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  • … selling out for a living!

    … selling out for a living!

    One of these nights. Fans watching sellouts. Boring`?

    Far from, this evening was full of unexpected and somewhat expected surprises. A surprise indeed was that the show was moved downstairs into the larger room and that it ended up sold out. Somewhat a surprise, as The Meffs only had a not so full show on the MS Stubnitz last year to mark their ground in Hamburg.

    A bigger surprise came for me mate Frosch and myself when the support to the support entered the stage and a very familiar face not seen for i guess 30odd years took residence behind the drums. Schnaps hail from the Harz mountain range and said drummer hails from the top of that mountain range. Welcome back to your home harbor, Christoph.

    Schnaps have the same setup as The Meffs, just drums, guitar and singing, though the main singing is from the drummer. I guess i would drop them into the Deutsch-Punk cupboard, though they dub themselves as “SCHNAPS are a two-piece old-school HC-Punk band from Wernigerode, Germany.

    Schnaps (Hafenklang, Hamburg, 31.01.2024 (c) gehkacken.de 2024

    Even with all the joy to see an old fellow my ears and brain did signal “Deutsch Punk“. And that paired with a guitar that sounded – alone – way to thin. Go check them out for yerself, for me it did not really work out. With more volume, more umpf, more depth and force on the guitar it might sound better for my single minded mu-sick-al ears.

    Next one of my local favorites, Shitshow yet again took the stage at the Hafenklang. And yet again they delivered a near perfect support slot in front of a packed Hafenklang. And yet again they proved worthy for the task.

    Shitshow (Hafenklang, Hamburg, 31.01.2024 (c) gehkacken.de 2024

    Around a rock solid blast of hardcore bangers well below the 02:00 (magic) mark they also have branched out into wider territory – a good balance that capitalizes on their abilities and allowing Julia to fill the front with her presence, her voice and her aggressiveness.

    Here is Red Light from their 2023 EP:

    And as with almost all their songs it has great lyrics too:

    Lights off, flying through night life
    Another night, red light, my eyes open wide
    They stare at me, but they never see
    The person behind - myself, me
    
    Red light- another night to fight
    Forces me on my knees - who is the person behind?
    Eyes stare at me, but they never see
    The person behind - myself, me
    
    And you think of your dreams
    Don’t put them off until tomorrow
    You regret!
    

    I simply like them, they always are able to mark a near perfect, crisp, set. Go and score their hit singles!

    The audience by now was well prepared for the headliner, who are to sail into a European run that will be a month long. And this is how The Meffs kicked off:

    Unfortunately for Schnaps there was the immediate contrast: Drums, guitar and vocals but the guitar with so much more umpf and due to the fact that Lily takes the singing duties with so much more action on stage.

    On top of that Lily comes with all the street smartness and banter that we like so much from those from the Island yonder (that choose to separate itself from us). And as their songs have meanings, have messages her lead ins always provide relevant context.

    The Meffs (Hafenklang, Hamburg, 31.01.2024 (c) gehkacken.de 2024

    From start to finish The Meffs simply owned the audience. Upfront the audience was more female than male (always a good sign) with loads of dancing. Within that, there was also a small justified pit violence, a good slap into the face of someone who sported an overly male dancing style with little to no attention to his companions.

    Sure they played also what maybe can be dubbed their signature song, here is Broken Britain, Broken Brains:

    I got to admit that i was a bit unsure if i would dig them fully, there was plenty of praise from the Blackpool Pilgrims and there was much acclaim in the Indie press (and already the term Indie pisses me off big time normally).

    But what i got was a humble, friendly and approachable duo. With a real bonus: No fuzz and outspoken truthful – Lily invited the audience to the merch table after the show to buy stuff and have a chat “because that is what i do for a living“.

    I wish them to be sellouts forever (and make a living from it)!

    (The Meffs FB page. go and find me on the pic)

  • Bücher, schnell gelesen: 1.682

    Bücher, schnell gelesen: 1.682

    Les Edgerton – Primat Des Überlebens (Pulp Master, 2024)

    Gelesen: 22.01. – 23.01.2024 (netto 336 Seiten)

    Übersetzt aus dem Amerikanischen von Ango Laina und Angelika Müller.

    Hach, was für ein wunderbar negatives, böses und hoffnungsloses Buch. Jede Entscheidung der handelnden Personen wählt zielsicher den Pfad, der bergab geht.

    Wie ein dreckiger Schneeball der eine zerstörende Lawine auslöst, aber nicht aus wunderbar glitzerndem Schnee sondern aus Schlamm, Dreck und Eis.

    Get down deeper and down
    Down down deeper and down
    Down down deeper and down
    Get down deeper and down
    

    Und die Storyline wird immer begleitet von sowas wie schwarzem Humor, Street Credibility oder Ganovenehre.

    Mit dem Hintergrund des Buches kennt sich Les Edgerton aus: Er ist ein ehemaliger Häftling, der wegen Einbruchs im Pendleton Reformatory in Indiana einsaß, das vom damaligen Präsidenten Lyndon Johnson als „das schlimmste Gefängnis der USA“ bezeichnet wurde.

    Auftritt Jake Bishop, Einbrecher und wg. Einbruch schon 2x eingesessen. Bei den harten Jungs. Jetzt ist er raus und will auf keinen Fall nochmal in den Knast (denn da wartet jemand auf ihn … und wird ihn killen). Und daher keine Einbrüche mehr, da er sonst wg. des 3 Strikes Law lebenslang bekommt. Also arbeitet er als Friseur, heiratet eine tolle Frau und hat den Plan sich mit einem eigenen Salon selbständig zu machen. Resozialisiert.

    Pustekuchen! Denn er ist vielleicht resozialisierbar, viele andere aber nicht. Zum Beispiel sein Knastkumpan Walker, dem er noch etwas schuldet und der einfach sein Maul nicht halten kann. Weswegen Jake nun auch noch jemand anderem was schuldet.

    Und natürlich geht danach alles den Bach runter, natürlich hilft Jake Walker bei einem Einbruch, natürlich geht alles schief. Natürlich gibt es Tote. Natürlich entpuppt sich Jakes Frau als starke Frau, die ihn nicht verdammt sondern das beste rausholen will: Für Jake, für ihr ungeborenes, für ihre Zukunft.

    Und genauso gegenläufig ist der Erfolg: Der Bruch gelingt, mehr Geld und Diamanten als geplant. Mitwisser sterben durch die Hand von Jake, immer dann wenn er mit dem Rücken zur Wand steht. Und das bringt ihm noch mehr Geld.

    Herrlich – bergab ins totale Desaster mit ordentlich Kohle auf dem Wohnzimmertisch.

    Den Endpunkt setzt Les Edgerton dann so, das es richtig weh tut. Und wo es vorher immer noch Auswege (die für Jake schmerzhaft waren) gab, gibt es dann nur noch eine große Leere. Mit aller Konsequenz.

    Wow, mit das un-happiest non-Happy End das ich je gelesen habe. Chapeau dafür!

    Soundtrack dazu: Blackmarket Syndicate – Avalanche, was sonst?

    PS: Der deutsche Titel passt vor allem weil das ziemlich gut sitzende The Bitch aus dem amerikanischen Original in der deutschen Übersetzung … eine Fehlbesetzung wäre. Und: The Snitch hätte auch gepasst.

    Das Original Cover packt die Story in zwei Worte und ein Bild. Passt schon.

    Les Edgerton – The Bitch (New Pulp Press, 2014)

    PPS: Während Covid wurde das Buch als … Zoom-Stück gestreamt

  • Bücher, schnell gelesen: 1.681

    Bücher, schnell gelesen: 1.681

    S.A. Cosby – Der Letzte Wolf (Ars Vivendi, 2023)

    Gelesen: 15.01. – 21.01.2024 (netto 371 Seiten)

    Aus dem Amerikanischen Englisch von Jürgen Bürger.

    Und das nächste Buch von S.A. Cosby und wieder ein ziemlicher Banger. Ich kann mir gar nicht vorstellen das er langweilige Bücher schreibt…

    Der Letzte Wolf, im Original viel passender All The Sinners Bleed, spielt natürlich wieder in der Ecke der US of A wo die Rassentrennung eigentlich immer noch eine Rolle spielt.

    Willkommen in Charon County, Virginia, und bei Titus Crown, dem ersten schwarzen Sheriffs in der Geschichte des Countys. Nach vielen Jahren beim FBI kehrt er in seine Heimat zurück und hat einen alten, natürlich weißen, Mann der Schwarze, Braune und Demokraten hasst bei der Wahl geschlagen.

    Vorgriff auf das Ende des Buches: Über die Gründe der Rückkehr belügt Titus sowohl seine Familie, als auch seine Wähler (und Nichtwähler) und vor allem sich selbst. Und das ist einer der Spannungseffekte in diesem Buch und der Grund warum der englische Originaltitel so viel besser passt: Titus ist nämlich auch ein Sünder.

    Und das, obwohl Titus es so überhaupt nicht mit den überall und in jeglicher Form auftretenden Kirchen am Hut hat:

    ( (c) Ars Vivendi 2023)
    ( (c) Ars Videndi 2023)

    Aus einem ehr ungewöhnlichen School Shooting wird ein abgrundtief böser Fall.

    Der Killer ist Latrell Macdonald ein besorgter, aber harmloser junger Schwarzer, den Titus fast seit dem Tag seiner Geburt kennt. Und er killt nur eine Person, einen beliebten weißen Lehrer. Titus glaubt, Latrell könnte high von Oxy oder Heroin sein und möchte ihn unbedingt retten. Aber Latrell stolpert mit seiner Waffe wie ein Kleinkind, das noch nicht wusste, dass es tatsächlich verloren war in die Schüsse von Titus Deputies. Und raunt Titus vorher zu “Guckt in sein Telefon“.

    Und auf dem Telefon des beliebten Lehrers findet Titus das Böse, das wirklich Böse. Und findet etliche tote Kinder. Gequält. Über viele Jahre. Und geht auf die Suche nach dem Mörder. Der mutmaßlich Weiß, Religiös und völlig Durchgeknallt ist.

    Knüppel wirft er sich dabei entweder selbst in den Weg – oder aber die weiße Oberschicht. Und gemordet wird auch weiter, so dass es am Ende ein Wettrennen gibt. Das Titus schwer verletzt überlebt, als er endlich den wirklichen Mörder stellt.

    Spannend, voller Bösartigkeit und mit dem zur realen Wahrheit gehörendem Unterton des alltäglichem Rassismus in den US of A. Und einem smarten Abgang des Sünders Titus aus Charon … er vollendet etwas was er sich vor vielen Jahren nicht getraut hat. Als Retter, der sich selbst nicht retten konnte.

    Wenn es nicht so blutig und böse wäre, dann wäre es wohl große schwarze Südstaatenliteratur. So ist es perfekter Crime Noir.

    Soundtrack dazu: Germs — We Must Bleed, was sonst?

    PS: Und S.A. Cosby ist … ein lustiger Kerl