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  • Bücher, schnell gelesen: 1.825

    Bücher, schnell gelesen: 1.825

    Robert Brack – Die Nackte Haut (Edition Nautilus, 2026)

    Gelesen: 23. – 30.03.2026 (netto 207 Seiten)

    Das Buch lag leider länger auf dem Nachttisch als es verdient hatte, das hätte eigentlich in 2-3 Tagen weggelesen gehört. Aber eine fiese Infektion, die Sorge um Liebste in Palliativpflege und ein paar harte Arbeitsdinge haben das verzögert.

    Und als ich das alles durch hatte, flutschte auch dieses Buch.

    Robert Brack nimmt sich hier mal wieder Hamburger Geschichte an, es ist die Nachkriegszeit, 1951. Und dorthin hat es die Pianistin Martha Kiesler verschlagen, nachdem sie in New York nicht so recht zurechtkam (aber den Krieg überleben konnte).

    Zurück in Hamburg versucht sie das, was in New York kennen und lieben gelernt hat, zu platzieren. Ihrer Zeit ist sie dabei voraus und erst als ein alter Vorkriegsbekannter einen neuen Jazz Club gründet und sie einen fahnenflüchtigen farbigen GI, der Bassist ist, kennenlernt stellt sich sowas wie Erfolg ein.

    Aber dieser Erfolg ist auch verbunden mit Leid: Ihr GI ist Junkie und hat zerstörerische Freunde. Im Jazz Club lassen vor allem Kriegsgewinnler die Gläser klingen. Und die Gesellschaft? Immer noch Bieder, Starr und Obrigkeitshörig.

    Robert Brack schafft einen ziemlich coolen Bogen von einer Musikerin, die eigentlich nur musikalischen Erfolg haben will, zu einer Nachkriegsgesellschaft die eigentlich immer noch kaputt ist – nur anders.

    Und Martha zurück nach New York treibt.

    Weniger Krimi (wenn auch mit einigen Elementen) sondern ehr eine Hommage an Jazz und eine Jazz Musikerin die ihrer Zeit voraus war.

    Und alles in disem Buch, was mit der Musik selbst zu tun hat, ist kundig und voller Empathie geschrieben.

    ( (c) Edition Nautilus 2026)

    Ach, ich werde jetzt mal gucken welche Bücher von Robert Brack mir noch fehlen, dieses ist “erst” das 11te in meinem Regal.

    Soundtrack dazu: Clara Bow – Paul Rulz, was sonst?

    PS: Robert Brack hat sich zu diesem Buch von Jutta Hipp inspirieren lassen. Cool.

  • … fun friday with The Snouters and Wonk Unit!

    … fun friday with The Snouters and Wonk Unit!

    I had a bad week: First off sick, in parallel palliative care for a loved one and some tough work related items. I was basically yearning for a mind change. The promise of Wonk Unit returning to Hamburg and a Friday evening thus was too good to be missed.

    Support was from The Snouters, a name that i had not heard before. One of me mates guessed them towards Dutchistan, when they entered the stage they looked much more southern and quickly revealed that they are from Italy.

    The Snouters (Hafenklang, Hamburg, 27.03.2026)
    (c) gehkacken.de 2026

    They play Ska with some scent of Rock (too many solos by the Guitar) and a good dose of Surf (too few surf reverbs by the Guitar). And have a girl singing.

    In good moments it was energetic, uplifting and inspiring the lot to move, in not so good moments it was a wee bit too much show (but that is a typical stoic northern complaint).

    The Snouters (Hafenklang, Hamburg, 27.03.2026)
    (c) gehkacken.de 2026

    Some folks compared them to The Interrupters but that would a too simplistic match, they where not even half as annoying with their live performance – i did dig them, they where entertaining and emitted joy from the stage.

    And they had a great Ghost Town cover, well done.

    If you like Ska, go and check them out:

    Next Wonk Unit, in a slightly adjusted fashion: Only one guitar and the original drummer back behind the kit. According to Alex the best incarnation in a while.

    The last time they graced Hamburg was in 2023 at the Knust, that one was for me like the best ever Wonk Unit set at our shores.

    Three years on at the Monkeys it was less full than i expected, i take too many other shows on the same night.

    It did not deter Alex, always the entertainer and giving it all, nor the band as they rushed through their quite large set list (that would carry the lot across all of their nine albums from 2009 to 2024).

    Wonk Unit (Hafenklang, Hamburg, 27.03.2026)
    (c) gehkacken.de 2026

    In between they simply left it to the audience to pick and choose and finished off with plenty of sing-a-longs like Je M’appelle Alex:

    Sing-a-long:

    
    Do I look Rich? Do I look Rich?
    And I would love to indulge your ego
    But suddenly, you appear dead to me
    And I would love to indulge your ego
    But suddenly, you appear dead to me
    

    That one is an at par (if not even better) ode to the infamous Guest List already referenced by P&TTB. The one that you should never need to or dare to ask to be on!

    And remember that Alex has more good choices and advice ready! BIN HIM!

    Dare to sing-a-long:

    
    Bin him before you end up in a bin
    In a bin
    
    Oh god he's gonna hit me
    Oh god he's gonna hit, gonna hit me
    
    Like fuck are you gonna hit me
    Fuck are you gonna hit, gonna hit me
    

    I guess they played 1,5 hours and had the lot going non-stop. They are just fun to watch when they banter on stage, they are fun to listen to live and they are simply uplifting.

    To that extend the promise by Alex prior to the show was met, my fucked up week was done with with the help of The Snouters, even more help from Wonk Unit and some help of mates (up to and including some pints of Guinness).

    And as ever when a band convinces me live i need to buy something off them, my choice was the neat Black Flag themed Wonk Unit shirt!

    Good evening, though they should have gotten a larger installment of good people in front of the bar & stage.

    From where i sit they can come back on a more regular basis, it is always worthwhile to speak to Alex and listen to Wonk Unit.

    And the best? A quick lift by a mate all the way home.

    Purrfect and fun Friday evening!

  • Bücher, schnell gelesen: 1.824

    Bücher, schnell gelesen: 1.824

    Mark SaFranko – Dear Professor Romance (Pulp Master, 2026)

    Gelesen: 19. – 22.03.2026 (netto 232 Seiten)

    Übersetzt aus dem amerikanischen English von Sepp Leeb.

    Cool, wahrscheinlich der ruhigste Knaller den ich je gelesen habe. 3 Kerle, alle auf der Suche nach Liebe und alle irgendwie auf der falschen Bahn.

    Da ist Doug, er wohnt mit seiner dementen Mutter zusammen und hat seit Jahren schon keine Beziehung mehr. Sein Befriedigung holt er sich bei Escorts. Und er betreibt eine Website als “Professor Romance”, auf der einsame Männer bzw. Männer die nicht bei Frauen landen können Rat bekommen. Und er ihr Geld. Lohnt sich, er lebt wohlhabend in LA.

    Lance ist Autor und damit so gar nicht erfolgreich. Seine Frau verdient die Kohle. Er lebt an der Ostküste und ist Lohnschreiber für Doug. Für Lance der Brot & Butter Job, für Doug der perfekte Subkontraktor, der die Stimmungslage der Hilfesuchenden trifft. Ja, Lance ist unzufrieden mit Gesamtsituation.

    Dazu gesellt sich Norman, ein im wahrsten Sinne zu kurz gekommener junger Angestellter in einem Biotech Unternehmen. Er noch nie eine Freundin gehabt. Und ist wild entschlossen die wunderbare Cynthia Collingsworth aus der Finanzbuchhaltung zu erobern. Mehr als zufällig mit ihr zur gleichen Zeit in der Kantine zu sein ist aber nicht drin. Er wird einfach übersehen. Und ist wild entschlossen das zu ändern.

    Mark SaFranko nimmt diese 3 Luschen mit in eine Achterbahn, die aber mehr “Wilde Maus” als “Todeslooping” ist. Ganz langsam bringt er die Figuren sich näher, ganz langsam verflechten sich die Geschichten und ganz langsam bekommt der Leser ihre Naivität in Liebesdingen präsentiert.

    Doug verknallt sich in Sascha, ein exklusives Escort. Und wird hammerhart enttäuscht (auf äußerst lustige & listige Weise). Lance verknallt sich in eine MILF (Mutter eines Mitschülers seines Sohnes) und fängt eine Affäre an. Die seine Ehe ruiniert.

    Norman geht all-in basierend auf den Vorschlägen von Professor Romance, denen er sklavisch folgt und für die er ordentlich ablatzt. Er ist eine Mann, Cynthia muss in erhören!

    Am Ende haben alle drei Glück, aber ganz anders als der Leser erwarten würde. Lance bleibt Lohnschreiber aber rettet seine Ehe. Doug verliert seine Mutter aber verfällt nicht der Escort-Lady. Norman verliert seinen Job aber wird nicht von der Polizei geschnappt.

    Alle bleiben Unglücklich. Und einer ist Tod.

    Großartige Story, perfekt lakonisch erzählt und en passant die ganze moderne Liebesberatung für offensichtlich beziehungsunfähige Männer entlarvt.

    Ja, Pulp funktioniert auch ganz ohne Blut & Gewalt. Und zu meiner Überraschung fehlt es mir hier auch nicht.

    Soundtrack dazu: Pistol Grip – No Romance, was sonst?

    PS: Nur echt mit Buch Jingle!