzählt anhand von den Hauptfiguren den Aufgalopp zum ersten Weltkrieg und die Anfänge der formellen Spionage – sowohl bei den Britten als auch bei den Deutschen. Das ganze ist najaso spannend und hat leider 2-3 Holpler, u.a. Continuity-Fehler und sprachliche Fehler (zB die kurz/knapp und unpersönliche Diktion der deutschen Militärs taucht auf einmal bei einem Engländer auf oder aber es wird einfach ein Name verwechselt).

Vor dem historischen Kontext nicht schlecht, wenn ich mir jetzt auch Christopher Andrews „The Defense of the Realm“ durchlese wohl sogar gut. Aber als Einzelbuch und für sich selbst stehende Geschichte für mich nicht gut genug. Das geht besser, bösartiger und auch spannender. Vor allem sprachlich – es ist weder „1910“ noch Deutsch noch Englisch. Da wäre mehr gegangen!

Soundtrack dazu: Hatefull – Punk Fiction, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 952

Richard Price - Clocker (S. Fischer Verlag, 2012)
Richard Price – Clocker (S. Fischer Verlag, 2012)

Gelesen: 25.10. – 11.11.2012 (Zeit nicht genommen), netto 788 Seiten.

Ein fettes Biest und von Spike Lee mit Harvey Keitel verfilmt – ist das „Bonus“ genug? Nein, das ist völlig egal. Dieses ist eines von vielen Büchern die einfach gnadenlos gut das Elend in Amerika beschreiben und das Elend der Drogen beschreiben. Drogen und Drogenhandel bringen nicht nur die Schwarzen an den Abgrund, nein, sie bringen auch die Polizei dazu alles andere als gerecht zu sein.

Clockers beschreibt einige wenige Tage im Leben eines Drogenhändlers und einiger Polizisten. Das Elend ist gegenseitig! Es ist weniger ein spannender Kriminalroman als ehr eine sehr genaue Beschreibung eines Lebens das sich im Grund im Kreis dreht und ein permanentes „Täglich grüßt das Murmeltier“ – einen Ausbruch aus dieser Routine gibt es nur wenn Gewalt den Einzug hält. Aber danach ist es wieder wie immer, nur diesmal nicht da die Gewalt aus eine unvorhergesehenen Ecke kommt und damit alles durcheinander bringt. Am Ende sind ein paar Böse Jungs früher Tod als erwartet aber das ist auch alles. Trocken, lakonisch, gewalttätig – gut!

Soundtrack dazu: Sick Of It All, was sonst?