Bücher, schnell gelesen: Teil 916

Ken Bruen - Jack Taylor gegen Benedictus (Atrium, 2012)
Ken Bruen - Jack Taylor gegen Benedictus (Atrium, 2012)

Gelesen: 05.05. – 06.05.2012 (Zeit nicht genommen), netto 173 Seiten.

Jack Taylor ist immer noch da, diesmal stellen sich ihm eigentlich alle seinen Dämonen in den Weg: Der Suff, die Drogen, die katholische Kirche, sein alter Polizei-Kumpel und jetziger Polizeichef Clancy, seine „Freundin“ Wellewulst und eigentlich der sprichwörtliche Rest der Welt.

Unvergleichlich gut dreht Ken Bruen seine Runden im Elend von Jack und unvergleichlich gut organisiert Jack in seinem Chaos das Detektivspiel.

Es gibt eigentlich nichts kurzweiligeres als die Jack Taylor Stories – das ist beste und intelligente Unterhaltung hart am Rande des Elends. Und dazu ein großartiger Reiseführer für Galway im speziellen und Irland im allgemeinen. Sláinte!

Soundtrack dazu: The Mahones!

Bücher, schnell gelesen: Teil 915

David Simon & Ed Burns - The Corner (Kunstmann, 2012)
David Simon & Ed Burns - The Corner (Kunstmann, 2012)

Gelesen: 30.04. – 04.05.2012 (Zeit nicht genommen), netto 761 Seiten (plus 22 Seiten Nachwort von 1997 und Nachwort von 2009).

Ein Hammer. Nach „Homicide“ noch ein Buch über Baltimore, nochmal von David Simon und nochmal bester „True Crime“ im weitesten Sinne. Diesmal hat sich David Simon mit dem ex-Cop Ed Burns zusammengetan und sie nehmen die Wirklichkeit des Niedergangs von Baltimore’s Schwarzenviertel im Drogenwahnsinn (Handel und Einnahme) unter Beobachtung. Ein ganzes Jahr hängen sie dort ab, wo der „War on Drugs“ genau gar nichts bringt – dort wo jede Hoffnung längst fahren gelassen wurde, weil die Realität des „Land of the Free“ von der ökonomischen Realität der Drogen längst überholt wurde. Es gibt im „Rust Belt“ keine Arbeit mehr, schon gar nicht für Schwarze, und dafür ist als Ersatz die Arbeit in der Branche „Drogen – Handel und Kommerz“ getreten.

Die Erkenntnis trifft uns (die wir in der privilegierten Welt leben) hart und brutal:

(c) Verlag Antje Kunstmann 2012
(c) Verlag Antje Kunstmann 2012

Kaufen. Staunen. Angst haben. Aufatmen, Glück gehabt haben.

Im Nachwort von 2009 kommt dann auch der Hinweis warum die klaren Wahrheiten aus diesem Buch nichts, aber auch gar nichts in den US of A ändern (mal abgesehen davon das es wohl zu wenige lesen): Der jetzige Gouverneur von Maryland und vorherige Bürgermeister von Baltimore nutzte dieses Buch im Wahlkampf vor Ort am „The Corner“ und Versprach den endgültigen Sieg im Krieg gegen Drogen. Als er darauf hingewiesen wurde das dieses Buch sich genau dagegen ausspricht gab er zu, das er es nicht gelesen hatte. QED. Mögen die US of A endlich im Abgrund verschwinden und sich selbst zerstören.

Sonderbonus gibt es wieder für das coole buchbezogene Lesezeichen, well done!

Soundtrack: „Falling“ O.S.T. und Blank Stare.