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  • … Punk Rock where you don’t expect it!

    … Punk Rock where you don’t expect it!

    I have seen shows at strange places and i have seen shows in strange companionship. Still, there is always time for a first after 45 years of seeing Punk Rock in a live environment.

    Welcome to Saturday 18th of May 2024 and welcome to Hamburg Barmbek. That working class corner of the city that once was home to Stoneys Gabba Gabba Hey Records store in the 80’s and to cool small Punk shows at the Zinnschmelze (the first place where Dirk Matzke, now at the Knust, did booking).

    But the Bad Job Boys choose none of these historic locations (the record store anyway has been bulldozed), they choose something more strange but also somewhat more logic:

    Welcome Musikhaus Karami on the Punk Rock circuit.

    Best ever Show Ticket … sure a keeper (c) gehkacken.de 2024

    And yes, it is a Musikalienhandlung, ie. a store where musicians buy equipment.

    Located on the 2nd floor of a shop & office building. No neighbors to annoy after hours. And with a little stage and all the needed gear (from Amps to … smoke machines). I guess never before the band had to worry so little about bringing gear.

    They kicked off at 20:00 and where set to deliver two crisp sets, with a smoking and beer break in between. Yes, beer break – the music store also sported a well stocked fridge.

    Bad Job Boys (Musikhaus Karami, Hamburg, 18.05.2024 (c) gehkacken.de 2024

    At the start Bodo was plagued with both a severe guitar sound problem and problems to get in sync with the rest. Once that was sorted they delivered spot on, throwing in a couple of new songs that hopefully will make it to vinyl too eventually.

    They choose songs for both sets that provided a wide variation: From fast bangers, already classics and covers all the way to more mellow and contained songs (that almost root in Rock rather Punk).

    Around 50 good people enjoyed them (and the room full of guitars hanging on the walls), i guess about 40 where family (including Bodo’s mum) and friends. And thus known faces, eventually creating a nice evening among friends.

    Bad Job Boys (Musikhaus Karami, Hamburg, 18.05.2024 (c) gehkacken.de 2024

    Strange setting but lovely entertainment in sum. And sure the better alternative to not enjoying live music on this Saturday (where somewhat luckily Knock Off at the Monkeys was cancelled).

    Great Action Shoot – klick to download HD Version (c) gehkacken.de 2024
    (if you want to print it on glossy photo paper)

    Not sure though if the room would be “secure” if a band got the lot dancing, a pogo pit rushing against guitars worth a 4 digit number … risky! For the Bad Job Boys it was a nice public rehearsal under professional stage settings. And they performed well under these conditions.

    More, please!

  • Bücher, schnell gelesen: 1.706

    Bücher, schnell gelesen: 1.706

    Adam Morris – Bird (Edition Nautilus, 2024)

    Gelesen: 12. – 18.05.2024 (netto 294 Seiten)

    Aus dem Englischen von der wunderbaren Conny Lösch (ein Qualitätsmerkmal).

    Wau, was für ein cooler Knast Thriller. Und dabei einer, der ohne jede Genre-typische Spannung auskommt. Ohne ermittelnde Polizisten (zumindest weitgehend).

    Letztendlich sehen wir das Knastleben von Carson, einem jungen Noogar Aboriginal, aus der Sicht von vielen. Das Elend im Australischen Gefängnissystems. +

    Passt perfekt zu Steinigung von Peter Papathanasiou, wo das Elend von außen zu sehen war. Jetzt geht es rein in den Knast.

    Ein bunter Reigen von Beobachtern gibt sich die Ehre: Diejenigen die weiß sind, lügen sich meist selbst in die Tasche (und negieren den Betriebs- respektive Systembedingten Rassismus). Rassen und Klassenunterschiede sehen nur die, die auf der anderen Seite sind. Und selbst die sind froh, wenn es noch jemanden zum draufhauen gibt.

    Und am Ende all dieser Facetten gibt es natürlich kein Happy End. Da spricht sowieso jede Statistik dagegen…

    Bereits 1991 hatte die „Royal Commission into Aboriginal Deaths in Custody“ – die höchste, von lokalen Gegebenheiten weitgehend unbeeinflusste Untersuchungsinstitution Australiens – für einen Zeitraum von zehn Jahren neunundneunzig Todesfälle untersucht und war zu dem Schluss gekommen: „Wenn Weiße in Polizeigewahrsam im selben Verhältnis gestorben wären … hätten wir es mit fast 9.000 Toten zu tun.“ 
    
    Alf Mayer im Culturmag.
    

    Nüchtern, lakonisch und ein schlichte aber extem überzeugende Anklage.

    Soundtrack dazu: Creeping Jesus – Death Is Common, was sonst?

    PS: Mehr dazu hier!

  • Bücher, schnell gelesen: 1.705

    Bücher, schnell gelesen: 1.705

    Alexander Pfeiffer – Terrorballade (Edition Outbird, 2024)

    Gelesen: 09. – 11.05.2024 (netto 220 Seiten)

    Da hatte aber jemand eine ganz feine Spürnase!

    Das Buch ist am 01.02.2024 erschienen, am 26.04.2024 wurde Daniela Klette in Berlin festgenommen.

    Was hat das miteinander zu tun? Ganz einfach, Alexander Pfeiffer entwirft ein ziemlich cooles Krimi Szenario rund um die RAF Rentner (Burkhard Garweg, Ernst-Volker Staub und eben Daniela Klette) und verpackt das ganze mit jeder Menge street credibility.

    Und platziert das ganze in seiner Heimat Wiesbaden, die nicht nur Heimat des BKA sondern, im Gegensatz zu den vorherigen Generationen der RAF, auch eng verknüpft mit der sogenannte Dritten Generation der RAF war.

    Sänger, der echte Name bleibt im dunkeln, ist arbeitslos und hat in der Vergangenheit mal detektivische Aufgaben erledigt. Eine alte Bekannte aus der linken resp. RAF Unterstützerszene überredet ihn, ihren alten Freund und WG Mitbewohner Robby zu suchen.

    Auch diese Figur im Buch ist dem Umfeld der RAF Renter entnommen, das ist ziemlich offensichtlich der V-Mann Klaus Steinmetz.

    Sänger selbst war immer nur zynischer Beobachter der Szene, so wie er als Filmvorführer immer Filme von außen beobachtet hat. Hingezogen fühlte er sich nie, aus guten Gründen (er spricht mir aus der Seele):

    ( (c) Edition Outbird, 2024)

    Den Auftrag nimmt er an, das Geld kann er für Alkohol (und Miete) gut gebrauchen. Und fängt an in der Vergangenheit zu buddeln. Und – dank seiner Beoabachterrolle damals – findet auch langsam Zugang zum Kern der Geschichte: Wer sucht eigentlich wen und warum? Wer hat eigentlich wen warum verraten?

    Alexander Pfeiffer verpackt das ganze wirklich smart und bietet dabei drei Dinge: Eine spannende Detektivgeschichte im radikalen linken Milieu, eine ziemlich schonungslose Familienstudie ala “was ist aus ihnen geworden” sowie ein extrem elegant angelegtes alternatives Narrativ über die RAF Rentner und den V-Mann.

    Als Zugabe noch jede Menge Alkohol und zügellosen Sex. Und passende musikalische Referenzen.

    Könnte so gewesen sein.

    Als Bonus für mich kommt dann auch noch jede Menge Hamburger Lokalkolorit, da Sänger Robby in Hamburg verortet und sucht.

    Klasse Buch, schöne – wohl nur ganz leicht verschobene – Realität aus einer längs untergegangenen Zeit. Und ein kleiner, böser, Stachel im traditionellen Narrativ einer Szene, die ich so einschätze wie Sänger.

    Gerne mehr!

    Soundtrack dazu: Sods – R.A.F., was sonst?

    PS: Und Alexander Pfeiffer so?

    PPS: Und ganz wunderbar bei Simone Buchholz hat er auch noch geräubert: Die Staatsanwältin in Hamburg ist … eine Simone Buchholz. Und am LKA41 in Hamburg ermittelt … ein Roland Spranger. Ich finde es schön, wenn die Namensfindung von fiktiven Charakteren … festen Regeln folgt.

    PPPS: Wiesbaden, Horst Herold (aka Der Letzte Gefangene Der RAF) und meine verschwendete Jugend