Bücher, schnell gelesen: Teil 1.116

Warren Ellis - Gott schütze Amerika (Heyne, 2009)
Warren Ellis – Gott schütze Amerika (Heyne, 2009)

Gelesen: 17. – 23.07.2015, netto 292 Seiten.

Warren Ellis ist ein ganz großer. Er schafft nicht nur großartige Schmunzelmonster sondern er schafft es auch ein gründlich recherchiertes Buch über Makroherpetophilie, Bodybuilder die auf Salzwasserinjektionen in die Hoden stehen und Anal-Plugs in Jesusform zu schreiben.

Dafür gebührt ihm allemal „Respekt“!

Das ganze wird angerührt als Road-Movie in den US of A – auf der Jagd nach einem Buch das die Welt aus den Fugen bringen kann. Und wer will das Buch haben? Natürlich der nichtsnutzige Stabschef des Präsidenten. Ein echter Knaller und ein total lustiger Hardboiled-Sex-Abgewrackter-Detektiv Scheiss! Kaufen!

Soundtrack dazu: Drive Like Jehu, was sonst?

PS: Das englische Original („Crooked Little Vein“) samt Cover gefällt mir besser!

Warren Ellis - Crooked Little Vein (William Morrow, 2007)
Warren Ellis – Crooked Little Vein (William Morrow, 2007)

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.110

Richard Lange - Angel Baby (Heyne, 2014)
Richard Lange – Angel Baby (Heyne, 2014)

Gelesen: 27. – 28.05.2015, netto 341 Seiten.

Als Schriftsteller bin ich ein gemeiner Hund, der dir mit einem Wort das Lächeln aus dem Gesicht knallt und mit einem Satz das Herz bricht.“

Sagt Richard Lange. Und da hat er recht. Aber in seinem Road Movie „Angel Baby“ werden nicht nur Herzen sondern auch Knochen und Gesetze gebrochen. Von allen Beteiligten – denn alle scheinen sowas wie Grenzgänger im wahrsten Sinne des Wortes zu sein.

In Tijuana gibt es Luz, die eigentlich zurück nach L.A. will – zu ihrer Tochter. In L.A. gibt es Malone, der eigentlich nur vergessen will (aber Geld mit Menschenschmuggel in die US of A verdienen muss um das mittels Alkohol zu können). In La Mesa (einem üblen Mexenknast) hockt Jerónimo, der eigentlich zurück in ein echtes Leben will. Und in Tijuana gibt es El Príncipe, einen kleinen Drogenboss der Luz nicht gehen lassen will. Dazu kommt noch ein korrupter und spielsüchtiger Grenzbulle und die Karten sind angemischt.

Ein perfekter Road Movie für das Kopfkino, in einem schnellen Erzählstil und ohne viel BlaBla – und mit überraschenden Wendungen, falschen Fährten und natürlich jede Menge Leichen. Und keine Helden. Ausser denen, die Sterben.

Cooler Scheiss!

Sountrack dazu: Ill Repute, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.083

Charlie Huston - Das Clean Team (Heyne, 2009)
Charlie Huston – Das Clean Team (Heyne, 2009)

Gelesen: 02.01. – 04.01.2015, netto 485 Seiten.

Nach dem ganzen Fernsehscheiss (von Navi CSI zu was weis ich) und Serien wie „Der Tatortreinger“ ist der Backdrop für diese Geschichte natürlich „verbrannt“ … aber dennoch zu und zu schön. Zimmer von den Resten eines Toten zu säubern kann einfach sein aber eben auch eine echt schmutzige Angelegenheit. Und da es um das Trauma der Angehörigen geht auch sehr lukrativ. In diese Szene schlittert „Web“, der eigentlich nur abhängt. Warum er so ein Hänger ist wird mit jedem Schritt nach unten auf der „noch ein Problem, noch einmal auf die Fresse“ Abwärtspirale klar. Dazu kann er einfach nicht die Fresser halten und muß immer und überall einen blöden Spruch machen. Seine Freunde verschreckt er, seine Feinde hauen ihm dafür einen rein.

Am Ende wissen wir warum und das es sich eigentlich um eine ganz einfache Geschichte von Schuld und Sühne, Liebe und Errettung und Betrug handelt. Aber cool verpackt, mit coolen Dialogen und leidlich Spannung. Ein schöner Krimi über und mit LA, nicht ganz so erbauend, klar und cool wie „Black Neon“ aber fast.

Soundtrack dazu: NO FX, was sonst?

PS: Heyne = Random House = Cover und Titel verkackt. Das englische Original von „The Mystic Arts of Erasing All Signs of Death“ in „Das Clean Team“ (also bestes pseudo-denglisch) zu verkacken ist schon groß, dito für das Cover.

Charlie Huston - The Mystic Arts of Erasing All Signs of Death (Ballantine Books, 2009)
Charlie Huston – The Mystic Arts of Erasing All Signs of Death (Ballantine Books, 2009)