Bücher, schnell gelesen: Teil 1.584

Roland Spranger – A Kind Of Blue (Edition Outbird, 2021)

Gelesen: 08. – 09.05. (netto 160 Seiten)

Lakonische Verlierer, die es mit dem Gesetz und der Realität nicht so genau nehmen“. So steht es im Klappentext. Und für mich ist das Hook, Line and Sinker!

Der schmale Band ist kein Roman, sondern eine Sammlung von Kurzgeschichten. 14 insgesamt – von 2 Seiten bis 30+ Seiten ist alles dabei.

Fast alle Geschichten bringen den Leser in eine distanzierte Beobachterrolle aus der entweder das lakonische – Zack! – blutig wird oder aber das fiese sich ganz subtil die Geschichte hineinschleicht.

Für die Story “C” wurde Roland Spranger 2016 für den Friedrich-Glauser Preis nominiert, das Thema (Sucht) hat er dann in seinem wirklich coolem Roman “Tiefenscharf” 2018 ganz wunderbar zu Ende gebracht.

Meine Lieblingsgeschichte in diesem Buch ist weniger blutig, weniger vordergründig. Ganz subtil begleiten wir Bruno in seine Scotomaphopie. Der Irrsinn kriecht hier gaaaaanz langsam in den Kopf, befeuert durch das Internet (Internet, damn Internet).

Kurzweilige Unterhaltung!

Soundtrack dazu: Gigantor – Blind Spot, was sonst?

PS: Wer zu faul zum Lesen ist, der luschert hier, Roland Spranger ist ein launiger Erzähler.

PPS: Responsible Disclosure – Roland Spranger ist gehkacken gelobt!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.311

Roland Spranger - Tiefenscharf (Polar Verlag, 2018)
Roland Spranger – Tiefenscharf (Polar Verlag, 2018)

Gelesen: 29. – 31.03.2018, netto 277 Seiten

Sucht. Sucht nach Ruhm, Sucht nach Drogen, Sucht nach Bedeutung. Sucht nach Geld. Sucht nach Glück. Und was gibt es im tiefen Osten? Meth, Crystal Meth. Und You Tube statt kompetenter Videojournalismus.

Großartiges Sittengemälde aus einer Ecke Deutschland die sowas von weit weg ist und sowas von Kacke zu sein scheint: Nazis die Strohdoof sind, Nazis die mit Drogen dealen, Türsteher die Nazis verdreschen und Videojournalisten die ihren Job verlieren.

Und da tief im Osten, in diesen kleinen Orten sowieso jeder jeden kennt kreuzen sich die Linien ziemlich bald. Aber Hoffnung entsteht daraus nicht – nur Blut, Tod und Elend. Und Wut. Viel Wut. Kalt, ohne viele Worte und mit perfekter lakonischer Gewalt erzählt Roland Spranger eine Geschichte die so wahr klingt das sie einfach wahr sein muss.

Großartiger deutscher Noir-Krimi!

Soundtrack dazu: Hysterese – Three Wise Monkeys, was sonst?