Bücher, schnell gelesen: Teil 1.051

Jör Juretzka - Taxibar (Rotbuch, 2014)
Jör Juretzka – Taxibar (Rotbuch, 2014)

Gelesen: 14. – 20.06.2014, netto 215 Seiten.

Unser Anti-Held Kristof Kryszinski nimmt uns diesmal mit auf eine Reise durch das Elend der Ruhrgebietes – Zigeuner, dealende Russen, kaputte Deutsche und das Elend der den Bach runtergehenden Innenstädte. Das Elend ist so Elend, das Kristof seinen Gig als Detektiv aufgegeben hat und nun eine Spelunke (die auch Bar sein könnte) führt. Als er nebenbei ein kleines Paket voll Koks findet und zu Geld machen will geht die Chose natürlich den Bach runter.

Neue Umgebung, neue Charaktere und ein klarer Blick auf die Menschen, die sich dort herumtreiben. Und ein Spass, der einem auch schonmal im Halse stecken bleibt, da auch hier gestorben wird und das nicht nur aus guten Motiven.

Ich mag das, ich mag den Humor und ich habe auch keine Probleme mit der kleinen Typveränderung die dem Helden wiederfährt. Das perfekte Buch um zu lernen wie man eine Kneipe führt. Lehrbuchstoff sozusagen. Passt.

Soundtrack dazu: Lokalmatadore, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.024

Rob Alef - Immer schön gierig bleiben (Rotbuch, 2013)
Rob Alef – Immer schön gierig bleiben (Rotbuch, 2013)

Gelesen: 23. – 25.12.2013 (Zeit nicht genommen), netto 328 Seiten.

Geduld haben statt gierig bleiben. Geduld braucht der Leser, ehe er diesmal hinter die subtile Realitätsverschiebung im Buch kommt – war es in der andere Büchern von Rob Alef noch sehr plakative Dinge ist es hier sehr subtil und sehr nah an der Wahrheit. Dazu kommen echte Sorgen bei den Protagonisten, die sich perfekt mit der Krimistoryline überlagern. Herrlich, fast schon zu glatt – ich hätte mir da noch mehr “trouble” gewünscht…

Für mich ganz klar das Drehbuch zum neuen Berlin Tatort (denn das alte Tatort Duo Ritter/Stark kann gepflegt kacken gehen – es langweilt!) – zu großartig die Kommissare und ihre Helfer (Dorfner!), so genau die Lupe auf den Dingen die Berlin wirklich bewegen und auf den kleinen Dingen, die das Leben erst Lebenswert machen (zB. Hertha vs. Union, Plattensammlung, Single Malts und und und). Perfekt und nach wie vor das beste Geschenk für jeden Berliner (aus Berlin).

Klasse Krimi mit Klasse Personal!

Soundtrack dazu: Ffurs – was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 952

Kenn Bruen / Reed Farrel Coleman - Tower (Rotbuch Krimi, 2012)
Kenn Bruen / Reed Farrel Coleman – Tower (Rotbuch Krimi, 2012)

Gelesen: 20. – 25.10.2012 (Zeit nicht genommen), netto 215 Seiten.

Wow – das ist aber eine coole Erzählform! In der Geschichte geht es durchaus um die Twin-Towers aber ehr um die “Twin” Freunde Nick und Todd – beide Kleinkriminelle aus NY.

Das Buch erzählt ihr Leben und im Detail ihre kriminelle Karriere – aber in zwei Geschichten (die jeweils von einem Autor geschrieben wurde). Das ganze ist überlappend, Sätze werden wiederholt, Geschichten sind doppelt und der Leser hat schon das “langweilig – kenn ich schon” auf den Lippen da merkt mann das die gleiche Realität aus der Sicht eines anderen leicht anders ist. So wird das ganze zum Ende großartig spannend und eine echt coole Nummer.

Bonuspunkte für die lakonische Gewalt die immer da ist (und im Detail geschildert wird) und für die Hookline! Ach – ich liebe Ken Bruen, er ist ein echt geiler Autor und seine Kollaborationen (zB mit Jason Starr in der Hard-Case-Crime Serie) sind einfach erfrischend!

Soundtrack dazu: The Dictators, was sonst?

Und wieder: Schade – hätte besser in die Rotbuch Hard-Case-Crime Serie gepasst aber die ist wohl mausetod oder?