Bücher, schnell gelesen: Teil 898

Don Winslow - Frankie Machine (Suhrkamp, 2009)
Don Winslow - Frankie Machine (Suhrkamp, 2009)

Gelesen: 15.-18.03.2012 (Zeit nicht genommen), netto 358 Seiten.

Ich habe beschlossen mich komplett durch das Œuvre von Don Winslow zu arbeiten – zu sehr trifft  er meinen durch James Ellroy, Walter Mosley, David M. Pierce, Thomas Adcock oder auch Jerry Oster geprägten Krimigeschmack.

Frankie Machine ist ein Einzelstück – als Buch als auch als alternder Mitläufer der Mafia. Das er als Mitläufer eine Gabe hatte (nämlich das spurenfreie Töten) wird einem schnell klar, denn seine ruhige und heile Welt als Surfer und Ladenbesitzer wird wüst durchkreuzt. Das die Geschichte dabei vorhersehbar ist, ist nicht wirklich schlimm denn sie ist einfach gut, flüssig, lustig, spannend erzählt – und Gewalt ist so lakonisch geschildert wie sie in diesen Kreisen nunmal zum Leben gehört. Am Ende haben alle – wie schon immer – Frankie unterschätzt. Sein „altes“ Leben hat er dennoch nicht zurück, aber das ist nicht wirklich wichtig. „Ein Mann sieht Grün“ – wäre das ein passender Filmname? Das Buch sollte mit Robert DeNiro verfilmt werden, aber aus irgendwelchen Gründen stockt das Projekt seit 2007 – eigentlich wollte DeNiro ja auch keine Mafiosi mehr spielen…

Soundtrack: Phantom Surfers!

Bücher, schnell gelesen: Teil 896

Don Winslow - Zeit des Zorns (Suhrkamp, 2011)
Don Winslow - Zeit des Zorns (Suhrkamp, 2011)

Gelesen: 08.03. – 10.03.2012 (Zeit nicht genommen), netto 327 Seiten.

„Zeit des Zorns“ ist sowas wie der Nachfolger von „Tage der Toten“  ohne dabei inhaltlich und stilistisch identisch zu sein. Der Storyline angemessen benutzt Don Winslow hier eine viel modernere Erzählweise und bedient sich Stilelementen aus anderen Büchern, z.B. von Bret Easton Ellis.

Das ganze ist sowas von rund, flott und lustig das ich fast den Verdacht habe das es schon immer ein Drehbuch für einen knuffig lustig und brutalen Hollywood Film sein sollte. Also kein Wunder, das 2012 Oliver Stone dieses Buch mit John Travolta, Uma Thurman und Selma Hayek und einer Garde Jungdarsteller für die Hauptrollen in die Kino’s bringt. Aber – das soll nicht täuschen: Das Buch ist klasse und wieder gibt es eine Menge über Drogen, ihren Handel und die Geschichte Kaliforniens in Sachen Drogen zu lesen.

Großartige Detailtreue über das „leichte“ und „sinnfreie“ Leben derjenigen die Geld in Kalifornien haben und ebenso lakonische Schilderungen über die Gewalt derjenigen, die das Geld erstreben. Nein, das ist wirklich ein Buch nach meinem  Geschmack: Genau, Brutal, Lustig, Belehrend und Lehrreich. Soundtrack: Descendents!

Und der Trailer , ja der Trailer macht Hunger:

Bücher, schnell gelesen: Teil 895

Don Winslow - Tage der Toten (Suhrkamp, 2010)
Don Winslow - Tage der Toten (Suhrkamp, 2010)

Gelesen: 02.03. – 08.03.2012 (Zeit nicht genommen), netto 680 Seiten.

Wow. Das ist ein großartiger Brocken. Suhrkamp hat mit den Zitaten von Ken Bruen und James Ellroy auf dem Backcover nicht übertrieben – das ist ganz großer Stoff.

In „epischer“ Breite, Tiefe und Länge wird die Geschichte der Drogenproduktion, des Drogenvertriebes von Lateinamerika (und Nord-Mexiko im speziellen) und der Drogenbekämpfung (der US of A) anhand einer kleinen Geschichte in ein großartiges „Sittenbild“ im Stile eines Krimi’s verpackt.

Das ganze st nicht nur großartig flüssig geschrieben, sondern auch noch wunderbar realistisch und lakonisch: Ein brutales Geschäft, verquickt mit der großen Politik (Stichwort: „Iran Contra Affäre“ u.a.) und mit der kleinen Politik (vor allem in Mexiko). Wer dieses Buch gelesen hat, stellt keine Fragen mehr warum die Drogen in die US of A kommen.

Ganz großes Kino, dennoch wurde bisher nur der Folgeroman („Zeit des Zorns“) verfilmt, ich denke mal weil die Story weniger Komplex. moderner und „schneller“ ist. In meinem Kopfkino jedoch ist „Tage der Toten“ schon jetzt ein Hit. Lesen. Unbedingt Lesen!

Soundtrack: Meat Puppets!