Das tolle Buch gibt es im Buchfachhandel (bitte nicht bei Amazon kaufen) oder direkt beim Junius Verlag. Auch Sachen der Holy War Archive Foundation haben ihren Weg in das Buch gefunden. Kaufen!
A great book you got to buy at your local bookstore (and not Amazon) or direct at Junius Verlag. Also items from the Holy War Archive Foundation have made it into the book. Worth a buy!
Eigentlich ein Buch ganz nach meinem Geschmack: Eine leichte Realitätsverschiebung. Alles klingt bekannt, alles klingt logisch – aber alles ist anders.
Zoë Beck schreibt Bücher in denen clevere Ideen bis zum Ende durchgespielt werden. Die Lieferantin (2017) hatte in dieser Richtung richtig pfiff.
Paradise City ist auch eine Idee die bis zum Ende durchgespielt wird. Allerdings bringt diese Idee mein Kopfkino nicht wirklich zum starten. Das Buch spielt in einem Deutschland das durch Klimawandel seine Küsten verloren hat, das durch Pandemien große Teile seiner Bevölkerung verloren hat und sich in Megacitys (und das Rhein-Main Megacity ist die Hauptstadt von Deutschland) zurückgezogen hat.
Dort gibt es eine staatliche Presse, die in der Regel “Fake News” raushaut und dafür alle Tools der Kunst benutzt: Deep Fakes und mehr. Nur wenige stellen sich dem entgegen und sind die Wahrheitspresse. Alle anderen leben, so sie den in den Megacitys leben, behütet und sorglos vor sich hin. Kranke gibt es nicht mehr, die Gesundheit wird von einem Chip und Algorithmen überwacht.
Klimawandel, Pandemie, Überwachungsapps, Ausgrenzung von Menschen mit gesundheitlichen Problemen … alles ein wenig dick aufgetragen. Dazu ist die Krimi-Storyline die das Buch trägt ein wenig unrealistisch und zu sehr konstruiert.
Irgendwie hängt das Buch, das Ende ist zB so ein Hänger. Schade. Vielleicht sollte sich Neal Stephenson der Idee annehmen? Denn wieder gilt: Die Idee ist gut, die Realitätenverschiebung spannend.
PS: Etwas ähnliches in besser war Nordland. Das hat gepasst.
Die Stadt Marseille ist immer wieder ein guter Platz für Krimis: Zum einen irrlichterte der von mir sehr geschätzte Anti-Held Kristof Kryszinski durch Marseille, zum anderen hat Jean-Clause Izzo ihr mit der Marseille Trilogie ein großartiges Denkmal gesetzt (Ja, das ist eine Aufforderung!)
Und in die Zeit als die French Connection, die Marseille mit Heroin-Schmuggel in die US of A reicht gemacht hat, vom CIA gegen südamerikanisches Kokain ausgetauscht wurde. Und in diesem Umfeld soll der neue einen Mord klären. Am liebsten wäre es aber den lokalen Größen wenn er daran scheitern würde, dann würde das ganze nämlich einfach beerdigt werden.
Weil diese Geschäfte den Hafen von Marseille am Leben halten.
Vor allem auch wegen dem völlig realen Hintergrund (Ölschmuggel, Waffenschmuggel) ist dieses Buch megaspannend: Der Fall wird gelöst aber aufgrund der internationalen Komplikationen fährt dafür niemand ein.
Und die, die mit Geld das ganze angeschoben haben … machen noch mehr Geld. Aber nicht mehr in Marseille sondern in Genf.
Da wo die Banker sind.
Klasse Buch, tolle Charaktere und eine Leerstunde in Geschichte. Passt.
PS: Das Buch spielt exakt an der zeitlichen Grenze als die Kartell-Macht der großen Ölkonzerne (aka The Seven Sisters), die 85% aller Ölreserven kontrollierten, von den ölproduzierenden Nationen gebrochen wurde. Heute kontrollieren Nationalstaaten das Öl, die Ölkonzerne haben nur noch einen kleinen einstelligen %-Anteil.