Bücher, schnell gelesen: Teil 1.158

Don Winslow - China Girl (Suhrkamp, 2015)
Don Winslow – China Girl (Suhrkamp, 2015)

Gelesen: 03. – 13.2016, netto 432 Seiten.

Und der nächste „alte“ Winslow – im Original 1992 erschienen, 1997 das erste Mal in Deutsch und jetzt im Rahmen der Neal Carey Reihe bei Suhrkamp neu aufgelegt. Und übersetzt von Conny Lösch – ein Qualitätsmerkmal!

Der erste Band mit Neal Carey war ok, mit leidlich Spannung ohne aber herauszuragen. Dieser Teil führt nach China, in die Provinz Sichuan und ist in weiten Teilen ein historischer Reisebericht: Wir lernen eine ganze Menge über die Kulturrevolution in China und über Sichuan. Und – cel surprise – Don Winslow war „vor“ der Schriftstellerei Trekking Führer in durch Sichuan.

Die Story klingt erst langweilig, wird dann spannend (weil der Held am verlieren ist) und verliert sich dann gefühlte 100 Seiten in China. Um am Ende dann wieder Fahrt und Spannung aufzunehmen. Irgendwie ein déjà-vu zum ersten Teil – aber diesmal sprachlich viel bildhafter und irgendwie „besser“.

Wieder nur OK und der Pepp der späteren Bücher fehlt einfach. Aber – dennoch – gut zu lesen und ordentliche Unterhaltung.

Soundtrack dazu: Gum Bleed, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.125

Don Winslow - Das Kartell (Droemer, 2015)
Don Winslow – Das Kartell (Droemer, 2015)

Gelesen: 05. – 08.09.2015, netto 821 Seiten.

OK, „Tage der Toten“ kam mit 680 Seiten aus, die 140 Seiten Bonus in Das Kartell fühlen sich manchmal sehr laaang an. Eigentlich eine gute Idee, die Lage am Ende von Tage der Toten ein wenig ruhen zu lassen und dann das ganze nochmal aufzuwärmen.

Inhaltlich (Art Keller vs. Adán Barrera bzw. US of A mit CIA, DEA und was sonst noch vs. Mexiko bzw. der korrupten Politik im Mexiko bzw. die Drogenkartelle – aber das ist nicht immer sauber zu trennen) und sprachlich knüpft das Buch da an, wo der Vorgänger gestoppt hat.

Spannend ist, das der Lauf der Dinge auch aus der Sicht von eigentlich ehr unbeteiligten erzählt wird – die natürlich dem Sog der Gewalt nicht entkommen können. Was bleibt ist das Staunen, wie komplex ein Drogenkartell ist und wie wenig Drogenbosse an die Zukunft denken.

Endlich wieder ein besserer Don Winslow, wenn auch mit einem Hauch von „schal“. Ich hoffe er hat die Story damit aus erzählt und hält nicht noch einen Cliff-Hänger bereit.

Soundtrack dazu: The Vendetta Cartel – Hidden Evil, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.098

Don Winslow - London Undercover (Suhrkamp, 2015)
Don Winslow – London Undercover (Suhrkamp, 2015)

Gelesen: 04. – 10.03.2015, netto 363 Seiten.

Kein neuer Winslow, das ist eine Neuauflage seiner ersten Krimi-Serie rund um Neal Carey (ein etwas anderer Privatermittler). Waren die letzten beiden Bücher von ihm gequirlte Kacke so ist ein Erstling (von 1991) zumindest solides Crime & PI Zeug, wenn auch ohne die sprachliche Qualität und Explosivität seiner späteren Bücher (z.B. Tage des Zorns, Kings of Cool).

Neal ist ein kleiner und einsamer Junge der auf den Straßen von NYC aufwächst und dort zu überleben versucht – das bringt ihn zu einer Organisation, die Probleme löst. Dort lernt er alles, was er zum Ermitteln und Probleme lösen braucht. Und Probleme löst diese Organisation, aber nur für Freunde. Und das sind dann mal die richtig Mächtigen und wirklich Reichen. In seinem ersten Fall wird er nach London geschickt um die Junkie-Tochter eines möglichen US-Vizepräsidenten aus der Drogenszene zu holen und zurück in die US of A zu bringen. Die Story ist ok, einiges an dem Setting ist spannend, überraschend und mit durchaus glaubwürdig gestalteten Anti-Helden. Wie gesagt, sprachlich einfach (und da von der wunderbaren Conny Lösch übersetzt wohl auch im Original so).

Das Ende hat dann eine schöne Überraschung und ist mal so richtig clever – das passt! Ich denke die anderen Neal Carey Bücher werden ebenso sein, das ist ok als Lesestoff! Glück gehabt!

Soundtrack dazu: Toxic Narcotic, was sosnt?