Der krönende Abschluss der Niceville Trilogie, den ich leider etwas aus den Augen verloren hatte und in 2015 und 2016 links liegen ließ. Ein Fehler, fast schon unverzeihlich!
“Niceville” (Teil 1) und “Die Rückkehr” (Teil 2) waren schon ein ziemlich cooler Mix aus Phantasie, Horror, Crime und Fiction – in “Der Aufbruch” kommt dann auch eine ordentliche Portion “Hardboiled”. Einfach klasse und ich hoffe doch mal das wird verfilmt (und zwar fürs Kino und nicht als TV-Serie).
Was als kleiner Banküberfall, Erpressung und dunkler Schatten über der Stadt Niceville anfing ist jetzt wie ein Wettrennen auf der Autobahn. Der dunkle Schatten hat die Stadt im Griff und der böse Geist des dunklen Schattens kontrolliert willenlose Bürger und nutzt sie als Killer. Und das ist der hardboiled Teil, schön blutig und schön lakonisch.
Und am Ende machen auch alle Teile und alle Erzählinien einen Sinn und streben auf plausible Auflösungen zu, wobei der Teil aus der Phantasie-Ecke nicht wirklich aufgelöst wird und es der Phantasie des Lesers überlassen wird.
Meine Empfehlung: Alle drei Bücher in einem Rutsche lesen! Jetzt!
Ach, das ist ein cooles Buch. 1978 geschrieben und erst jetzt auf Deutsch erschienen. Leider ist Harry Rowohlt ja nicht mehr auf dieser Welt unterwegs, er währe wohl der ideale Übersetzer hierfür gewesen.
Das Buch war 1978 in Irland ein veritabler Skandal, voller “Sex” und “Kritik an der Kirche” und irgendwie so gar keine “Hochkultur”. Der Anfang ist ein überaus gerechter Mord (ein schmieriger Barkeeper macht sich an die Tochter des Wirtes heran), gefolgt von einer überaus lustigen Erpressung.
Und damit taucht das Buch in das irische Dorfleben ab – der Pub ist voller Originale (oder Schnacker) die kluge Dinge (mit großen und philosophischen Worten) sagen und die Kirche ist der Boss. Dazu ein schräger Dorfpolizist und eine Aussenseiter, der sich an die Perle des Dorfes heranmacht.
Und damit verlässt das Buch die Krimi-Schiene und wird ein unterhaltsamer Schelmenroman über das irische Dorfleben, die Natur und die Frauen. “Bogmail ist psychologischer Spannungsroman und dörfliche Komödie in einem, mit herrlich ausufernden Thekengesprächen, bei denen das Wesen der weiblichen Sexualität so erörternswert ist wie der gemeine Regenwurm.” schreibt der Verlag und liegt sowas von richtig!
Patrick McGinley – Bogmail ( (c) Steidl Verlag, 2016)
Großartige Unterhaltung mit hohem Lachfaktor!
PS: Und die deutsche Übersetzung? Machte Hans-Christian Oeser und die ist richtig gut. Kein Wunder, der Übersetzer lebt vor Ort.
3 Spiele in 4 Tagen – los geht es viel zu früh am Dienstag nachmittag um 17:30 am Millerntor. Nach der entsetzlichen Niederlage in Aue war klar das ein Sieg und nur ein Sieg uns glücklich machen wird.
Millerntor (04.04.2017 17:27 (c) gehkacken.de)
Und hui, das Spiel fing mit einer frühen Roten Karte für den SVS nach 11 Minuten geradezu perfekt an. Aber – wie in Aue – wir kamen nicht wirklich in den Spielfluss und viel zu oft waren wir einfach zu langsam. Im Spielaufbau. Mit kreativen Ideen. Wir waren einfach viel zu einfach zu lesen und daher zu verteidigen.
Das Spiel in der ersten Halbzeit war so elend das der kleine Junge neben uns sogar seine Bratwurst aufgab.
Millerntor (04.04.2017 (c) gehkacken.de)
Wie die Wurst ging es auch weiter, wir waren ohne Glück und als der Sportkamerad Lienen dann mit Thy und Kalla auch noch zwei Spieler brachte die in Aue ehr versagt als geglänzt hatten war irgendwie klar das es heute nichts mehr wird. Und wir Rückschritte machen. Große Rückschritte.
Und so war es dann ja auch tabellarisch – zurück auf einen Abstiegsplatz.
Der nächste Tag führte mich beruflich nach Rotterdam und mein Kumpel Nico, ein Feyenoord Fan, entführte mich nach De Kuip. Feyenoord spielen die Saison ihres Lebens (naja, der letzten ca. 20 Jahre) und sind auf dem Weg zur Meisterschaft. Auch Feyenoord hatte das letzte Auswärtsspiel verloren (bei Verfolger Ajax) und es lag die Angst “alles zu verspielen” in der Luft.
De Kuip (05.04.2017 19:48 (c) gehkacken.de)
De Kuip ist ein wunderbar abgewarztes Stadion im ziemlich runtergekommenen Süden von Rotterdam. Seit Jahr und Tag träumt mann auch hier von einem neuen Stadion – wann und wo das kommen wird steht noch nicht fest. Die Atmosphäre war cool, Anpfiff 20:45 und Flutlicht (von echten Masten ausserhalb des Stadions) – dazu Menschenmassen mit der Straßenbahn – cooles Ding.
De Kuip (05.04.2017 (c) gehkacken.de)
Nico hatte seine Dauerkarte gegen Sitzplätze auf der Gegengerade eingetauscht, diese Kosten 50€ und geben einem eine Plastik Sitzschale aus den 80ern die nicht nur dreckig sondern auch viel zu eng ist. Feyenoord quetscht damit 51.000 Menschen in das Stadion, wow! Ich denke eine Evakuierung würde in einer Katastrophe enden … brrrr.
De Kuip (05.04.2017 20:42 (c) gehkacken.de)
Das Feeling war im Grunde wie am Millerntor, fast die gleiche Position und links von mir die “Süd” (hier geograpish ehr “Nord”) mit einem schönen großen Banner. Das Stadion war proppevoll und die Fans wurden mit Hardcore Techno (für meine Ohren eine elende Qual) vollgeballert. Bäm bäm bäm.
Mit dem Auflaufen der Teams wurde dann auf traditionelles Liedgut umgestellt und das ganze Stadion sang mit:
Und dann machte Feyenoord etwas entscheidend anders als der FCSP: Den Gegner durch permanentes Tore schießen ermüden. Passend dazu waren die Go Ahead Eagles aus Deventer ein Gegner, der extrem Schwach war und bei uns nur mit viel Glück in der 2. Liga spielen würde.
Feyneoord Rotterdam - Go Ahead Eagles Deventer (De Kuip, Rotterdam, 05.04.2017) (c) gehkacken.de)
5:0 zur Halbzeit und 8:0 am Ende. Hätten auch locker 12 Tore sein können. Wow, mein Kumpel Nico war verdammt glücklich! Und das Stadion auch! Das ganze Spiel war extrem einseitig, Go Ahead mit einem 4-1-4-1 System ging ganz wunderbar gegen das schnelle und offensive 4-3-3 mit extrem aggressiven Außenspielern unter. Einer der schnellen Außenspieler war der in Hamburg zu recht verachtete Eljero Elia, der inzwischen in Rotterdam sowas wie ein Held ist (und angeblich fast ohne Allüren).
4-1-4-1 gegen 4-3-3 (De Kuip, 05.04.2017 (c) gehkacken.de)
Im Stadion gab es kein Vollbier, also verlegten wir die Spielnachbereitung an meine Hotelbar. Das hatte zur Folge das ich sehr spät im Bett war und mein Arbeitstag ein wenig “belastet” war. Aber wann bekomme ich sonst so viele Tore zu sehen? Am Millerntor? Pfffffff….
Am Freitag hat mich dann die Koninklijke Luchtvaart Maatschappij in Amsterdam hängen lassen und erst zur zweiten Halbzeit konnte ich auf dem Sofa das Spiel des magischen FC in Nürnberg sehen. Und kaum hatte ich Platz genommen machte Aziz das Ding mal eben klar.
Und die Mannschaftsleistung? Geschlossen. Hinten sicher. Spielstark. Und Tore. Warum nicht in Aue? Warum nicht gegen Sandhausen. So haben wir 5 Punkte verschenkt (und dazu die 2 Punkte in Bielefeld) und die anderen Teams haben gepunktet. Der Rest der Saison wird bitter und schwer!
Der Jubel in Nürnberg war groß – aber alle anderen jubelten leider auch. Immer noch 17ter und auf einem Abstiegsplatz. Und Nico? Ist auch weiter nervös – Ajax gewinnt am Wochenende und Feyenoord spielt Auswärts nur unentschieden. 10 Tore und doch nicht glücklich. Damn Footie!