
Gelesen: 09. – 13.08.2026 (netto 228 Seiten)
Endlich bin ich beim ersten Berlin Krimi von Johannes Groschupf angekommen, ich ärger mich immer wieder wenn ich eine Serie (hier: Berlin Noir) nicht in der richtigen Reihenfolge lese. Hier war es … 3, 4, 2 und dann 1. Damn.
Walter Noack ist ein schräger Vogel, dabei will er doch nur vorbereitet sein auf das, was unausweichlich auf uns zukommt. Chaos, Zusammenbruch der Ordnung und “alle gegen alle”.
Darum hält er sich fit, lebt alleine (Frau und Sohn sind ob seiner etwas schrägen Vorstellungen eh weg) und macht einen Job der ohne viel Anstrengung Geld bringt. Lebt seine Routine.
Der Job allerdings frisst sich in seine Gehirn und verdirbt seinen Geist: Content Moderator bei der größten Zeitung des Landes. Die menschliche Delete Taste. Aber vor dem Löschen kommt das Lesen und das Einordnen. Und damit ist das Gift schon in seinem Kopf.
Es Bedarf nicht mehr als einen Überfall auf ihn nach Schichtende und das ganze gerät aus den Fugen. Lebensmittel hat er schon genug, jetzt braucht er noch eine Waffe. Und als auch eine Kollegin überfallen wird …
… geht er ganz fokussiert auf die Suche nach dem Warum. Das sich dabei immer tiefer in die echte Welt derjenigen begibt, deren Kommentare er täglich löscht, merkt er nicht.
Waffennarren, Fake-News Verbreiter, Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger – der ganze Kanon wird durchschritten.
Unbeirrt findet er den Grund für den Überfall und lässt sich auch durch den Preis dafür (sein Sohn wird ermordet, sein Job ist weg) nicht beirren.
Und findet einen Freund fürs restliche Leben: Nero, Kampfund.
Hart, realistisch und ohne Happy End. Klasse!
Soundtrack dazu: Berlin Blackouts – Slay The Demons, was sonst?


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