Tag: Mick Herron

  • Bücher, schnell gelesen: 1.615

    Bücher, schnell gelesen: 1.615

    Mick Herron – London Rules (Diogenes, 2022)

    Gelesen: 14. – 24.11.2022 (netto 478 Seiten)

    Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer.

    Das puffte jetzt aber schnell. Der 4. Band war noch ein Lesevergnügnen, weil sowohl Story als auch Sprachwitz passten. In London Rules (zu Lesen als “Londoner Regeln”, nicht “London bestimmt”) ist der Sprachwitz immer noch da, manchmal sogar so richtig richtig schön, aber die Story wirkt bemüht – um es einmal euphemistisch auszudrücken.

    Klar, Nord-Korea als etwas vertrottelte Geheimdienstnation hinzustellen – passt schon. Trump und englische Brexiteers durch den Kakao zu ziehen? Geht auch immer. Aber in Summe ein wenig … sparsam.

    Gut ist das Buch durch seinen nie endenden britischen Humor, besser noch wenn Mick Herron abseits des Themas (ausuffernd und überhaus unterhaltsam) von der Suche der Abenddämerung nach ihrem Zwilling, der Morgendämmerung, referiert. Lyrik pur. Und sehr bezeichnend für den Spannungsplot.

    Einzig der Der Einstieg in dss Buch hat so richtig Klasse: Der Leser wähnt sich in Afghanistan oder dem Irak und im letzten Satz wird der mörderische Überfall auf ein Dorf nach Derbyshire verortet.

    Immer noch gut zu Lesen (und was zum schmunzeln) aber um zu überzeugen Bedarf es ein paar neuer Ideen. Mal sehen ob da noch was kommt.

    Soundtrack dazu: Gallows – London is the reason, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.571

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.571

    Mick Herron – Spook Street (Diogenes, 2021)

    Gelesen: 04. – 09.02.2022, netto 446 Seiten

    Der vierte Teil der Serie um die abgesägten Geheimdienstler. Diesmal geht der Bogen weit zurück in den Kalten Krieg und die Story kommt mit einem enormen Tempo daher. On Top gibt es den Wortwitz und die Situationskomik, die die Bücher von Mick Herron tatsächlich zu einem flottem Lesevergnügen macht.

    Der Kern der Story bleibt dabei ein perfekter Startpunkt: Geheimdienstler die entweder im aktiven Dienst katastrophale Fehlentscheidungen mit katastrophalen Konsequenzen (Zerstörung, Menschenleben) getroffen haben oder aber sich katastrophal in Alkohol, Drogen oder sonstige Abhängigkeiten begeben haben werden nicht einfach freigesetzt, sondern in ein katastrophales Abklingbecken versetzt (das unter einer Führung steht, die ebenfalls als politisch unkorrekte menschliche Katastrophe daherkommt).

    Während Polizei und Geheimdienst noch nach den Terroristen suchen, die einen Flashmob in einem Einkaufzentrum mit einer Selbstmordbombe in eine blutige Masse verwandelt habe stolpern die Versager am Rande der Geschichte rum (und stolpern dabei in die richtige Richtung, was sonst).

    Und klar, die Sympathischen in dem ganzen Chaos sind die Versager. Sind die Abgehalfterten. Jeder wurschtelt zwar für sich selbst dahin aber schon bald ist zu sehen, das sie ein spannendes Stück Kalter Krieg am Wickel haben.

    Schöne Geschichte, mit Witz, Tempo und Leichen. Und jede Figur ist mit viel Liebe und absolut realistisch gezeichnet. Klasse Stoff!

    Soundtrack dazu: Angelic Upstarts – Five Flew Over the Cuckoo’s Nest, was sonst?

    PS; Und Mick Herron so?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.508

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.508

    Mick Herron – Real Tiger (Diogenes, 2020)

    Gelesen: 01. – 10.02.2021, netto 467 Seiten.

    Wow – der erste Band dieser Serie hatte mich nicht voll überzeugt, der zweite Band war besser und dieses Buch haut aber so richtig einen raus.

    Bester schwarzer (und britischer) Humor und eine ganz wunderbare Vernichtung von Boris Johnson (den Mick Herron hier – das Buch ist von 2017 – zum Innenminister mit Ambitionen macht).

    Die Slow Horses in Slough House sind “schlau, ehrgeizig und haben versagt” (Klappentext) … aber hier steigen sie wie Phönix aus der Asche. Eine großartige Intrige, weitreichend zwischen dem MI5. Innenministerium und der privaten Sicherheitsbranche. Alle mit eigenen Interessen, alle mit eigenen Zielen.

    Und dazwischen geraten die verbannten Agenten, die Slow Horses. Und die geraten erstmal wunderbar unter die Räder. Aber dann wollen sie alle irgendwie überleben. Und individuell folgen sie Krümeln der Intrige … um am Ende überraschend als Gewinner des ganzen da zu stehen.

    Ein wirklich großartiger Spass mit klugen Worten:

    ( (c) Diogenes 2020)

    Und ja, das könnte ein wirklich kurzweilige BBC Serie werden. Ich mag sowas.

    Soundtrack dazu: The Flys – Undercover Agent Zero, was sonst?

    PS: Gehkacken, was sonst?