Bücher, schnell gelesen: Teil 1.451

Declan Burke – Slaughter’s Hound (Edition Nautilus, 2019)

Gelesen: 26. – 30.05.2020, netto 369 Seiten

Harry Rigby ist zurück! Cool! Seinen Job als Privatdetektiv hat er verkackt. Seinen Job als Boulevardjournalist hat er verkackt. Den Totschlag an seinem durchgeknalltem Bruder hat er nicht verkackt und nur 4 Jahre dafür gesessen.

Zurück auf den Strassen von Sligo verdingt er sich als taxifahrender Dienstleister für den lokalen Dealer. Allerdings knallt ihm ein Kunde beim Fall aus dem 9ten Stock seines Hauses mittenmang aufs Auto … und beendet nicht nur seine Karriere als Taxifahrer sondern bereitet ihm auch ordentlich Probleme.

Zum einen mit der Familie des Toten, die ihn engagieren um einen Abschiedsbrief zu finden. Behaupten sie zumindest. Zum anderen mit der lokalen Drogenmafia, für die er eine Kurierfahrt machen soll um seine Schulden (Taxi kaputt bzw. verbrannt, inklusive der transportierten Drogen) zu bezahlen. Und am Ende mit den Cops, die es sich einfach machen wollen und in Harry einen idealen Mörder gefunden haben.

Und Harry? Der irrlichtert durch diesen Fall wie ein Bulldozer auf Speed und versucht allen einen Schritt voraus zu sein, vor allem um für sich etwas Geld herauszuschlagen.

Als jedoch der Sohn von Harry in Mitleidenschaft gezogen wird tickt Harry komplett aus. Der Bulldozer auf Speed verwandelt sich in einen irischen Wolfshund. Eine Hunderasse, die gezüchtet wurde um Wölfe zu jagen.

Was folgt ist eine der plastischsten Folterszenen die ich jemals in einem Buch gelesen habe – das ist nicht hard-boild noir, das ist ungefähr 100x härter. Brutal. Echt brutal. Und damit eine Show-Down ohne gleichen.

3 Tage (Donnerstag bis Samstag). Jede Menge Gewalt. Einige Tote. Und kein Gewinner. Eiskalt in einem eiskaltem Land. Wow.

Perfekte Unterhaltung. Mehr! Viel mehr davon bitte!

Soundtrack dazu: Pretty Boy Floyd The Gem – Rough, Tough, Pretty Too, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.315

Declan Burke - Eight Ball Boogie (Edition Nautilus, 2018)
Declan Burke – Eight Ball Boogie (Edition Nautilus, 2018)

Gelesen: 15. – 16.04.2018, netto 265 Seiten

Der Erstling von Declan Burke, bereits 2003 in Irland erschienen. Bisher war er für mich 50:50 – ein toller Krimi und ein mal verwirrend. Und jetzt kommt der Erstling und der kommt als knallharter Detektivroman daher. Der Einstieg entsprechend blutig und danach nimmt das ganze ordentlich Fahrt auf. Harry Rigby, der sich sowohl als Privatdetektiv als auch als billiger Boulevardjournalist seine Dorgen und seine Drinks verdient (und damit eine großartige doppelte Einnahmequelle geschaffen hat) soll eigentlich etwas aufklären.

Aber eigentlich auch nicht. Eigentlich ist er mal wieder der sprichwörtliche Hauklotz auf dem alle rumhacken und der von allen was abbekommt: Von seiner Freundin, von seinen Freunden, von denen die das Drogengeschäft kontrollieren und von den Bullen, die sich nicht entscheiden können welche Rolle sie spielen.

Wie viele irische Krimis ist der Backdrop das ex-Kriegsgebiet von Nordirland, mit seinen fiesen Deals und seiner noch immer lauernden Gewalt. Und wer steckt ein? Harry! Ein echtes Stehaufmännchen, das auch dann noch einmal gegen die Wand läuft wenn alle weggucken.

Und über den ganzen „Harter Kerl“ Kram hinaus gibt es noch eine richtig schöne (fiese) Familiengeschichte. Passt – das ist ganz großes Kino (und macht bei mir Sehnsucht nach einem neuen Buch mit Karl Kane).

Soundtrack dazu: The Zipps – Don’t tell the detectives, was sonst?

PS: Übersetzt von Robert Brack – ein Qualitätsmerkmal!

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.306

Jérôme Leroy - Der Block (Edition Nautilus, 2017)
Jérôme Leroy – Der Block (Edition Nautilus, 2017)

Gelesen: 28.02. – 02.03.2018, netto 308 Seiten

Bei diesem Buch haben mich zuerst die ganzen Rezensionen abgeschreckt, ich dachte sowas brauch ich nicht und das ist auch kein Krimi.

Pustekuchen, genau sowas braucht Deutschland – das ist nur ein Beispiel aus Frankreich, wo der Rechtsruck in der Gesellschaft schon länger passiert ist. Und dieses Buch verpackt die Geschichte wie sowas passiert in einen Krimi, wenn auch nicht in den spannendsten.

Zwei Rechte, zwei Geschichten – einmal aus der „Ich“ Ebene, einmal aus der „Du“ Ebene, der Autor nimmt keine Position sondern lässt die Protagonisten einfach mal erzählen wie das so funktioniert mit „an die Macht kommen„. Dabei fließt Blut und wie so oft in der Geschichte werden am Ende die Hauklötze geopfert sobald die Futtertröge für die eigentlich Bösen in die Nähe kommen.

Mal es Blau an und nenne es „Die Alternative“ und du kannst ahnen wie weit es Nihilistische Arschlöcher mit einem Gefühl für die Massen bringen können.

Niemals!

Pflichtlektüre, bitte kaufen und lesen.

Soundtrack dazu: Berurier Noir – La Jeunesse Emmerde le Front National, was sonst?