Bücher, schnell gelesen: Teil 1.280

David Gray - Kanakenblues (Pendragon Verlag, 2015)
David Gray – Kanakenblues (Pendragon Verlag, 2015)

Gelesen: 07. – 11.11.2017, netto 368 Seiten

Noch mehr hard-boiled aber diesmal aus Deutschland und in Hamburg (home, sweet home) angesiedelt. Und zwar das Hamburg von 1999, das ist fast schon historisch zu nennen. Aber auch passend, denn das Buch macht ordentlich Tempo, laut Klappentext „24 Stunden im Sog der Gewalt„- und das passt nur in einer Zeit wo es noch keine Handys gab und Polizeiarbeit „vor Ort“ durchgeführt werden musste. Und dazu das rumgurken in der Stadt gehörte.

Zwei Handlungsfäden, einer so stark wie der andere: 4 Jungs haben ein junges Mädchen missbraucht und der Vater exekutiert die Rache – ohne zu wissen wen er da erledigt. Einer der Jungs ist aber der Sohn des Polizeipräsidenten und das bringt das ganze Gleichgewicht zwischen Politik, Polizei und den lokalen Gangstern durcheinander. Dazwischen der schwarze Kommissar Boyle, der nicht nur seinen Kollegen auf den Sack geht sondern auch selber kleine Schwingungen im Gleichgewicht zum Aufstieg (und eigenem Vorteil) nutzt.

Desillusionierend wie die Wirklichkeit und ein knallharter Parforceritt in Sachen Rache und persönlicher Vorteil. Und so knallen am Ende alle aufeinander – mit einem nicht ganz vorhersehbaren Ende. Sprachlich nicht ganz perfekt und mit einigen Schlenkern zuviel aber ansonsten richtig gut. Ließt sich wie ein perfektes Drehbuch für Nachtschicht mit Armin Rohde!

Soundtrack dazu: Abwärts, was sonst?

PS: Der Autor sieht sein Buch so …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.