Tag: Johannes Groschupf

  • Bücher, schnell gelesen: 1.851

    Bücher, schnell gelesen: 1.851

    Johannes Groschupf – Berlin Prepper (Suhrkamp, 2019)

    Gelesen: 09. – 13.08.2026 (netto 228 Seiten)

    Endlich bin ich beim ersten Berlin Krimi von Johannes Groschupf angekommen, ich ärger mich immer wieder wenn ich eine Serie (hier: Berlin Noir) nicht in der richtigen Reihenfolge lese. Hier war es … 3, 4, 2 und dann 1. Damn.

    Walter Noack ist ein schräger Vogel, dabei will er doch nur vorbereitet sein auf das, was unausweichlich auf uns zukommt. Chaos, Zusammenbruch der Ordnung und “alle gegen alle”.

    Darum hält er sich fit, lebt alleine (Frau und Sohn sind ob seiner etwas schrägen Vorstellungen eh weg) und macht einen Job der ohne viel Anstrengung Geld bringt. Lebt seine Routine.

    Der Job allerdings frisst sich in seine Gehirn und verdirbt seinen Geist: Content Moderator bei der größten Zeitung des Landes. Die menschliche Delete Taste. Aber vor dem Löschen kommt das Lesen und das Einordnen. Und damit ist das Gift schon in seinem Kopf.

    Es Bedarf nicht mehr als einen Überfall auf ihn nach Schichtende und das ganze gerät aus den Fugen. Lebensmittel hat er schon genug, jetzt braucht er noch eine Waffe. Und als auch eine Kollegin überfallen wird …

    … geht er ganz fokussiert auf die Suche nach dem Warum. Das sich dabei immer tiefer in die echte Welt derjenigen begibt, deren Kommentare er täglich löscht, merkt er nicht.

    Waffennarren, Fake-News Verbreiter, Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger – der ganze Kanon wird durchschritten.

    Unbeirrt findet er den Grund für den Überfall und lässt sich auch durch den Preis dafür (sein Sohn wird ermordet, sein Job ist weg) nicht beirren.

    Und findet einen Freund fürs restliche Leben: Nero, Kampfund.

    Hart, realistisch und ohne Happy End. Klasse!

    Soundtrack dazu: Berlin Blackouts – Slay The Demons, was sonst?

    … bitte von rechts nach links lesen!
  • Bücher, schnell gelesen: 1.841

    Bücher, schnell gelesen: 1.841

    Johannes Groschupf – Berlin Heat (Suhrkamp, 2022)

    Gelesen: 11. – 12.06.2026 (netto 247 Seiten)

    Damn, bei Johannes Groschupf bin ich bei Buch 3/4 eingestiegen, hab mich vorwärts gearbeitet und jetzt geht es ganz konsequent rückwärts: Berlin Heat ist Buch 2, es fehlt jetzt noch Berlin Prepper als erster Band seiner Berlin Krimis.

    Tom ist der Anti-Held in diesem Buch, konsequent stolpert er fremdbestimmt durch ein durch und durch wurstgiges Leben:

    Er ist Dienstleister für das auswärtige Partyvolk das a) eine Unterkunft brauch und b) die Hotspots finden möchte. Und c) natürlich Drogen. Alles mehr oder weniger Illegal, die Wohnungen sind nicht seine, Steuern zahlt er ehr auch nicht und Einnahme = Gewinn bzw. Verlust.

    Denn Tom ist spielsüchtig und hat bei einer Kiezgröße Schulden. 12.000 Euro. Und die sind fällig.

    Und so wurschtelt sich Tom von Katastrophe zu Katastrophe, verdoppelt die Katastrophe noch dadurch das er in eine gefakte Entführung eines AfD-Politikers gerät, seinen Vater (ex-DDR Bulle) mit Reinzieht und am Ende …

    … seine große Liebe Marla verkackt, bei einem Rotlicht-Mord dabei ist, sich an einem rechten Spinner verbrennt (der in Berlin um sich ballert um die Regierung zu stützen und sich am Ende über dem Führerbunker abfackelt) und schlußendlich bei Romina Winter (der coolsten Polizistin Berlins) unterschlüpft.

    Als Dienstleister für ihre Bedürfnisse.

    Wow, eine wunderbare Screw-Ball-Commedy mit einem Looser der sich immer wieder tiefer in die Scheiße gräbt. Mit ordentlich Gewalt, ordentlich Post-Corona AfD Schwachfug und extrem losen Mundwerk von allen Beteiligten.

    Und das ist noch nicht verfilmt worden? Unfassbar. Das ist soooo gut!

    Soundtrack dazu: PVC – Going Down, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.767

    Bücher, schnell gelesen: 1.767

    Johannes Groschupf – Skin Ciry (Suhrkamp, 2025)

    Gelesen: 01. – 08.05.2025 (netto 225 Seiten)

    Nach Die Stunde der Hyänen lese ich dann mal vorwärts, die ersten beiden Bücher von Johannes Groschupf hab ich immer noch nicht in den Rückstand gepackt.

    Von den Brandermittlern ist Romina Winter jetzt zum Einbruch versetzt, sie hofft eigentlich auf eine ruhige Kugel. Doch professionelle Georgische Einbrecher machen ihr einen Strich durch die Rechnung. Und natürlich die Suche nach der großen Liebe.

    Großartigen Sex hat sie gefunden, aber Liebe … die ist da irgendwo, aber für sie nicht erreichbar.

    Zwei andere Protagonisten bringt Johannes Groschupf auf Kollisionskurs mit Romina:

    Koba, ein junger Georgier der hofft mit seinem Job als Einbrecher genug Geld für ein Leben in Kanada zusammenzubekommen. Aber Pustekuchen, die Organisation für die er arbeitet hat ihn voll im Griff.

    Und gibt ihm Volltrottel als Begleiter.

    Jacques, ein junger Deutscher der gerade seine Zeit im Knast abgesessen hat. Sein Job war Umsatzsteuerbetrug, lief gut aber seine Bosse haben ihn elegant abserviert. Im Knast abgehärtet, will er jetzt in Berlin wieder richtig durchstarten. Als Berater in der Kunstszene.

    Und natürlich kreuzen sich die Bahnen und alles läuft auf einen Car-Crash hinaus. Der dann aber ganz anderes kommt als traditionell in einem Krimi. Und damit ziemlich ruppig das Buch beendet (und noch mehr).

    Alles aus Liebe.

    Flotte Dialoge, flotte Figuren und die Berliner Kunstszene wird ganz wunderbar durch den Dreck gezogen bzw. lächerlich gemacht.

    Was an und für sich ganz bestimmt ein Bonus ist.

    Ich mag sowas, vor allem weil die Heldin … eine Heldin ist.

    Soundtrack dazu: Es War Mord – Die Falsche Uhr, was sonst?